Gardasee-Prozess: Deutsche laut Zeugen sehr betrunken

Gardasee-Prozess: Deutsche laut Zeugen sehr betrunken
Eine Statue der Justitia hält eine Waagschale. (Bild: Stefan Puchner/dpa/Symbolbild)
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Redaktion

Brescia (dpa) – Im Prozess gegen zwei deutsche Touristen sind weitere Details über den tödlichen Unfall am Gardasee bekannt geworden. Den beiden Münchnern wird vorgeworfen, mit ihrem Motorboot am späten Abend des 19. Juni ein Holzboot überfahren und dabei ein italienisches Paar getötet zu haben.

Ein Sachverständiger der Polizei berichtete in der Verhandlung in Brescia am Donnerstag von diversen Stofffasern, die am Rumpf des Bootes der Deutschen gefunden wurden. Diese stimmten nach Untersuchungen mit dem Stoff der Badehose von Umberto Garzarella als auch der Kleidung von Greta Nedrotti überein.

Das lässt darauf schließen, dass die Italiener bei der Kollision direkt von dem Motorboot der Deutschen getroffen wurden. Den bisherigen Erkenntnissen zufolge war Garzarella auf der Stelle tot; seine Freundin Nedrotti stürzte vom Boot und ertrank.

Dem mutmaßlichen Lenker des Motorbootes, der in Italien unter Hausarrest steht, droht eine Haftstrafe von fünf Jahren. Er war wie am ersten Prozesstag im Gerichtssaal anwesend, gab aber selbst keine Erklärung ab. Sein Freund, dem das Luxusboot gehörte, ließ sich von Anwälten vertreten.

Laut Anklage waren die zwei betrunken und viel zu schnell auf dem See unterwegs. Zeugen sagten aus, dass sie die Deutschen am Nachmittag und Abend vor dem Unfall in Bars und Restaurants gesehen hatten, wie sie große Mengen an Alkohol konsumierten und zunehmend betrunken wirkten.

Ein Polizeibeamter berichtete vom Morgen nach dem Unfall, als er die beiden Männer auf deren Hotelzimmer aufsuchte. Ihm sei dabei der starke Geruch von Alkohol in dem Raum aufgefallen.