Gesundheitliche Risiken Heizung sparen und Schimmel riskieren

Heizung sparen und Schimmel riskieren
Schimmel an den Wänden stellt nicht nur eine Gefahr für die Gesundheit dar, sondern schädigt gleichzeitig das Gebäude und die Bausubstanz. (Bild: AndreyPopov / iStock.com)
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Redaktion

Aufgrund der steigenden Energiekosten möchten viele diesen Winter sparen und planen daher, weniger zu heizen. Wer die Heizung in der kalten Jahreszeit ausgeschaltet lässt, riskiert jedoch die Bildung von Schimmel. Das kann gesundheitliche Folgen haben. Der Experte klärt auf.

Schimmel bildet sich grundsätzlich bei Feuchtigkeit. Viele unterschätzen die gesundheitlichen Gefahren, die von einer Schimmelbelastung in Wohnung oder Haus ausgehen. „Durch die Luft gelangen die Pilzsporen in die Atemwege und können so verschiedene Erkrankungen, Reizungen, Allergien oder Infektionen auslösen und das Risiko für Atemwegserkrankungen wie Asthma steigern“, erläutert Carsten Sellmer, Gesundheitsexperte der IDEAL Versicherung.

Kopfweh und Müdigkeit können Symptome sein

Besonders gefährdet sind Kinder und Babys sowie Menschen mit Vorerkrankungen oder geschwächtem Immunsystem. Zu häufigen Symptomen zählen unter anderem Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schlafprobleme, Konzentrationsstörungen, gerötete Augen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Atemwegsbeschwerden oder Hautausschlag. „Da diese Beschwerden auch auf andere Ursachen hindeuten können, ist eine Diagnose nicht immer einfach“, so Sellmer. „Wer unter Symptomen leidet und wissen möchte, ob eine Schimmelbelastung der Auslöser ist, kann dies mit speziellen Tests bei einem Arzt abklären lassen.“

Schimmelentfernung: Was ist zu beachten?

Schimmel an den Wänden stellt nicht nur eine Gefahr für die Gesundheit dar, sondern schädigt gleichzeitig das Gebäude und die Bausubstanz. „Daher ist es wichtig, bei einem Schimmelbefall sofort zu handeln“, weiß der Gesundheitsexperte. Die dunklen Flecken bilden sich häufig hinter Möbeln, Wandverkleidungen oder unter Bodenbelägen und machen ein frühzeitiges Erkennen oft schwierig. Kleine Schimmelstellen können Betroffene mit medizinischem Alkohol oder Wasserstoffperoxid aus der Apotheke vorsichtig selbst entfernen. Der Gesundheitsexperte rät, dabei unbedingt Schutzkleidung zu tragen, um zu verhindern, dass Sporen in Augen oder Atemwege geraten.

Ist eine größere Fläche betroffen, empfiehlt es sich auf jeden Fall, einen Fachbetrieb mit der Beseitigung zu beauftragen. Übrigens: Mieter sind dazu verpflichtet, ihren Vermieter über Schimmel in der Wohnung zu informieren. Wer für die Beseitigung aufkommen muss, hängt dann davon ab, welche Ursache die Schimmelbildung hat.

Richtig Lüften und Heizen beugt Schimmel vor

Der gesundheitsgefährdende Schimmel entsteht vor allem bei hoher Luftfeuchtigkeit in Räumen. Wer diesen Winter weniger oder gar nicht heizen möchte, erhöht damit das Risiko einer Schimmelbildung in den eigenen vier Wänden. „Denn eine zu geringe Raumtemperatur sorgt für einen Anstieg der Luftfeuchtigkeit“, erklärt Sellmer. „Regelmäßiges Heizen ist daher in der kalten Jahreszeit elementar, um Schimmel vorzubeugen.“

Auch wer sparen möchte, sollte darauf achten, dass die Raumtemperatur tagsüber bei mindestens 19 Grad liegt. Außerdem: Lüften nicht vergessen! Am effektivsten und sparsamsten ist Stoßlüften: Dafür am besten mehrmals täglich mindestens fünf Minuten in allen Räumen die Fenster komplett öffnen, damit die feuchte Raumluft wieder nach draußen gelangt. In Küche, Bad oder beim Wäschetrocknen entsteht besonders viel Feuchtigkeit, deshalb ist hier häufigeres Lüften notwendig. Von einem dauerhaften Kippen rät der Gesundheitsexperte allerdings ab. Messen lässt sich die Luftfeuchtigkeit mit einem sogenannten Hygrometer: Um Schimmelbildung zu vermeiden, sollten Bewohner die Fenster ab einer Luftfeuchtigkeit von 60 Prozent öffnen.

(Quelle: IDEAL Lebensversicherung a.G.)