Energieerlebnisweg Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck startet neues digitales Angebot

Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck startet neues digitales Angebot
Wie wurde früher gekocht und gelagert? Die Küchen im Freilichtmuseum, wie zum Beispiel diese im Haldenhof, verraten es. (Bild: Dennis Ottink)
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Redaktion

Wie können wir die Welt im Jahr 2100 noch retten?


Neuhausen ob Eck – Das im Januar 2021 gestartete innovative Vermittlungsprojekt „Energieerlebnisreise“ zu den Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz befindet sich mit seinem ersten Teil auf der Zielgeraden. Am Donnerstag, dem 2. Juni 2022, ist es soweit und eine eigens entwickelte App wird im Rahmen einer Eröffnungsveranstaltung im Freilichtmuseum präsentiert; anschließend kann sie im Museum genutzt werden.

Neben dem Energieerlebnisweg des Freilichtmuseums werden außerdem die Teilprojekte Energieerlebnisradweg der Donaubergland GmbH sowie der bereits bestehende Kultur- und Freizeitführer des Kreisarchivs und Kulturamtes in die App, die durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt als besonders innovatives Projekt gefördert wird, integriert.

Eine App-Anwendung bietet hier einen spielerischen Einstieg: Wir befinden uns in Deutschland im Jahre 2100, die Welt ist in der Krise, der Klimawandel hat bereits deutliche Spuren hinterlassen. So sind beispielsweise die Meeresspiegel drastisch angestiegen und Küstenregionen stehen unter Wasser. Nutzerinnen und Nutzer können per App Einfluss nehmen, indem sie mit ihren Entscheidungen an bestimmten Stationen die Welt schrittweise besser machen.

„Unsere Besucherinnen und Besucher werden von uns auf eine Energieerlebnisreise durchs Museum geschickt und dabei vermitteln wir ihnen die Energieversorgung der Vergangenheit“, erklärt Museumsleiter Andreas Weiß den konzeptionellen Ansatz.

Die Erkenntnisse sollen schließlich in die Gegenwart transferiert werden, um daraus zu lernen und Veränderungen zu ermöglichen. Durch die interaktive Auseinandersetzung mit entsprechenden Aufgabenstellungen soll das eigene Handeln hinterfragt werden, um so die Handlungskompetenz der Nutzerinnen und Nutzer zu fördern. An sechs Stationen soll dies künftig im Museum möglich sein.

Zwei davon, darunter das Bärbele-Haus und die Köhlerei, werden am 2. Juni eröffnet. „Wir freuen uns, dass wir das Projekt nach rund 1,5 Jahren Arbeit an den Start bringen“, so Weiß.

Das Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck bietet als authentischer Ort der regionalen Alltags-, Kultur- und Technikgeschichte Besucherinnen und Besuchern auf diese Weise die Möglichkeit zu einer inspirierenden Reflexion über Fragen der Energienutzung und ihrer Rückwirkung auf die Umwelt. Über das Verständnis historischer Gegebenheiten und Entwicklungen werden zu den Themen „Energie“ und „Klima“ neue Denkimpulse gesetzt.

Jeder hat die Möglichkeit, das eigene Handeln zu hinterfragen, ohne dass dabei der „moralische Zeigefinger“ erhoben oder eine einfache Kausalität zugrunde gelegt werden muss. Die Spaziergänger auf dem Energieerlebnisweg lernen ein modernes Museum kennen, das neue Perspektiven aufzeigen und weitere Zielgruppen erschließen möchte.

Grundsätzlich ist das Museum bestrebt, künftig seinen aktiven bzw. aktivierenden Part in Bezug auf die Führung gesellschaftlicher Diskurse und Debatten noch auszubauen. Das Projekt wird seitens der Deutschen Bundesstiftung Umwelt mit rund 35.000 EUR gefördert.

Neben dem Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck sind außerdem folgende Projektpartner beteiligt:

Deutsche Bundesstiftung Umwelt als Förderinstitution, imsimity GmbH – immersive simulation & mixed reality, St. Georgen im Schwarzwald, Siegmund Space & Education gGmbH Heidelberg, Energieagentur Schwarzwald – Baar – Heuberg, Schülerforschungszentrum Tuttlingen, Donaubergland Marketing und Tourismus GmbH sowie das Kreisarchiv und Kulturamt des Landkreises Tuttlingen.

Ein Herz für Holz – Holzschnitzen wie Michel aus Lönneberga

Nein, hier werden keine Männchen zur Strafe geschnitzt, dafür können Jugendliche ab 9 Jahre am Samstag, dem 4. Juni 2022 zwischen 13.00 und 17.00 Uhr viel über Holz und das entsprechende Werkzeug lernen. Und dann wir das gelernte direkt mit Schreiner- und Wagnermeister Adolf Riester umgesetzt: man schnitzt gemeinsam beispielsweise eine Schale in Blattform. Wer eigenes Werkzeug hat, kann dies mitbringen, für alle anderen hat Adolf Riester das Passende dabei.

Die Kursgebühren liegen, inklusive Material und Eintritt, bei 30,00 Euro pro Team. Aus Sicherheitsgründen dürfen Kinder nur in Begleitung eines Erwachsenen teilnehmen. Eine Anmeldung unter www.shop.freilichtmuseum-neuhausen.de ist erforderlich.

Hopfen und Schmalz – Ernährung früher

Wie haben die Menschen früher ihr Essen zubereitet? Und wie sah es eigentlich mit der Hygiene aus? Gemeinsam mit der Führerin Ingrid Veit gehen die Besucherinnen und Besucher Fragen zur Lagerhaltung, Essenszubereitung, Ernährung und Hygiene nach. Die Führung am Sonntag, dem 5. Juni 2022 ist für alle Individualbesucher offen und startet um 10.30 Uhr.

Eine große Bedeutung in der Ernährung der Landbevölkerung hatten früher zum Beispiel die Bauerngärten. So spiegeln die jeweiligen Gärten die wirtschaftliche Situation der Bewohner wider.  Während es sich bei dem Ochsengarten um einen gepflegten Ziergarten handelt, waren die Bewohner des Tagelöhnerhauses auf die Nahrungsmittel angewiesen und verwendeten daher jeden Meter Platz für Nutzpflanzen. Auch der Streuobstwiese kam bis Mitte des 20. Jahrhunderts noch eine andere Aufgabe zu als heute: So wird der Most heute eher als Genuss- als Nahrungsmittel gesehen. Im 19. Jahrhundert bot das alkoholische Getränk eine gute Alternative zum verunreinigten Wasser.

Die Führung ist offen für alle, zu zahlen ist lediglich der Museumseintritt. Aufgrund begrenzter Kapazitäten ist eine Anmeldung unter https://shop.freilichtmuseum-neuhausen.de erforderlich.

(Pressemitteilung: Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck)