Freiwilliges soziales Jahr bei der Stadt Aulendorf

Freiwilliges soziales Jahr bei der Stadt Aulendorf
Stadt Aulendorf beschäftigt seit Oktober 2020 wieder FSJ- Praktikanten. (Bild: Stadt Aulendorf)
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Redaktion

Aulendorf – Deutschland bietet jungen Erwachsenen, die die Vollzeitschulpflicht bereits erfüllt haben, die Möglichkeit zu einem Freiwilligendienst im sozialen Bereich an. Auch die Stadt Aulendorf beschäftigt seit Oktober 2020 wieder FSJ- Praktikanten, die ein freiwilliges soziales Jahr in den verschiedenen sozialen Einrichtungen machen.

Der städtische Kindergarten Villa Wirbelwind freut sich über zwei FSJler, die das Kiga-Team ein Jahr lang unterstützen. Darunter startete Malin Manz, 18 Jahre aus Bad Buchau ihr FSJ direkt nach ihrem Abitur im Kindergarten. „Durch das Internet bin ich auf den Kindergarten in Aulendorf gestoßen“ berichtet die 18-Jährige. Auf die Frage, warum sie sich für ein freiwilliges soziales Jahr entschieden hat, antwortete sie, dass es eine gute Möglichkeit böte, um Berufserfahrungen zu sammeln und sich im sozialen Bereich umzuschauen.

„Die Arbeit mit Kindern macht mir Spaß und ist interessant“ sagt Malin und berichtet darüber, was sie in den ersten Wochen schon erlebt hat. Neben dem Lernen von Spielregeln, die bei den vielen Brettspielen im Kindergarten aufkommen, begleite sie die Kinder vor allem im Freispiel beim Malen, im Rollenspiel oder beim Bauen. Außerdem helfe sie bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten wie dem Vorbereiten vom Frühstück, oder unterstützt beim Mittagessen. So ein Arbeitsalltag sei zwar schon „ganz schön anstrengend“ berichtet die Buchauerin, aber das nehme sie gerne auf sich.

Auch Vanessa Billmann absolviert seit zwei Wochen ihr FSJ im städtischen Kiga Villa Wirbelwind. Vanessa ist 18 Jahre alt und kommt aus Altshausen. Dort hat sie bereits ein Praktikum in einem Kindergarten gemacht, weshalb ihr die Entscheidung, auch ein FSJ in diesem Bereich zu machen, nicht schwerfiel. „Ein Freund von mir hat mir diesen Kindergarten hier empfohlen, weil er selbst schon hier war und begeistert war. Da dachte ich mir, dass ich mein FSJ hier machen will.“ Eigentlich wollte die Altshausenerin nach ihrem Werkrealschulabschluss eine Ausbildung starten. „Aber wegen Corona war das ein bisschen schwer. Deshalb entschied ich mich dafür, zunächst ein FSJ zu machen. Das hilft mir auch bei der Orientierung, was ich beruflich in Zukunft gerne machen möchte.“

Vanessa berichtet freudestrahlend, dass sie Kinder liebt und ihr die Arbeit im Kindergarten große Freude bereitet. Bisher spielt sie viel mit den Kindern. „Ich finde es auch eine wichtige Aufgabe, dass den Kindern nichts passiert“ äußert sich die 18- Jährige über die Arbeit. Auch über das pädagogische Konzept konnte sich Vanessa Billmann bereits einen Überblick verschaffen. „Mir gefällt hier vor allem, dass die Kinder so viel selbst entscheiden dürfen“ betont sie und ergänzt, dass sie sich den Beruf als Erzieherin durchaus auch für ihre Zukunft vorstellen kann.

Doch nicht nur in Kindergärten bietet die Stadt Aulendorf FSJ Praktika an. Auch der „Hofgarten Treff“, ein Familientreffpunkt der Caritas Bodensee mit Integrationsmanagement in Kooperation mit der Stadt Aulendorf, hat seit Oktober Zuwachs durch den FSJler Thomas Kracht bekommen. Nach seinem Abitur hat sich der Memminger auf die Suche nach einer geeigneten FSJ-Stelle gemacht. Wichtig hierbei war ihm das Thema Integration. „Integration hat mich schon immer interessiert. Mein Fußballverein ist international aufgestellt. Dort haben mich die verschiedenen Kulturen immer schon fasziniert.“ Auch bei Aufenthalten im Ausland waren die verschiedenen Kulturen mit internationalen Speisen immer etwas sehr Besonderes für Thomas Kracht.

Da schien ihm ein FSJ im Aulendorfer Hofgarten Treff passend. „Aulendorf hat mir eigentlich gleich zugesagt. Besonders die vielfältigen Aufgabenbereiche im Familientreff finde ich toll.“ so der 18- Jährige. Auf die Frage, welche Erfahrungen er in seinen ersten Wochen bereits sammeln konnte, berichtete Thomas Kracht, dass er vor allem bei Beratungsgesprächen, in denen z.B. Anträge gestellt werden, dabei sein dürfe. Zudem war er schon bei verschiedenen Angeboten des Hofgarten Treffs dabei, wie z.B. beim internationalen Frauenfrühstück. Demnächst findet auch die Vortragsreihe des Sozialraumbündnisses für interessierte Eltern statt, die vom Hofgarten Treff mit den Aulendorfer Kindergärten zu spezifischen Themen angeboten werden. Thomas Kracht freut sich auf seine bevorstehende Zeit und die interessanten Themengebiete, die ihn noch erwarten. Den Plan Mathematik und Informatik zu studieren habe er zwar, aber er könne sich durchaus vorstellen, dass seine berufliche Zukunft auch in die soziale Richtung führen könnte. „Das wird sich im Laufe des Jahres zeigen.“