Hitze im Sommer: Normal oder ungewöhnlich – Auswirkungen vom Klimawandel?

Hitze im Sommer: Normal oder ungewöhnlich – Auswirkungen vom Klimawandel?
Die Erderwärmung ist anhand von Statistiken klar erkennbar. (Bild: Pixabay)

Aktuell erleben wir die erste Hitzewelle des Jahres 2021. Die Temperaturen steigen vielfach auf jenseits der 30-Grad-Marke. Teilweise steigen die Höchstwerte auf über 35 Grad. Ist solch eine Hitze eigentlich „normal“? Sind das Auswirkungen vom Klimawandel in Deutschland und global?

Dazu nehmen wir die passenden Grafiken und Statistiken etwas genauer unter die Lupe.

Grundsätzlich ist Hitze in Deutschland nichts ungewöhnliches. Viele Generationen vor uns erlebten ebenfalls Hitzetage in Sommern. Wir leben in Breitengraden, wo hochsommerliche bis heiße Tage im Sommer mitunter üblich sind.

Ungewöhnlich ist allerdings die Häufung dieser warmen und heißen Sommer. Die letzten Sommer und insbesondere der Sommer 2018 brachten uns viel Hitze und große Trockenheit, wodurch bis heute Nachfolgen in der Natur zu sehen sind.

Die aktuelle Hitzewelle ist für die Jahreszeit ziemlich ungewöhnlich. (Bild: Pixabay)

Die aktuell beginnende Hitzewelle, die ihren Ursprung direkt aus Nordafrika hat, ist für die aktuelle Jahreszeit alles andere als normal. Denn: Strenggenommen befinden wir uns aus kalendarischer oder astronomischer Sicht noch nicht mal im Sommer, sondern noch im Frühling. Nach dem Kalender startet der Sommer 2021 erst am 21. Juni, an dem auch die sogenannte Sommersonnenwende ist.

Sommer- und Hitzetage: Damals und heute

Die fortschreitende Erderwärmung lässt sich anhand dieser Zeitreihen von 1951 bis 2019 in Deutschland kaum mehr leugnen.

Die Sommer- und Hitzetage nehmen deutschlandweit zu. (Grafik: dwd.de)

Der Blick auf die Statistiken der Sommer- und Hitzetage ist eindeutig: Die Anzahl dieser Tage nimmt stark zu. Im Jahr 1951 und den darauffolgenden Jahren gab es im Schnitt um die 20 Sommertage im einem Jahr. Davon etwa – wohlgemerkt im Durchschnitt – 2 bis 5 Hitzetage pro Jahr. Inzwischen liegt die Anzahl der Sommertage bei um die 40 Tage – also ungefähr doppelt so hoch. Die Anzahl der Hitzetage stieg auf 10.

Klimastatistiken zeigen: Die Monate und Jahre fallen zunehmend trockener aus. (Bild: Pixabay)

Neben der Erderwärmung fallen die Monate zunehmend trockener aus. Das zeigen ebenfalls Klimastatistiken. Vor allem durch Trockenheit geprägt wurde der Sommer 2018. Viel Hochdruck sorgte für kaum Niederschlag. Dadurch entstanden vermehrt Waldbrände, auch die Landwirtschaft musste Einbußen hinnehmen.

Globale Temperaturanomalie seit 1850

Nun verlassen wir das deutsche Klima und blicken auf die globale Entwicklung.

Global ist eine Erderwärmung eindeutig zu erkennen. (Grafik: umweltbundesamt.de)

Dass Temperaturanomalie (Abweichung) kontinuierlich zu nimmt, zeigt uns diese Grafik beeindruckend. Zwischen den Jahren 1850 und 1900 pendeln wir meist im „normalen“ Bereich. Dieser Zeitraum ist übrigens auch das Klimamittel, von dem abgewichen wird. Seit etwa 1930 etablierten sich die Mitteltemperaturen auf höherem Niveau. Eindeutig zeigt sich dann der Trend ab 1970/1980: Bis heute ist ein scheinbar unaufhaltsamer Anstieg zu verzeichnen.

Fazit: Heiße Sommertage sind und waren im Sommer keine Seltenheit. Die Extremen nehmen allerdings zu. Ebenfalls ist ein deutlicher Anstieg der Temperaturen (Temperatur-Abweichungen) weltweit gesehen zu verzeichnen.