Fleißig punkten für die Rente

Fleißig punkten für die Rente
Wer im Alter gut versorgt sein will, braucht Rentenpunkte. Rentenpunkte sind eine Art künstliche Währung, die direkten Einfluss auf die Höhe der monatlichen Rentenauszahlungen hat. (Bild: Lars Peter Ehrich)
WOCHENBLATT
Redaktion

Finanzielle Sicherheit im Ruhestand – wer will das nicht? Nach einem langen Arbeitsleben zu wissen, dass der Lebensstandard nicht in Gefahr ist, ist ein großer Gewinn. Auch wer sich erst spät mit dieser Frage befasst, kann noch einiges tun für ein beruhigtes Rentnerdasein.

Die monatlichen Auszahlungen der Deutschen Rentenversicherung werden finanziert durch die Beiträge der fast 38 Millionen Einzahler in Deutschland.

Eine interessante Frage für jeden:
Wie viel werde ich später als Rente bekommen? Deren Höhe lässt sich mit den Daten aus der jährlichen Renteninformation online berechnen.

Eines ist dabei klar: Je länger ein Arbeitnehmer einzahlt, desto höher wird im Ruhestand die Rente sein. Da gibt es keinen Unterschied zur privaten Vorsorge: Wer früh anfängt, für die Zukunft vorzusorgen, wird sich später über eine sehr gesunde finanzielle Basis freuen können – dafür reichen schon kleine Summen pro Monat.

Probleme der gesetzlichen Rente

Wichtig zu wissen:
Zu dieser privaten Vorsorge mithilfe von Finanzberatungsunternehmen wie tecis raten mittlerweile auch die Politik und die Deutsche Rentenversicherung selbst. Denn dass die gesetzliche Rente in der bisherigen Form für alle Zeiten sicher ist, wie einst von der Politik verkündet, glaubt inzwischen niemand mehr. Die Alterspyramide kippt, auf immer mehr Rentner kommen künftig immer weniger Beitragszahler.

Der Vorsorgeatlas 2021 hat es wieder deutlich vor Augen geführt: Allein mit der gesetzlichen Rente wird nicht einmal die Hälfte der deutschen Ruheständler den gewohnten Lebensstandard halten können.

So wird die Rente berechnet

Zum Glück können auch diejenigen, deren Abschied aus dem Beruf nicht mehr allzu weit entfernt ist, noch etwas für eine höhere Rente tun: mit dem Kauf von Rentenpunkten. Diese werden das gesamte Arbeitsleben hindurch gesammelt und entscheiden darüber, wie hoch im Ruhestand die gesetzliche Rente ausfällt. Außerdem spielen weitere Aspekte in der Berechnungsformel eine Rolle:

  • Der Zugangsfaktor: Es gibt Abzüge bei der Rente, wenn ein Arbeitnehmer diese vorzeitig antritt. Einen Zuschlag gibt es, wenn jemand das Rentenalter erreicht, aber zunächst die Zahlung nicht in Anspruch nimmt. Geht man regulär in den Ruhestand, ist der Wert 1.

  • Der aktuelle Rentenwert: Er richtet sich nach der wirtschaftlichen Situation und wird für die Ermittlung der Rente mit den Rentenpunkten multipliziert. Aktuell liegt der Wert bei 34,19 Euro, in Ostdeutschland bei 33,47 Euro.

  • Der Rentenartfaktor: Hier werden unterschiedliche Werte von 1,0 bis 0,1 angesetzt, je nachdem, ob es sich um eine Alters-, Erwerbsminderungs-, Waisen- oder Witwenrente handelt.

Durchschnittseinkommen ist der Maßstab

Der wichtigste Aspekt sind aber die Rentenpunkte, auch Entgeltpunkte genannt. Wie viele ein Arbeitnehmer bekommt, kann er selbst errechnen: Sein jährliches Bruttoeinkommen teilt er dafür durch das durchschnittliche Bruttoeinkommen in Deutschland, das von der Bundesregierung mit Zustimmung des Bundesrates festgelegt wird, zuletzt auf rund 40.500 Euro. Sind beide Summen gleich, gibt es 1,0 Rentenpunkte.

In den ostdeutschen Bundesländern wird noch ein geringeres Durchschnittseinkommen angesetzt, weil nach der Wiedervereinigung die Löhne niedriger waren als im Westen. Diese Regelung läuft Ende 2024 aus.

Rentenpunkte erwerben – ab 50 ist es möglich

Wer also im Alter gut versorgt sein will, braucht Rentenpunkte. Dasselbe gilt, wenn ein Arbeitnehmer sich früher in den Ruhestand verabschieden will: Die dann fälligen Abschläge bei der Rente kann er mit weiteren Rentenpunkten ausgleichen, die gekauft werden können – das Mindestalter dafür beträgt 50 Jahre. Diese freiwillige Zahlung muss bei der Deutschen Rentenversicherung beantragt werden.

Allerdings ist es empfehlenswert, vorher das Rentenkonto und damit die bereits bestehenden Ansprüche zu klären. Wie viel ein Rentenpunkt dann kostet, richtet sich ebenfalls wieder nach dem Durchschnittseinkommen in Deutschland, eine weitere Berechnungsgröße ist der aktuelle Beitragssatz für die Rentenversicherung. So ändert sich der Preis Jahr für Jahr, zuletzt lag er jenseits von 7000 Euro für einen Rentenpunkt.