Hagen entführt Punkte aus Konstanz: „Hat viel mit Kopfarbeit zu tun“

Hagen entführt Punkte aus Konstanz: „Hat viel mit Kopfarbeit zu tun“
Joel Mauch HSG Konstanz (Bild: Peter Pisa)
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Redaktion

Völlig von der Rolle zeigte sich die HSG Konstanz in den ersten 16 Minuten gegen den VfL Eintracht Hagen. 11:2 führten die Gäste zu diesem Zeitpunkt – die frühe Vorentscheidung, obwohl sich die Gelb-Blauen in einer von vielen Fehlern auf beiden Seiten geprägten Partie nach der Pause etwas verbessert zeigten und auf fünf Tore herankamen (19:24). Letztlich feierte Hagen mit 30:23 (14:8) seinen ersten Erfolg in dieser Saison.

Nervosität bei beiden Teams

Die Nervosität beider Teams war von der ersten Minute bis hinauf auf die Tribüne förmlich greifbar. Total zerfahren, mit Fehlern auf beiden Seiten, war die schwere Kost, die den Zuschauern geboten wurde. Hagen holte sich etwas Sicherheit durch eine schnelle 7:1-Führung nach zwölf Minuten. Wenig später lagen die Gäste gar mit 11:2 in Front (17.). Während die Nordrhein-Westfalen so wieder etwas Sicherheit schöpften und mit dem beruhigenden Vorsprung vorangingen, kämpften die Konstanzer vor allem mit sich selbst. Hagen störte früh, doch der HSG gelangen an diesem Tag phasenweise selbst die einfachsten Dinge nicht. Auf 17 technische Fehler, davon zwölf vor der Pause, summierte sich die riesengroße Hypothek.

„Mit Anfangsphase der Chance beraubt, Hagen in Schwierigkeiten zu bringen“

„Die Jungs haben sich unglaublich viel für dieses Spiel vorgenommen“, konstatierte später HSG-Trainer Jörg Lützelberger. „Aber wir kommen leider nicht gut rein. Dann gehen die Köpfe zu schnell runter.“ Maurice Paske im Tor der Eintracht trug sein Übriges dazu bei, wobei sich Konstanz mit Leon Grabenstein ebenfalls auf einen starken Rückhalt verlassen konnte, der zwölfmal zur Stelle war. Lützelberger: „Wir müssen da weiter Gas geben, an uns glauben und Selbstvertrauen auf die Platte bringen. Mit dieser Anfangsphase haben wir uns der Chance beraubt, Hagen in Schwierigkeiten zu bringen und Punkte zu holen.“ Das größte Problem war dabei die Offensive, in der Konstanz unglaublich viel arbeiten musste, um in gute Wurfpositionen zu kommen. Viele davon blieben ungenutzt, sodass Hagen durch leichte Gegenstoßtreffer weiter Auftrieb sammeln konnte. Ein Knackpunkt, der über 60 Minuten Bestand hatte.

Frische und Ideen fehlen

Zwar kam Konstanz nach der ersten Viertelstunde etwas besser in das Match und versuchte zurückzukommen, doch mehr als der 8:14-Pausenrückstand war zunächst nicht drin. Nach dem Seitenwechsel brachten Joel Mauch und Samuel Wendel frischen Wind in die Partie und auch wenn die Fehlerquote weiter hoch blieb, kam die HSG durch Wendel noch einmal auf 19:24 heran. Konstanz versuchte viel, deckte in verschiedensten Formationen, konnte dem Spiel mit zunehmendem Druck und verrinnender Zeit jedoch keine Wende mehr geben. „Joel und Sam waren Vorbild in dem, was wir von mehr Spielern brauchen. Auch in schwierigen Phasen und in Rückstand voranzugehen, mutig zu sein und mit Überzeugung in die Aktionen zu gehen“, so der 37-Jährige, der Frische, gute Ideen, gute Aktionen und Torgefahr vermisste.

„Hat viel mit Kopfarbeit zu tun“

Gästetrainer Stefan Neff konnte sich darüber freuen, dass eine Mannschaft mit dem ersten Erfolg in dieser Saison angekommen sei. „Jeder der mit Sport zu tun hat, weiß, dass das viel mit Kopfarbeit zu tun hat. Wenn du mit negativen Erlebnissen in die Saison startest, beschäftigt das einen Sportler und Trainer.“ Zwar war aus seiner Sicht nicht alles perfekt, „aber das war auch nicht zu erwarten nach dem Saisonstart. Der Start ins Spiel hat definitiv geholfen. Uns fällt ein Stein vom Herzen. Wenn ich über die Kopfarbeit spreche, dann helfen vor allem Erfolge.“ Die HSG Konstanz muss weiter darauf warten. Noch mehr investieren, noch härter zu sich selbst im Training sein und dieses Level erreichen ist die Konsequenz für Lützelberger.

Schweres Programm in den nächsten Wochen

Am 3. Oktober geht es für sein Team beim mit drei Siegen aus drei Spielen gestarteten Ex-Erstligisten TV Großwallstadt, aktuell Tabellenzweiter, weiter. Beim auf einer Euphoriewelle schwimmenden Traditionsclub sind die Rollen klar verteilt. „Vielleicht gelingt es uns dann, endlich einmal befreit aufzuspielen und uns nicht so viele Sorgen und Gedanken zu machen“, hofft der HSG-Coach. „Wir müssen das positiv angehen, positiv damit umgehen.“ Am 7. Oktober, 20 Uhr, findet das nächste Heimspiel gegen den HC Elbflorenz Dresden statt.

Tickets sind unter www.hsgkonstanz.de/tickets erhältlich.

(Vereinsmitteilung: HSG Konstanz)