Akademie für Konstruktivität Gelungene Erstauflage der Konstruktiva

Gelungene Erstauflage der Konstruktiva
Thomas Grenz (links) und Richard David Precht (rechts) im Gespräch am Auftaktabend der Konstruktiva. (Bild: Akademie für Konstruktivität)
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Redaktion

Richard David Precht ermutigt für die Zukunft

Ravensburg – Die Akademie für Konstruktivität veranstaltete von 19. bis 21. Mai 2022 in Ravensburg zum ersten Mal einen hybriden Kongress zur „Zukunft der Zusammenarbeit“. Das dreitägige Programm wurde gut angenommen und hielt für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschiedene interessante Formate des Austauschs, der Inspiration und des Zusammenwirkens bereit. Der Veranstalter zeigt sich glücklich und verkündete die Zweitauflage für das kommende Jahr.

Vor der Corona Pandemie wurde von der Akademie im Wirtschaftsmuseum Ravensburg bereits zweimal der „Tag der Konstruktivität“ durchgeführt. Schon zu dieser Zeit zeigte sich ein deutlich steigendes Interesse und der wachsende Bedarf für die Themen der Akademie. Mit der Konstruktiva wurde die damals noch kleinere, eintägige Veranstaltung nun erwachsen und führte das Konzept schlüssig fort. Auch das weiterentwickelte Format richtete sich an Menschen in der Arbeitswelt, die sich für die Transformation der nächsten Jahre interessieren und an echten Lösungen proaktiv mitarbeiten wollen.

Das Programm des Kongresses verband eine Abendveranstaltung mit Impulsvortrag, Diskurs und Networking am ersten Tag mit einem Forum mit Präsentationen von konstruktiven Projekten sowie Interviews mit inspirierenden Persönlichkeiten aus der Unternehmenswelt an Tag zwei und einem Angebot von Gruppen-Workshops am Abschlusstag. Als Plattform für Konstruktive und Konstruktives in Wirtschaft und Gesellschaft, bot und bietet die Konstruktiva auch künftig den Raum dafür, Kooperationen unter Menschen zu ermöglichen, die über einen realistischen Optimismus verfügen und Konstruktivität als Ressource kultivieren wollen.

„Zu sehen, wie viele Energien in positive Projekte gesteckt werden und dass es so viele Menschen gibt, die bereits an zukunftswürdigen Lösungen arbeiten, das hat mich sehr motiviert“, so Thomas Grenz, Inhaber der Akademie. Grenz fährt fort: „Wenn ich an die vielen positiven Rückmeldungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den drei Tagen denke, so scheint die Idee, ein breites Spektrum an konstruktiven Impulsen, Ansätzen und Projekten in die Breite der Arbeitswelt und Gesellschaft hineinzutragen, die bisher noch wenig bekannt sind, voll aufgegangen zu sein. Das freut mich.“

Spannender und sympathischer Auftakt mit Richard David Precht

Zum Start der Konstruktiva lud die Akademie am Abend des 19. Mai 2022 ab 18 Uhr ins Ravensburger Konzerthaus ein. Thomas Grenz begrüßte den gut besuchten Saal und stimmte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf das Thema des Abends ein. Dabei betonte er die Notwendigkeit einer zukunftsgewandten und lösungsorientierten Haltung und stellte sein Verständnis des „Phänomens Konstruktivität“ anhand des eigens entwickelten Modells vor. Der für 19:00 Uhr geplante Impulsvortrag verzögerte sich wegen der verspäteten Anreise des Redners und um die Wartezeit für das Publikum zu überbrücken, bat Thomas Grenz zuerst Prof. Dr. Rainer Nübel auf die Bühne.

In einem kurzweiligen Interview beantwortete der Professor für Medien- und Kommunikationsmanagement sowie Vizepräsident für Forschung und Transfer an der Hochschule Fresenius Heidelberg die Fragen zur Bestandsaufnahme der aktuellen Medienlandschaft mit seinem geballten Insiderwissen. Nübel verwies darauf, wie die öffentliche Kommunikation durch destruktive Phänomene wie Fake News, Verschwörungserzählungen, Hate Speech oder manipulativ verkürzte Narrative stark belastet ist. Gleichzeitig würden die aktuellen Herausforderungen des großen Wandels jedoch eine adäquate, offene und partizipationsfördernde Kommunikation verlangen.

Um 20:00 Uhr war es dann soweit. Der bekannte Philosoph und Bestseller-Autor Richard David Precht betrat die Bühne und zog das zahlreiche Publikum unterschiedlicher Altersklassen direkt in seinen Bann. In seinem rhetorisch wie inhaltlich brillanten Vortrag, skizzierte er zuerst, wie die Digitalisierung des zweiten Maschinenzeitalters unsere Definition dessen, was „Arbeit“ ist, völlig verändern würde.

