Gute Vorsätze? Test von Sportartikeln zeigt: Jedes vierte untersuchte Produkt enthält gesundheitsschädliche Weichmacher

Gute Vorsätze? Test von Sportartikeln zeigt: Jedes vierte untersuchte Produkt enthält gesundheitsschädliche Weichmacher
Training mit einem Gymnastikball. (Bild: Andrea Piacquadio von Pexels)
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Redaktion

Berlin – Fitness und Workout im eigenen Heim sind häufig ein guter Vorsatz für das neue Jahr und im Covid-bedingten Lockdown momentan ohne Alternative. Doch wie ein aktueller Labortest des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zeigt: Bei der Anschaffung des benötigten Zubehörs ist Vorsicht geboten, will man mit Schadstoffen belasteten Produkten aus dem Wege gehen.

Zusammen mit seinen Partnern im europäischen Projekt „AskREACH“ testete der BUND beliebte Sportartikel für den Heimgebrauch. Dabei wurden 82 Produkte aus 13 europäischen Ländern in einem unabhängigen Labor auf Schadstoffe untersucht, die gemäß der EU-Chemikalienverordnung REACH als „besonders besorgniserregende Substanzen“ eingestuft sind. Dazu gehören Weichmacher, Flammschutzmittel, Schwermetalle und Alkylphenole. Getestet wurden Gymnastikbälle, Yogamatten, Hanteln, Springseile, Trinkflaschen, Sportschuhe und Schwimmutensilien.

„Die Ergebnisse unseres Tests sind beunruhigend“, sagt Manuel Fernandez, BUND-Experte für Chemikalienpolitik. In jedem vierten Produkt wurden besonders besorgniserregende Substanzen nachgewiesen. Sieben Produkte enthielten die Weichmacher DEHP oder DIBP, die in der EU bereits verboten sind und seit Juli 2020 nicht mehr in Verkehr gebracht werden dürfen. So enthielt ein in Deutschland gekaufter Pilates-Airpad 15 Prozent DIBP, ein Overball aus der Tschechischen Republik 35 Prozent und ein Pilates-Ball aus Luxemburg 41 Prozent von dieser gesundheitsschädlichen Chemikalie. Die Ergebnisse der Untersuchung werden nun an die zuständigen Behörden übergeben.

Was können Verbraucher tun?

  • Vermeiden Sie allzu billige Kunststoffartikel, insbesondere aus Weich-PVC oder dunklem Hartplastik. 
  • Achten Sie auf den Geruch des Artikels: Riecht der Gegenstand stark und undefinierbar, quasi „chemisch“, kaufen Sie den Gegenstand nicht.
  • Achten Sie auf Umweltzeichen wie das EU-Ecolabel oder den Blauen Engel.
  • Scannen Sie Produkte, die Sie kaufen möchten, mit der kostenlosen ToxFox-App und senden Sie eine Anfrage an Verkäufer oder Hersteller. Scannen Sie so viele Produkte wie möglich. Zeigen Sie den Unternehmen, dass Verbraucher sichere Produkte wollen!