Geburtenstation Bad Saulgau – SRH muss Wort halten

Geburtenstation Bad Saulgau – SRH muss Wort halten
Dass die SRH-Geschäftsführung sich um eine Lösung für die Geburtenstation Bad Saulgau bemüht, daran muss im Augenblick gezweifelt werden. (Bild: Privat)
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Redaktion

Bad Saulgau – In der Gemeinderatsitzung am 24.Juni hatten die Geschäftsführung der SRH-Kliniken sowie Landrätin Stefanie Bürkle zugesichert, die Geburtenstation am Krankenhaus Bad Saulgau wieder in Betrieb zu nehmen, wenn Hebammen gefunden würden.

„Förderverein und Stadt haben ihre Aufgaben erledigt und dürfen nun erwarten, dass die SRH zu ihrem Wort steht – zumal die Zukunft des Krankenhausstandortes Bad Saulgau nach dem Beschluss des Kreistages für ein zweites Gutachten wieder offen ist“, macht Bürgermeisterin Doris Schröter deutlich.

Dass die SRH-Geschäftsführung sich um eine Lösung für die Geburtenstation Bad Saulgau bemüht, daran muss im Augenblick gezweifelt werden. Denn aus Sicht von Förderverein und Stadtverwaltung wäre eine Wiedereröffnung der Station kurzfristig möglich. Krankenhausförderverein und Stadtverwaltung haben hierfür insgesamt 3,4 Vollzeitkräfte (Hebammen) gefunden. Damit wurde die von SRH genannte Anforderung von 2,0 Vollzeitkräften (VZ) deutlich übertroffen. Entgegen anderslautender Aussagen sind diese Kräfte auch voll qualifiziert und könnten den Dienst in der Geburtenstation unverzüglich antreten.

Zusätzlich zum seitens der Stadt angebotenen Personal (3,4 VZ) haben Stadt und Förderverein außerdem vier examinierte Hebammen, welche aus dem EU-Raum stammen, einen gezielten Sprachkurs zur Erlangung der notwendigen B2-Sprachprüfung gestartet. Diese ist Voraussetzung für die Anerkennung als Hebamme in Deutschland. Für März 2022 ist die Ablegung der Prüfung geplant. „Diese vier Hebammen sind in dem von Förderverein und Stadtverwaltung gemachten Personalangebot aber gar nicht enthalten, sondern könnten dann zusätzlich zur Verfügung stehen“, erklärt Richard Striegel, der sich federführend um die Personalgewinnung bemüht hat.

Nicht nachvollziehen lässt sich auch die Haltung der SRH, wonach ein zwischenzeitlich im Raum stehendes 12-Stunden-Schichtmodell nicht umgesetzt werden könne. Die SRH müsste hierfür lediglich eine weitere Leihebamme beschäftigen. Obwohl mittlerweile mehrere neue Leihhebammen in Sigmaringen den Dienst verrichten, ist es der Klinikleitung in den vergangenen drei Monaten offenkundig nicht gelungen, auch nur eine einzige Leihebamme für Bad Saulgau zu gewinnen.

Und auch die die Zusagen seitens der SRH, sich insbesondere um die erforderlichen Ärzte und Pflegekräfte zu kümmern, ist nach Kenntnisstand der Stadt nicht erfüllt, genauso wenig wie die Ende August vereinbarte Verbesserung bei der räumlichen Situation.  

(Pressemitteilung: Stadt Bad Saulgau)