Gemeinsame Werte: Mariaberg im Austausch mit EU-Partnern bei „Digital InVitation“ in Portugal

Gemeinsame Werte: Mariaberg im Austausch mit EU-Partnern bei „Digital InVitation“ in Portugal
Beim EU-Projekt „Digital InVitation“, koordiniert vom Mariaberg e.V., tauschten sich in Lissabon Abgesandte aus 8 Ländern zur Digitalisierung aus. (Bild: Marisa Romao / Alina Veit)
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Redaktion

Gammertingen-Mariaberg/Lissabon (vea) – Das Miteinander der Länder Europas steht durch den Angriff auf die Ukraine wie lange nicht mehr im Fokus der Öffentlichkeit. Demokratie, Austausch, Zusammenhalt und das Lernen voneinander: darum geht es auch bei dem Projekt „Digital InVitation“, das vergangene Woche in Lissabon, Portugal, tagte.

Gefördert durch das Bildungsprogramm Erasmus+ der Europäischen Union nehmen hier insgesamt 10 soziale Einrichtungen aus ganz Europa teil. Koordiniert vom Mariaberg e.V. tauschen sich Fachleute aus Portugal, Österreich, Frankreich, Spanien, Estland, Finnland, Slowenien und Deutschland zur Digitalisierung im sozialen Bereich von Alten-, Jugend- und Behindertenhilfe bis hin zu Bildungsangeboten für jede Altersklasse aus. Von September 2019 bis Juni 2022 finden dazu insgesamt sechs Treffen in sechs Ländern statt, hinzu kommen sechs Online-Konferenzen. Gastgeberin des fünften Präsenztreffens war die Fundacao AFID Diferenca in Lissabon. Schwerpunkt diesmal: Betriebliches Gesundheits- und Generationenmanagement im digitalen Zeitalter.

„Speziell bei der Digitalisierung im Bereich der Beruflichen Aus- und Weiterbildung kann Deutschland noch viel von seinen EU-Partnern lernen“, erklärt Koordinator Michael Backhaus vom diakonischen Träger Mariaberg e.V. Moderiert von Backhaus und seiner portugiesischen Kollegin Edite Sobrinho präsentierten die Teilnehmenden, welche digitalen Tools sie ihren Mitarbeitenden zur Verfügung stellen: einerseits als Video- und Online-Angebote der Betrieblichen Gesundheitsförderung für Beschäftigte, andererseits auch als Hilfsmittel bei der Arbeit und zur Unterstützung der Klienten und Klientinnen.

So erfolgt bei AFID in Lissabon die Aufgabenorganisation etwa vollständig über Apps auf dem Smartphone, welches jedes Teammitglied erhält. Langjährige Mitarbeitende des Aktivierungscenters berichteten, dass dies die Abläufe und Dokumentation ihrer Arbeit verbessert und beschleunigt hätte, sodass ihnen mehr Zeit für die persönliche Betreuung der Klienteninnen und Klienten bliebe. Kolleginnen der Einrichtung URI Soca aus Slowenien wiederum berichteten vom Projekt „Symbiose“, in dem Kinder und Jugendliche als „Digital natives“ Rentnerinnen und Renter im Umgang mit digitalen Medien schulen. Dadurch würden auch ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger befähigt, z.B. Amtsgänge und Bankaufträge online abzuwickeln sowie im Kontakt mit ihrer Umwelt zu bleiben. Im Hinblick auf den Fachkräftemangel und Mitarbeitende, die in Rente gehen, ging es auch um den Wissens-Transfer von langjährigen zu neuen Kollegeninnen und Kollegen und wie es den Unternehmen gelingen kann, den Generationenwechsel ihrer Belegschaft nachhaltig zu begleiten.

Auch das Thema Homeoffice und Regeln für den gesunden Umgang mit der andauernden Erreichbarkeit durch digitale Medien wurden behandelt. Im Mittelpunkt des Projekts „Digital InVitation“ steht der interkulturelle Austausch, der produktive, internationale Vergleich und das Lernen voneinander anhand von Best Practice Modellen. Damit einher geht auch die Diskussion über eine europäische Identität; was trennt die Nationen, was verbindet sie? Einig waren sich die Mitglieder des Workshops darin, dass sich die gemeinsamen Werte ihrer Arbeit auch auf das internationale Miteinander übertragen lassen: die Wahrung von Menschenrechten und Würde und der Schutz von vulnerablen Gruppen.

(Pressemitteilung: Mariaberg e.V)