Grüner Verkehrsminister Winfried Hermann in Vogt

Grüner Verkehrsminister Winfried Hermann in Vogt
Verkehrsminister Winfried Hermann (2.v.l.) mit der Bundestagsabgeordneten Agnieszka Brugger (rechts) und Mitglieder des Kreisvorstands der Grünen (links bis mitte). (Bild: Grüne Kreisverband Ravensburg)
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Redaktion

Vogt (wb/dpi) – Am Donnerstagabend bekam der Bioadler in Vogt hohen Besuch aus Stuttgart, denn Verkehrsminister Winfried Hermann war zu Gast. Um 18:00 Uhr legten die Grünen am Latschariplatz in Vogt los.

Der „Grüne Linienbus“ der Firma Müller Reisen kam, um vom Minister bestaunt zu werden.  „Nicht nur in Stuttgart, sondern sogar in Berlin wird von unserem Bus gesprochen“ , erzählte die Abgeordnete Agnieszka Brugger, die seit 2009 für die Grünen aus den Wahlkreisen Ravensburg und Wangen im Bundestag sitzt.

Beim Gespräch mit Minister Hermann hatte Elke Müller, Inhaberin der Firma „Müller Reisen“ die Gelegenheit ihre Anliegen und die Situation mittelständischer Busunternehmen darzustellen. Verkehrsminister Winfried Hermann hatte ein offenes Ohr. „Wir haben da ein Projekt mit der Agentur für Arbeit für Geflüchtete, um diese zu Lokführern auszubilden, vielleicht könnte ein ähnliches Projekt für Busfahrern aufgelegt werden.“ so Hermann bei dem Termin.

„Wenn wir doppelt so viele Menschen mit dem Bus transportieren wollen, dann brauchen wir mehr Personal“, war Elke Müller überzeugt. Große Dankbarkeit zeigte Müller bei den Soforthilfen während dem Lockdown. Viele Busunternehmen hätten nur deshalb eine weitere Perspektive gehabt.

Unter dem Titel „Klimaschutz. Mobilitätswende. Jetzt handeln!“ hatten die grünen Kreisverbände Wangen und Ravensburg die Bürgerinnen und Bürger eingeladen, um gemeinsam über eine nachhaltige Verkehrspolitik zu sprechen. Um 19:00 Uhr begrüßte Carmen Kremer, Kreisvorsitzende Grüner Kreisverband Ravensburg, die Gäste im Adlersaal.

Rund 50 Interessierte waren zu dem Termin gekommen. Nach der Begrüßung übernahm Winfried Hermann das Mikrofon und redete über die Möglichkeiten der Mobilitätswende. „Baden-Württemberg soll bis 2040 klimaneutral aufgestellt werden, hierfür benötigen wir in viel größerem Umfang erneuerbare Energie, es sind nur knapp 20 Jahre Zeit und wenn ich mich hier umsehe, dann wissen die meisten, dass 20 Jahre ruck zuck vergehen“, so Hermann.

Man brauche neue Rahmenbedingungen, die Autos müssten klimaneutral fahren, die Ladeinfrastruktur müsse schnell aufgebaut werden, damit der Umstieg in die nachhaltigere E-Mobilität gelingen kann. Wichtig sei auch eine sozialverträgliche und bezahlbare Transformation, die nicht nur auf das Auto schaut und dafür sorgt, dass alle Menschen in unserer Gesellschaft mobil sein können. Dafür wollen die Grünen – laut Mitteilung – eine Mobilitätsgarantie auf den Weg bringen.

Im ländlichen Raum bedeutet das eine stündliche Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und halbstündlich in Hauptverkehrszeiten. Beispielsweise in den Abendstunden sollten kleinere Fahrzeuge zum Einsatz kommen, damit der ÖPNV flexibler wird. Das Radfahren und Laufen gehört aber ebenso in den Fokus einer modernen Mobilitätspolitik . „Wir sind Fußgänger, Wesen mit Beinen, Geher und Läufer“, so Hermann. Der Radschnellverkehr wird in ganz Baden-Württemberg ausgebaut, hier in der Region gibt es eine Planung für einen Radschnellweg von Ravensburg Richtung Bodensee. Weiter sei dem Minister wichtig, dass Bahnstrecken reaktiviert werden und mehr Güterverkehr wieder auf die Schienen verlegt werden.

Für Agnieszka Brugger war Winfried Hermann immer ein guter Ratgeber, Freund und Berater, besonders in verkehrspolitischen Fragen, erzählt sie. Im anschließenden Austausch wurde in guter Atmosphäre diskutiert. Vom Tempolimit über das Radwegenetz, bis hin zur Problematik bei den Batterien war alles dabei. Ein Diskutant forderte eine Volksabstimmung zum Tempolimit, er selbst würde dabei für Tempo 180 stimmen. „Bei 130 werden die Straßen sicherer, der Co2-Austoß geringer und der Stress beim Fahren nimmt erheblich ab, ebenfalls können die Fahrzeuge leichter gebaut werden“ waren sich Verkehrsminister Hermann und einige Gäste sicher.

Zum Schluss berichtete Agnieszka Brugger noch aus der Sondersitzung des Bundestages zur instabilen Lage in Afghanistan und dem Versagen der Bundesregierung im Umgang mit den Ortskräften. „Wir geben in den nächsten Wochen alles, für den Klimaschutz, die Mobilitätswende, für ein starkes grünes Ergebnis bei der Bundestagswahl“, so die Schlussworte von Winfried Hermann.

(Quelle: Bündnis 90/Die Grünen)