Frauenhäuser bieten Schutz – Erste Hilfe bei häuslicher Gewalt

Frauenhäuser bieten Schutz – Erste Hilfe bei häuslicher Gewalt
Frauenhäuser bieten Schutz (Bild: Canva)
WOCHENBLATT
Redaktion

Oft sind es Frauen und Kinder in Partnerschaften und Familien, die häuslicher Gewalt ausgesetzt sind. Rund ein Drittel aller Frauen wurden schon einmal Opfer von Beziehungsgewalt. Der erste Schritt, Hilfsangebote wahrzunehmen, ist auch der schwerste und eine große Kraftanstrengung für die Betroffenen. Die Polizei gibt Tipps, wo Sie Hilfe erhalten.

Nummer gegen Kummer

Häusliche Gewalt kommt in allen Einkommens-, Bildungs- und Altersschichten vor. Viele Betroffene suchen die Schuld bei sich selbst oder sehen keine Möglichkeit, die Beziehung zu beenden. Mitunter sind auch Kinder von der Gewalt zwischen den Eltern betroffen. Häusliche Gewalt und Straftaten im sozialen Nahbereich bleiben häufig unerkannt. Opfer schweigen aus Scham, Hilflosigkeit, Schuldgefühlen. Oft werden Übergriffe vom Opfer heruntergespielt oder verschwiegen, aus Angst vor weiteren Gewalttaten.

 Corona hat die Situation weiter erschwert

Im Vergleich zum Vorjahr haben 2020 deutlich mehr Frauen Schutz bei Frauenhäusern gesucht. Einer Studie der TU München zufolge wurden drei Prozent aller Frauen in Deutschland während des Lockdowns Opfer von häuslicher Gewalt. Mehr als doppelt so hoch war die Zahl, wenn sich die Frauen in Quarantäne befanden oder die Familien finanzielle Sorgen hatten.

In 6,5 % aller Haushalte wurden Kinder während der strengen Kontaktbeschränkungen in der Corona-Pandemie zu Hause gewalttätig bestraft. Quelle: Umfrage zu häuslicher Gewalt während der Corona-Pandemie in Deutschland, TU München

Durch die Einschränkungen in der Corona-Pandemie wurden Hausbesuche von Jugendämtern und Familienhelferinnen und Helfern reduziert. Allgemein waren soziale Dienste häufig schwerer zu erreichen als vor der Pandemie. Außerdem fiel durch Homeschooling die Möglichkeit weg, dass sich Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrpersonal einen persönlichen Eindruck von den Kindern machen können.

Wenn Sie Zeuge von häuslicher Gewalt werden

  • Schauen Sie nicht weg. Machen Sie in einer akuten Situation auch andere (Nachbarschaft, Bekannte, Freundeskreis) auf die Gewalt aufmerksam.
  • Bieten Sie Opfern Ihre Unterstützung an.
  • Als Angehörige, Freunde oder Nachbarn können Sie sich anonym und kostenfrei unter der Nummer 08000 116 016 des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“ beraten lassen.
  • Wenden Sie sich in akuten Bedrohungssituationen an die Polizei unter 110. Stellen Sie sich, wenn nötig, auch als Zeugin oder Zeuge zur Verfügung.

Rufen Sie auch unter Quarantänebedingungen die Polizei unter 110.

Hier finden Sie Hilfe

Rufen Sie, wann immer es nötig ist, die Polizei unter 110. Zögern Sie nicht!

Nehmen Sie mit dem Verein Frauenhauskoordinierung Kontakt auf und versuchen Sie aus ihrem gewalttätigen Umfeld raus zu kommen. Nehmen Sie Hilfsangebote von Freundinnen, Nachbarinnen oder Arbeitskolleginnen an.

Nummer gegen Kummer“ bietet ein Elterntelefon unter 0800 111 0 550 und ein Kinder und- Jugendtelefon unter der Kurzwahl 116 111.

(Quelle: polizeiliche Kriminalprävention)