Heuschnupfen oder Corona?

Heuschnupfen oder Corona?
In der Region Bodensee-Oberschwaben stieg die Zahl der betroffenen AOK-Versicherten von 8.189 im Jahr 2015 auf 9.694 im Jahr 2019. (Bild: Pixabay)
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Redaktion

Wer in diesen Tagen an Schnupfen, Atemnot oder Husten leidet, bei dem schrillen sofort die Alarmglocken – könnten sie doch ein Anzeichen für eine Covid-19-Erkrankung sein. Die Beschwerden könnten jetzt im Frühjahr aber auch mit einer Pollenallergie zusammenhängen. Dass das nicht unwahrscheinlich ist, zeigen die hohen Zahlen der Betroffenen in der Region.

So stieg die Zahl der AOK-Versicherten, die wegen Heuschnupfen in ärztlicher Behandlung waren, in Baden-Württemberg von 196.568 im Jahr 2015 auf 216.210 im Jahr 2019. In der Region Bodensee-Oberschwaben stieg die Zahl der betroffenen AOK-Versicherten von 8.189 im Jahr 2015 auf 9.694 im Jahr 2019. Davon kamen 2.343 betroffene AOK-Versicherte aus dem Bodenseekreis, 4.309 aus dem Landkreis Ravensburg und 3.042 aus dem Landkreis Sigmaringen. Im Landkreis Ravensburg waren damit 2019 4,5 Prozent aller AOK-Versicherten wegen einer Pollenallergie beim Arzt.

Beim Autofahren Fenster schließen

Eine Allergie ist eine Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems. Der beste Schutz ist es, die Auslöser – soweit bekannt – zu meiden. Pollenallergiker können an Tagen mit starkem Pollenflug die Fenster beim Autofahren und zuhause geschlossen halten und vor dem Schlafengehen die Haare waschen. Salzhaltige Nasensprays und Nasenspülungen können bei milden Beschwerden für Erleichterung sorgen. Sind die Beschwerden stärker, sollten weitere Maßnahmen individuell mit dem Hausarzt besprochen werden.

Pollenallergiker können an Tagen mit starkem Pollenflug die Fenster beim Autofahren und zuhause geschlossen halten und vor dem Schlafengehen die Haare waschen. (Bild: Pixabay)

Allergie oder Covid 19: Ein Test nimmt die Angst

„Zwar stehen bei Heuschnupfen häufiges Niesen, eine laufende oder verstopfte Nase sowie häufig auch Augenjucken im Vordergrund. Doch Heuschnupfen kann auch zu asthmatischen Beschwerden wie Husten und Atemnot führen – Beschwerden, die auch bei einer Infektion mit dem Coronavirus auftreten können“, erläutert Roland Beierl, Geschäftsführer der AOK – Die Gesundheitskasse Bodensee-Oberschwaben. Wer unsicher ist, ob es sich bei den persönlichen Beschwerden um eine Allergie oder doch um Covid-19 handelt, kann als erste Maßnahme einen Corona-Schnelltest durchführen. Bei positivem Ergebnis muss unmittelbar eine laborgestützte Untersuchung erfolgen, um Klarheit zu erhalten.

Wenn zusätzlich zu den typischen allergischen Reaktionen ein außergewöhnlicher Husten oder auch Fieber auftreten, könnte zum Heuschnupfen eine Atemwegsinfektion hinzugekommen sein. „Betroffene sollten sich dann telefonisch an ihren behandelnden Arzt wenden und mit ihm das weitere Vorgehen klären, zum Beispiel auch, ob ein Covid-19-Test sinnvoll ist“, ergänzt der AOK-Geschäftsführer.

(Quelle: AOK)