Forstleute und Mountainbiker im Dialog

Forstleute und Mountainbiker im Dialog
Stadtförster Martin Nuber (2. v. re.) und Kreis-Forstamtsleiter Marian Gogic im Gespräch mit Vertretern der Mountainbiker. Das andere Bild zeigt die Spuren eines wilden Trails. (Bild: Brigitte Göppel)
WOCHENBLATT
Redaktion

Bad Waldsee – Miteinander reden und nicht übereinander schimpfen“ – nach diesem Motto trafen sich neulich Vertreter des Vereins „Deutsche Initiative Mountainbike“ (DIMB) mit Stadtförster Martin Nuber und Kreis-Forstamtsleiter Marian Gogic im Bad Waldseer Naherholungsgebiet Tannenbühl zu einer Informations-Exkursion.

Die Vertreter der Mountainbiker hatten um ein Treffen gebeten, um in Dialog zu treten und um vor Ort zu erfahren, warum das Biken abseits der offiziellen Wege so negativ gesehen wird.

Im Gegensatz zu anderen Kommunen habe Bad Waldsee mit dem Saubad-Trail einen legalen Trail und damit auch tatsächlich wenig Probleme, aber dennoch werde auch hier verbotenerweise querfeldein durch den Wald gefahren. Gemeinsam ging es im wahrsten Sinne des Wortes auf Spurensuche, mitten in den Tannenbühl. Dort zeigte der Stadtförster die Reifenspuren beziehungsweise Schäden, die zwei wilde Trails am Waldboden hinterlassen haben.

Weiter machte er darauf aufmerksam, dass die Biker nicht gerade langsam den Berg runterfahren, dabei offizielle Wege kreuzen und damit auch Waldspaziergänger gefährden können. Hier sei es schon öfters zu brenzligen Situationen gekommen und Beschwerden bei der Verwaltung eingegangen. Außerdem würden die Waldtiere erschreckt. Sie benötigen ihre Rückzugszonen sowie Ruhezeiten. Werden sie aufgeschreckt, sind sie nervös und reagieren mit vermehrtem Wildverbiss an Bäumen, konzentriert dort, wo es ruhiger ist. Auch dafür hatte Martin Nuber ein Beispiel parat; der Förster führte die Gruppe zu einer Stelle, an der von etwa 200 jung gesetzte Tannen gerademal 20 Stück die magische Verbisshöhe von über 1.20 Meter erreichen konnten.

Die DIMB-Vertreter aus dem Raum Bodensee und dem Schwarzwald hatten größtes Verständnis für die Probleme, die querfeldeinfahrende Mountainbiker für die Pflanzen- und Tierwelt sowie Wanderern verursachen und wiesen darauf hin, dass sie dieses Verhalten einiger weniger ebenfalls für nicht gut empfinden und bei ihren Mitglieder stets an die Einhaltung der Regeln appellieren. Denn die Beachtung der Trail-Rules führe nicht nur zu umwelt- und sozialverträglichem Mountainbiking, es helfe auch, weitere pauschale Einschränkungen dieser Sportart zu vermeiden. Was für die Biker aber schade sei, sei die Tatsache, dass es sehr wenige legale Mountainbike-Trails in Wäldern geben würde.

Lob für den Saubad-Trail

Bad Waldsee sei ein positives Beispiel mit dem Saubad-Trail. Leider hätten die meisten anderen Städte in den Landkreisen Ravensburg und Bodensee keine. Mehr legale Trails würden sicherlich mehr Biker dazu bringen, nicht mehr querfeldein zu fahren, so Stephan Vogelsang, Sprecher von DIMB. Martin Nuber wie auch Marian Gogic können sich vorstellen, dass im Altdorfer Wald schon vorhandene Wege zu einem Radwegenetz für Mountainbiker verknüpft würden. Hier gebe es breite Wege und schmale Trails; vorhandene Parcours könnten integriert werden. Dazu müssten Wege auch vom 2-m-Verbot ausgenommen und die gemeinsame Nutzung für Biker und Wanderer erlaubt werden.

(Pressemitteilung: Brigitte Göppel/Stadt Bad Waldsee)