Große Hitze gegen Nordmeerluft: „Schafskälte light“ nächste Woche – im Anschluss Hitze?

Große Hitze gegen Nordmeerluft: „Schafskälte light“ nächste Woche – im Anschluss Hitze?
Die Aussichten sind eher wechselhaft - es gibt eine „Schafskälte light“. (Bild: Pixabay)

Lindau/Bodensee (nk) – Die durchweg sonnigen und warmen Sommertage gehen vorerst zu Ende. Viele Schauer und Gewitter sind kurz- und mittelfristig zu erwarten. Interessant ist der Blick auf das bevorstehende Wetter in Europa: Nach der „Schafskälte light“ könnte uns die Hitze deutlich näher kommen.

Das Wochenende bringt uns zunächst wechselhafteres Wetter mit Schauern und Gewittern, die allerdings nur sehr lokal niedergehen und unterschiedlich ausfallen. Dabei sinken die Temperaturen im Allgemeinen etwas ab: Mit Höchstwerten von 18 bis 22 Grad am Samstag und Sonntag bleiben die Temperaturen dennoch auf angenehmen Niveau.

Hinweis: Die meisten Schauer und Gewitter wird es am Samstag geben. Besonders zwischen dem Vormittag und Abend regnet es am Bodensee mitunter länger und ergiebiger. Da die Intensität der lokalen Schauer und Gewitter insbesondere am Sonntag kaum absehbar sind, ist eine genaue Wettervorhersage hierbei nicht möglich. Am Sonntag kann sich teilweise die Sonne durchsetzen.

Schauer und Gewitter sind in den nächsten Tagen vermehrt zu erwarten. (Bild: Louis Lamm)

Zu Wochenbeginn ändert sich daran wenig: Wolkenfelder, Schauer und Gewitter bleiben das Thema. Auch bei den Höchstwerten bleibt es von Montag bis Mittwoch mehr oder weniger beim Alten: Die Temperaturspanne liegt zwischen 19 und 23 Grad. Diese Werte entsprechen ungefähr der Jahreszeit. Die Gewittergefahr mit örtlichem Starkregen, Windböen und Hagel bleibt bestehen.

Die richtige Schafskälte (sehr kühl, nass) findet dieses Jahr also nicht in vollem Ausmaß statt. Es ist quasi von der „Schafskälte light“ (Zeitraum: 04. – 20. Juni) die Rede. 

Verantwortlich für die zunehmende Unbeständigkeit mit den Schauern und Gewittern ist die hohe Luftfeuchtigkeit und die sogenannte Konvergenz. Konvergenz entsteht, wenn Winde aus unterschiedlichen Richtungen aufeinanderstoßen und zum Aufsteigen gezwungen werden. Dadurch entstehen örtliche und kräftige Regenschauer und Gewitter, die bei solch einer Wetterlage mitunter auch unwetterartig ausfallen können.

Im Mittelmeerraum herrscht die Hitze, im Nord(-westen) die kühle Nordmeerluft. (Grafik: wxcharts.com)

Interessant ist der aktuelle Blick auf das anstehende Wetter in Europa. Die Unterschiede könnten in den kommenden Tagen im Grunde genommen nicht größer sein. Europa wird wettermäßig zwischen der Hitze im Mittelmeerraum und der Nordmeerluft im Norden (tendenziell Nordwesten) abgetrennt. Deutschland liegt dabei genau dazwischen mit eher unbeständigem, aber typisch mitteleuropäischem Juni-Wetter.

Kommt die Hitze im Verlauf zu uns?

Dazu untersuchen wir die Ensemble-Vorhersage für Friedrichshafen (Bodensee) genauer. Die rote Linie ist das langjährige Klimamittel der Luftmassentemperaturen aus 30 Jahren, die weiße Linie das Mittel aller Modellberechnungen, die wir vielfarbig in der Grafik vorfinden. Je weiter die Einzelläufe auseinandergehen, desto unsicherer ist die weitere Entwicklung.

Grundsätzlich geht es mittelfristig überdurchschnittlich temperiert und wechselhaft weiter. (Grafik: Wetterzentrale.de)

Bis zur Monatsmitte sind die Modellberechnungen relativ gebündelt, ehe die Unsicherheiten danach sichtbar zunehmen. Nach dem „Wärmeberg“, den wir nun verlassen, halten kühlere Temperaturen in der Höhe Einzug. „Hinten raus“, um und nach Monatsmitte tangieren und überschreiten die Werte vermehrt die 15-Grad-Marke. Auf die Luftmassentemperaturen in 1.500m Höhe (850hPa) kann man locker 15 bis fast 20 Grad hinzuaddieren.

Die Chance für ein paar Hitzetage oder gar eine Hitzewelle nimmt also – so wie es für die Jahreszeit nicht unüblich ist – nach Monatsmitte zu.

Ganz unten sehen wir übrigens die sogenannten Niederschlagssignale. Mehrere trockene Tage hintereinander sind nach diesem Trend kaum in Sicht.

Ob sich die Hitze demnächst durchsetzt oder ob die eher unbeständige Witterung weitergeht, betrachten wir am Montag genauer.