FCB-Basketballer stehen mit dem Rücken zur Wand

FCB-Basketballer stehen mit dem Rücken zur Wand
James Gist (l) von Bayern München und Luke Sikma von Berlin kämpfen um den Ball. (BildL picture alliance/dpa | Tobias Hase)
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Redaktion

München – Trotz der langersehnten Rückkehr ihrer Fans in den Audi-Dome, haben die Basketballer des FC Bayern München das dritte Spiel des Playoff-Finals vor 1300 Zuschauern gegen Alba Berlin mit 69:81 (37:37) verloren und müssen die vierte Partie am Sonntag, 13. Juni, ab 15 Uhr, unbedingt gewinnen, da sonst die Meisterschaftsentscheidung in der easyCredit-BBL zugunsten der „Albatrosse“ aus der Bundeshauptstadt gefallen ist.

Wade Baldwin, Robin Amaize, Nihad Djedovic, Vladimir Lucic und Jalen Reynolds durften – laut FCBB-Vereinsmitteilung – nach einer quälend langen Zeit endlich wieder vor Fans im eigenen Wohnzimmer als Starter aufs Parkett. Berlins 2,21-m-Riese Christ Koumadje veränderte die Situation für die Münchner, sie sahen sich nach zwei Minuten mit einem 9:0-Lauf der Gäste konfrontiert.

Aber: Zur Begeisterung der Fans kam – so der FCBB weiter – der in Spiel eins heftig umgeknickte Leon Radosevic auf das Parkett zurück und Bayern wieder heran (8:14, 5.). Doch wenig später ereilte Lucic das gleiche Schicksal – er humpelte in die Kabine. Beim Stand von 10:14 fiel auf beiden Seiten minutenlang kein Korb, Baldwin zog mit Dampf in die Zone und schloss elegant ab (12:14, 8.).

Lucic kam zurück in die Halle und wurde sofort eingewechselt, die Bayern-Fans tobten. Das Toben hielt an, denn Seeley erzielte die erste Führung der Bayern (18:16, 10.). Am Ende des packenden Auftaktviertels lagen die Münchner 18:19 zurück.

Seeley eröffnete Viertel zwei zwar mit der 20:19-Führung, doch dann waren wieder die Hauptstädter am Drücker. Doch die Bayern fanden gegen die Zone des Gegners ein probates Mittel: schnelle und clevere Pässe (24:24, 13.). Die Führung wechselte mehrfach, die Fans kamen in den Genuss von packendem Playoff-Basketball.

Kapitän Djedovic setzte vorne und hinten Akzente – sein starkes Drei-Punkt-Spiel brachte die erneute Führung (30:29, 15.) und läutete einen berauschenden 10:0-Lauf der Münchner ein: Radosevic, Gist, und Reynolds – alle spielten konzentriert und treffsicher (37:29, 17.). Alba fing sich und reagierte seinerseits mit einem 8:0-Run, denn der FCBB agierte plötzlich ohne Fortune und blieb drei Minuten ohne Korberfolg – 37:37 zur Halbzeit.

Das dritte Viertel: Sisko brachte Kontrolle und Struktur ins Spiel der Bayern – seine neun Assists zu diesem Zeitpunkt sprachen Bände. In Kombination mit einer giftigen Defensive sprang der nächste Lauf für die Münchner heraus – 11:0 zum 50:41 (24.). Aber im Drehbuch für den Klassiker schlechthin, kam Alba an dieser Stelle zurück.

Djedovics Dreier stoppte den 6:0-Lauf (53:47, 26.). Das Trinchieri-Team bekam den Defensivrebound nicht so recht in den Griff, dadurch erhielten die Berliner immer wieder zweite Chancen. Lucic wurde beim Dreier gefoult, die drei fälligen Freiwurfe kann man getrost vorher schon einloggen (56:49, 28.). Albatros Eriksson mischte sich ein und brachte den Titelverteidiger heran – Tim Schneider vervollständigte den 10:0-Run zum 59:56 (30.).

Das Schlussviertel: Auf Seeley war Verlass, denn sein schwieriger Sprungwurf gegen den Mann saß, was auch auf den folgenden Dreier zum 61:63 zutraf (33.). Nach einem Lo-Dreier nahm FCB-Coach Andrea Trinchieri eine Auszeit (61:66, 33.). Zwei katastrophale Ballverluste führten zu einfachen Korberfolgen der Berliner, begleitet von einer weiteren Schrecksekunde für die Fans: Seeley verletzte sich (64:70, 35.). Das Momentum war auf Seiten der Gäste, die Bayern bekamen Alba nicht gestoppt.

Mit einem 9:0-Lauf lagen die Berliner zweistellig in Führung – Auszeit FCBB (64:75, 37.). Seeley versuchte es kurz, da war aber nichts zu machen, er humpelte wieder in die Kabine. Berlin war im Flow und verteidigte gut. Lucic verwandelte zwei Freiwürfe zum 67:77, allerdings waren da nur noch 156 Sekunden auf der Uhr. Die Müdigkeit der Münchner habe sich dann auch bei den Freiwürfen gezeigt – die Luft war raus und das Spiel verloren (69:81).

„Das ist eine harte Niederlage nach einem harten Spiel. Wir haben 25 Minuten gut gespielt, danach ist die Geschichte des Spiels einfach erzählt: Sie hatten 14 Wurfversuche mehr als wir und haben 15 Rebounds mehr geholt“, kommentierte Trinchieri. „Nun müssen wir uns Gedanken machen und am Sonntag ein anderes Gesicht zeigen.“

Die Playoff-Finals 2021 (best-of-five):

  • Sonntag, 13. Juni, 15 Uhr: Spiel 4
  • Dienstag, 15. Juni, 19 Uhr: Spiel 5*

*= falls nötig