Die Verkürzung der Arbeitszeit, die Bedrohung vieler Berufsbilder durch Roboter und Formen der künstlichen Intelligenz sowie die dringenden Anforderungen an die ökologische Überlebensfähigkeit der Menschheit auf diesem Planeten, drängen uns zum endgültigen Hinterfragen eingeübter Verhaltensweisen und eingefahrener Denkmuster. Im Weiteren zeigte er auf, wie sich gleichzeitig die Ansprüche und Bedürfnisse der Arbeitenden ändern und das Verlangen, Zeit für Familie, Freunde und für sich selbst zu haben, noch nie so groß gewesen sei, wie heute.

Gemäß Precht arbeiten wir in den westlichen Industrieländern nicht mehr nur, um unsere Existenz zu sichern. Wir arbeiten, um zur Erwerbsarbeitsgesellschaft dazuzugehören und es kommt immer stärker auf die Qualität und die genauen Umstände des Arbeitens an. Aus der Erwerbsarbeitsgesellschaft, wie wir sie bisher kannten, werde eine Sinngesellschaft. Dass das Rentensystem schon längst dem Untergang geweiht sei, ist für ihn dabei genauso schlüssig, wie seine darauffolgenden Erläuterungen, wie ein „Bedingungsloses Grundeinkommen“ den Sozialstaat zukunftsfähig und menschenwürdig transformiert könne.

Die Einwände derer, die ein solches Modell für nicht finanzierungsfähig hielten, behandelte er analog zu seinem neuen Buch „Freiheit für alle: das Ende der Arbeit, wie wir sie kannten“ durch eine Wertschöpfungsabgabe und Mikrobesteuerung auf die Bewegung von Geld. Precht rundete seinen Vortrag ab, indem er die Zuhörerschaft dazu ermutigt, vom Verhinderungs- in den Ermöglichungsmodus zu wechseln.

Unter der gekonnten Moderation von Thomas Grenz stand Richard David Precht im zweiten Teil den Fragen aus dem Publikum zur Verfügung, verweilte nach seinem Auftritt noch im Konzerthaus für die Signatur von Büchern und den regen und ungezwungenen Austausch mit Gästen.

Konstruktive Leuchttürme beim Forum an Tag zwei

Am 20. Mai 2022 verlegte die Konstruktiva den Ort des Geschehens in das Initiativzentrum kup Ravensburg. Dort wurden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Präsenz und via Livestream von 10:00 bis 17:00 Uhr verschiedenste Projekte, Management-Ansätze, Unternehmen und Organisationen vorgestellt, die Vorbildcharakter für eine erfolgreich gelebte Transformation haben.

Den Startpunkt setzte Thomas Grenz selbst, indem er detailliert aufzeigte, wie Konstruktivität als Denk- und Handlungsweise die Grundlage dafür bildet, eine positive  – nicht schädliche – Transformation zu ermöglichen. Darauf aufbauend erläuterte Prof. Dr. Rainer Nübel in seinem Beitrag wie „Storyporting“ konstruktive Kommunikationsformen für die Transformation liefert.

Kamila Pasko und Robert Böker von WoodenValley präsentierten, wie sie mit ihrem Start-up konsequent kreislaufwirtschaftliche Coworking Quartiere entwickeln, damit Menschen sich als Mehrwert der Natur erleben können. Danach gab Corinna Waffender zusammen mit ihrer Kollegin Sabine Hellwig einen Einblick in ihren Coaching-Ansatz „Führungsrolle vorwärts: Raus aus dem Kopf, rein in den Körper!“, der eine neuartige Verbindung von Virtualität und Embodiment ermöglicht.

Nach der Mittagspause stellte Michael Hetzer von der elobau GmbH eindrücklich den Weg seines Unternehmens in ein Stiftungsmodell vor und wie Unternehmenswerte von allen Mitarbeitenden zusammen generiert werden. Catherine Gouriou, Gründerin der Amelior GmbH und Betreuerin der Special Interest Group Diversity in Tech der bwcon GmbH, zeigte nachfolgend auf, wie wichtig Diversität in Unternehmen ist und wie dadurch Offenheit gefördert, Diskriminierung abgebaut und eine erfolgreichere Zusammenarbeit erst möglich wird.

Im Anschluss präsentierte Verena Evers ihr Beratungsmodell „Levels of Agility®“, ein Framework mit dem sie Organisationen hilft, lebendiger zu werden und Transformation positiv zu begreifen. Darauffolgend sprach Bernd Schmid von der Airbus Defence and Space GmbH von seinem nebenberuflichen Wirken als Consultant und „Working Out Loud“ Coach, und wie er damit Menschen in Unternehmen unterstützt, das eigene Wissen und die eigene Arbeit auf eine Art und Weise sichtbar zu machen, damit alle davon profitieren können. Der letzte Beitrag kam von Elena Drögemüller von der bwcon GmbH.

Sie stellte den durch das BMAS geförderten Weiterbildungsverbund für die Fahrzeugindustrie Bodensee-Oberschwaben vor, der die Beschäftigten und die Unternehmen der Fahrzeugindustrie fit für die digitale Transformation machen und gleichzeitig verschiedene Zukunftsbranchen mit Fachkräftemangel ansprechen soll.

