Fahrradstraße bringt Vorteile für Anwohner

Fahrradstraße bringt Vorteile für Anwohner
Gekennzeichneter Fahrradweg / Symbolbild (Bild: pixabay)
WOCHENBLATT
Redaktion

Lindau (B) – Die Schachener Straße soll zwischen Alwind und Badstraße zur Fahrradstraße werden. Dies geht aus dem Haushaltsentwurf der Stadt Lindau für das Jahr 2021 hervor. Allerdings bedeutet die Zustimmung zum Haushaltsentwurf noch keinen Baubeschluss, wie die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung klarstellt. Zudem geht Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons auf die Auswirkungen der Umwidmung für die Anwohner ein. 

Die Straße ist in einem sehr schlechten Zustand. Die Erneuerung könnte durchaus teuer werden. Doch sollte die Stadt sich entscheiden, den Abschnitt zwischen Badstraße und Alwind in eine Fahrradstraße umzuwidmen, könnte sie auf satte Fördergelder des Bundes setzen.

Der Grundsatzbeschluss zur Aufwertung des Bodenseeradwegs umfasst Abschnitte in der Schachener Straße, der Bregenzer Straße, der Eichwaldstraße und der Felix-Wankel-Straße/Fraunhoferstraße. Dies würde insgesamt 4,65 Millionen kosten. Die förderfähigen Kosten werden mit 80 Prozent bezuschusst. Je nach Höhe dieser Kosten liegt der städtische Eigenanteil nach aktuellem Stand zwischen 1,3 und 1,6 Millionen Euro Millionen Euro für knapp drei Kilometer Straße.

Alleine die Schachener Straße zwischen Alwind und Badstraße verursacht mehr als die Hälfte der Kosten. Müsste die Stadt die Straße ohne Fördermittel erneuern, wäre wohl dieser Betrag schon deutlich höher als der oben stehende Eigenanteil von 1,33 Millionen Euro. Dieser Anteil muss laut Felix Eisenbach auch dann als Eigenanteil aufgebracht werden, wenn auf den Ausbau der Schachener Straße verzichtet wird. „Der Fördergeber besteht auf einem Eigenanteil in dieser Höhe“, so Kämmerer Felix Eisenbach.

Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons geht derweil auf die Ängste von Anwohnern ein, sie würden dann nicht mehr zu ihren Häusern kommen. „Selbstverständlich werden Anwohner wie gehabt aus ihren Ausfahrten herausfahren können“, sagt sie. Für die Anwohner sieht sie sogar Vorteile durch die neue Regelung. „Die Breite der Straße bleibt erhalten“, sagt sie.

Neu ist aber, dass Fußgänger endlich einen eigenen Bereich hätten und deutlich besser geschützt wären – sei es durch Radler oder durch Autofahrer. Zudem reduziere sich der Durchgangsverkehr gen Wasserburg und zurück durch die neue Regelung.

Dies sieht auch der Mobilitätsmanager der Stadt Lindau, Jaime Valdés, so: „Zählungen zeigen, dass der Radverkehr jetzt schon die beherrschende Verkehrsform in der Schachener Straße ist. Der Verkehr ist da, wir müssen ihn möglichst optimal steuern.“

Auch er nimmt die Angst, dass in dem Teilabschnitt keine Autos mehr fahren dürfen: „Radfahrende haben in einer Fahrradstraße zwar Vorrang und dürfen nebeneinander fahren. Aber andere Fahrzeuge dürfen die Straße benutzen, wenn sie per Zusatzschild zugelassen sind. Sie müssen sich dem Tempo des Radverkehrs anpassen. Als Höchstgeschwindigkeit gilt Tempo 30.“ In der Schachener Straße gilt bereits Tempo 30. „Auch von daher ändert sich für die Anwohner nichts“, ergänzt Alfons.

Sie weist auch darauf hin, dass die endgültige Entscheidung erst noch falle. „Momentan stellen wir das Geld in den Haushalt ein, damit es eingeplant ist, wenn der Stadtrat sich entscheidet, die Schachener Straße in diesem Teilbereich umzuwidmen und so eine Sanierung der Schachener Straße zu ermöglichen.“

Allerdings stellt Kämmerer Eisenbach klar: „Andere Drittmittel, um die Straße zu erneuern, gibt es nicht. Die Straßenausbaubeiträge wurden bekanntlich abgeschafft.“

Die Verwaltung will auch möglichst bald auf die Lindauerinnen und Lindauer zugehen. Sie sollen während des Planungsprozesses beteiligt werden. Wie die Form der Beteiligung aussehen kann, ist aktuell aufgrund der Corona-Situation noch nicht abschließend geklärt.