Frankfurt sichert sich mit spätem Treffer den Titel

Frankfurt sichert sich mit spätem Treffer den Titel
Stürmer Fabian Dietz vor dem Frankfurter Tor. (Bild: Kim Enderle)
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Redaktion

Die Ravensburg Towerstars haben sich noch einmal aufopferungsvoll gegen den ersten gegnerischen Matchpuck gewehrt, doch es hat am Ende nicht gereicht. Die Löwen Frankfurt sicherten sich mit einem 2:1 Sieg den DEL2 Titel und stehen damit als sportlicher Aufsteiger in die PENNY DEL fest.

Die Towerstars machten unmissverständlich klar, dass sie die Sommerpause noch um eine Woche verschieben wollten. Ihnen gehörte in den ersten fünf Minuten das Spiel, mit hohem Tempo rollten die Angriffe auf das gegnerische Tor. Dort angekommen, war es für die Towerstars allerdings schwer, aus aussichtsreicher Position zum Abschluss zu kommen. Nach vier Minuten allerdings winkte den Towerstars die Führung. Robbie Czarnik wurde vor dem Torraum schön freigespielt, Löwen Torhüter Jake Hildebrand blieb allerdings Sieger dieses 1 gegen 1 Duells.

Kurz danach kamen auch die Gäste besser in Schwung und Jonas Langmann bekam mehr Arbeit auf sein Tor. Insgesamt hatten die Oberschwaben aber die klareren Möglichkeiten. Die 3418 Zuschauer in der ausverkauften CHG Arena wurden definitiv gut unterhalten, die Stimmung in beiden Fan-Lagern war prächtig.

Im Ravensburger Team trübte sich die Stimmung im weiteren Verlauf des Startabschnitts aber aus personellen Gründen ein. Zunächst erlitt Vincenz Mayer nach einem Zweikampf in der linkten Rundung des Angriffsdrittels eine schwere Sprunggelenkverletzung und wurde ins Krankenhaus gefahren, in der 17. Minute verloren die Oberschwaben dann auch noch ihren Topscorer Sam Herr durch eine Matchstrafe (Schlittschuh-Tritt). Da es zeitgleich aber weitere Strafzeiten gab, reduzierte sich die numerische Unterzahl allerdings auf knapp zwei Minuten.

Im zweiten Spielabschnitt hatte die vierte Final-Partie deutlich weniger Tempo und war vor allem durch verbissene Zweikämpfe geprägt. Hochkarätige Möglichkeiten gab es dennoch auf beide Seiten gerecht verteilt. Zur Mitte des zweiten Spielabschnitts übernahmen die Towerstars wieder die Kontrolle und wurden dafür auch prompt belohnt. Nach einem Foul an David Zucker setzte es zwei Minuten für die Löwen Frankfurt und die Ravensburger Cracks ließen ein starkes Powerplay laufen. Exakt im Moment als sich die Strafbanktür der Gäste wieder öffnete, ließ David Zucker die CHG Arena jubeln. Er hielt frei am Torraum postiert die Kelle in einen scharfen Pass von Robbie Czarnik.

Den Rückschlag hatten die Löwen Frankfurt allerdings schnell verdaut. Sie erhöhten danach das Tempo und setzten die Towerstars enorm unter Druck. Die zeigten sich in der eigenen Zone allerdings gut abgestimmt. Einen Rückschlag gab es dann aber dennoch. Frankfurts Goldhelm Dylan Wruck wurde unglücklich vom hohen Stock von James Bettauer im Gesicht getroffen, die zweite der beiden ausgesprochenen Strafen nutzte Frankfurt dann zum 1:1 Ausgleich. Maximilian Faber schlenzte aus der Halbdistanz aufs Tor und der Puck senkte sich hinter Jonas Langmann zum 1:1 ins Tor. Besonders bitter aus Ravensburger Sicht: Nur noch 10 Sekunden standen im Mittelabschnitt auf der Uhr.

Damit war Hochspannung für den Schlussabschnitt garantiert. Beide Teams wussten, dass der nächste Fehler die Entscheidung bedeuten könnte. Dass die jeweils gegnerischen Angriffe schon in der neutralen Zone unterbunden wurden, überraschte da freilich nicht, hochkarätige Chancen gab es auf beiden Seiten nur ganz wenige. Doch dann kam es fünfeinhalb Minuten vor Ende der regulären Spielzeit zur alles entscheidenden Szene. Die Löwen Frankfurt nutzten mit zwei schnellen Pässen den Raum im Ravensburger Drittel, der Puck kam zu Reid McNeill und dessen knallharter Schlagschuss schlug platziert rechts oben zum 1:2 ein.

Die Towerstars rackerten und kämpften hart um jede Möglichkeit auf den Ausgleich, doch mit dem Sieg vor Augen war Frankfurt äußerst souverän in der Defensive. Erst in der Schlussminute bekam Towerstars Coach Peter Russell die Möglichkeit einer Auszeit, Torhüter Jonas Langmann konnte erst 39 Sekunden vor Ende für einen sechsten Feldspieler gezogen werden. Es sollte nicht mehr reichen. Frankfurt brachte den vierten Sieg über die Zeit und bejubelte Sekunden später den Meistertitel samt sportlichen Aufstieg. Dass sich die Cracks aus der hessischen Mainmetropole ohne jegliche Niederlage durch die Playoffs „gesweept“ hatten, ließ letztlich keine Zweifel daran, dass sich die Löwen diesen Titel verdient hatten.

Die Enttäuschung war den Ravensburger Cracks bei der Siegerehrung ins Gesicht geschrieben. Dennoch können die Towerstars stolz auf den Vizemeister-Titel sein. Auch die Silbermedaille ist der Lohn für harte Arbeit einer langen Saison, die erneut von vielen Unwägbarkeiten durch die Pandemie geprägt war. Ein großer Dank geht nochmals an alle Ravensburger Fans, die auch im vierten Spiel fest an die Oberschwaben geglaubt und die letzten acht Monate aufopferungsvoll unterstützt haben. Nicht zuletzt danken die Towerstars allen Sponsoren und Partnern, die mit ihrem Engagement die Basis für attraktiven Eishockeysport in Oberschwaben gesichert haben.

Gemeinsamer Saisonabschluss am Sonntag, 24. April

Um die Saison würdig zu beenden, laden die Towerstars alle Eishockeyfreunde am Sonntag (voraussichtlich ab 11 Uhr) zu einem gemeinsamen Abschluss vor die CHG Arena ein. Neben der Versteigerung der “Game-worn” Trikots gibt es beim Auftritt des Teams die eine oder andere personelle Neuigkeit zur nächsten Saison, Verabschiedungen und natürlich jede Menge Gelegenheit für lockere Gespräche mit den Spielern. Bei schlechter Witterung wird der Saisonabschluss in den Eingangsbereich der CHG Arena verlegt.

(Vereinsmitteilung: Ravensburg Towerstars)