Die von Thomas Grenz in die Agenda des Tages eingewobenen Kurz-Interviews mit den Beitragenden verhalfen den Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Forums zudem zu Einblicken in die persönlichen Motive und Absichten der Macherinnen und Macher hinter den Projekten und rundeten den wertvollen Wissenstransfer mit vielschichtigen Fragen zum jeweiligen Thema ab.

Die inspirierende Atmosphäre in Verbindung mit dem anregenden Austausch und einem wertschätzenden Umgang unter allen Beteiligten, machten das Forum zu einem würdigen Programmteil der Konstruktiva. „In der Tat eine Veranstaltung voller Impulse, die große Freude gemacht hat. Danke für die Initiative und Organisation!“, lässt Bernd Schmid verlauten.

Den Schlussakkord der ersten Konstruktiva bildeten selbst organisierte Workshops und Interaktionsformate am 21. Mai 2022, zu denen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei den Durchführenden direkt anmelden konnten und die sich mit unterschiedlichen Facetten der Zukunft der Zusammenarbeit beschäftigen.

Teil der Lösung sein – im kommenden Jahr geht es weiter

Dem sich selbst gesetzten Anspruch, einen positiven Beitrag zur Ausgestaltung des stattfindenden Transformationsprozesses zu leisten, an diesem musste sich auch schon die erste Konstruktiva messen lassen. Sowohl das innovative Programmkonzept und die Themenauswahl als auch die interessanten Akteurinnen und Akteure konnten diesem Anspruch gerecht werden. Thomas Grenz fasst seine Eindrücke zusammen:

„Es ist einfach schön zu sehen, dass neue Formen der Zusammenarbeit tatsächlich möglich sind. Ich fühle mich darin bestätigt, dass vieles doch geht. In vielen Gesprächen mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern war der Tenor, dass sie durch die Konstruktiva noch mehr Lust bekommen haben, interessante Projekte und Persönlichkeiten kennenzulernen und sich mit diesen zu vernetzten. Ich denke, die Menschen erleben sich dadurch als zugehörig zu einem bestimmten Kreis und vor allem als Teil der Lösung. Und darum geht es“.

Die zweite Konstruktiva wird von 25. – 27. Mai 2023 ihre Türen öffnen. Die Akademie plant auch für die Zukunft, prominente und inspirierende Rednerinnen und Redner einzuladen und an der Etablierung der Konstruktiva als festes Veranstaltungsformat weiterzuarbeiten.

Die Kooperationspartner

Die Akademie für Konstruktivität bedankt sich herzlich bei den Partnern in der Durchführung der Konstruktiva: bwcon GmbH, Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft Landkreis Ravensburg mbH, Wirtschaftsjunioren Bodenseee-Oberschwaben, Wirtschaftsmuseum Kreis Ravensburg, Corporate Gallery und Philipp Uhlenbruch.

Über die Akademie für Konstruktivität 

Die Akademie für Konstruktivität wurde 2018 von Thomas Grenz gegründet. Sie unterstützt einzelne Menschen, Teams, Unternehmen und Organisationen mit Seminaren, Beratungen und Vorträgen dabei, konstruktive Einstellungen und Verhaltensweisen zu etablieren, die zu guten, stimmigen und vor allem andauernden Lösungen führen. Die Akademie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die positive Wirkung von Konstruktivität so sichtbar wie möglich zu machen und sie in Wirtschaft und Gesellschaft zu fördern.

Der eigenständig entwickelte, methodische Ansatz der Akademie basiert im Kern auf dem Phänomen der Konstruktivität. Dieses Phänomen bildet in seiner Erforschung und Anwendung auf das Leben und Wirken des Menschen auch den fachlichen Themenschwerpunkt der Positionierung und Differenzierung der Akademie. Der Ansatz verbindet in der Betrachtung und Bearbeitung von Themen die Sichtweise des Einzelnen mit dem Blick auf Gruppen bis hin zur Perspektive gesamter Unternehmen, Institutionen und Organisationen. Die Vision der Akademie ist es, Konstruktivität zu einem der Leitwerte des 21. Jahrhundert zu machen.

Über Thomas Grenz

Thomas Grenz, geboren 1970, ist Inhaber der Akademie für Konstruktivität. Er ist seit knapp 20 Jahren als selbstständiger Berater, Trainer, Redner, Coach und Autor tätig. Zu seinen Kunden gehören Konzerne, mittelständische Unternehmen und öffentliche Institutionen wie Landratsämter oder auch Regierungspräsidien. Thomas Grenz entwickelte und etablierte die „coach-its®“-Methode, ein Trainings-Konzept, welches die Kommunikation in Unternehmen und Organisationen auf einfache und effektive Art verbessert. Er veröffentlichte zu diesem Thema im Jahr 2012 sein erstes Buch und arbeitet derzeit an seinem Zweitwerk. Thomas Grenz inspiriert Menschen durch seine Leidenschaft für das Menschliche. Sein Anliegen ist dabei immer: „Konstruktivität in einzelnen Menschen, Teams und Organisationen freisetzen und verstärken.“

(Pressemitteilung: Akademie für Konstruktivität)