Glückbringer oder Mythos: Das Karfreitagsei

Glückbringer oder Mythos: Das Karfreitagsei
(Bild: pixabay)

Den Eiern, die am Karfreitag gelegt werden, spricht man seit langer Zeit positive Fähigkeiten zu. Für die einen ist es nichts als Humbug, andere melden sich schon tagelang beim Eierverkäufer ihres Vertrauens an und bestellen ein Karfreitagsei.

Besonders in Vorarlberg werden diesen magischen Eiern Heilkräfte zugesprochen. Dort werden auf vielen Hühnerhöfen am Gründonnerstag spät in der Nacht nochmals alle Nester geleert, damit am Karfreitagmorgen die ersehnten Eier separat verpackt werden können. Der Zauber tritt aber nur in Kraft, wenn das Ei wirklich vom Karfreitag stammt. In der Landwirtschaft werden die Eier gerne auf die Felder getragen, um eine gute Ernte zu erreichen.

Auch bei uns gibt es in der Nähe von Horgenzell eine Bauersfrau, die regelmäßig in der Karwoche von Kunden Bestellungen erhält. Der Name darf nicht verraten werden, da die Hennen nur begrenzt Eier legen und alles eine Vertrauenssache ist.

Von vielen belächelt, von anderen geliebt

Manch ein Autofahrer fühlt sich nur wohl, wenn im Handschuhfach ein Karfreitagsei liegt. Es soll eine unfallfreie Fahrt bescheren. Andere verstauen es im Schlafzimmerschrank, damit sie über ein Jahr lang gut schlafen können. Es soll sogar Straßenarbeiter geben, die an einsturzgefährdeten Mauern ein Ei einmauern, damit die Mauer hält. In der Schweiz sagt man dem besonderen Ei sogar die Fähigkeit zu, nach dem Verzehr einen Knaben zeugen zu können. In manchen Bergdörfern stehen die Leute dafür heute noch beim Eiermann Schlange.

Haus und Heim schützen

Im Grunde kommt es darauf an, ob man persönlich an die Dinge glaubt und wie viel jedem Einzelnen überlieferte Traditionen bedeuten. Für all diejenigen, die das Ganze aber nur mit einem müden Lächeln abtun sei gesagt: Wenn man ein Karfreitags-Ei aus dem Vorjahr – sei es auch viele Tage im Jahr der Sonne ausgesetzt gewesen – öffnet, stellt man fest, dass diese Eier nicht riechen und höchstens eingetrocknet sind.

Übrigens: Schon die alten Völker der Ägypter, Perser und Chinesen sollen Eier, die zuvor gesegnet wurden, ausgelegt haben, um Haus und Heim zu schützen.