Erstaunliche Fakten: April bisher kälter als der März – Wie fiel der April bislang aus?

Erstaunliche Fakten: April bisher kälter als der März – Wie fiel der April bislang aus?
Der April brachte uns bisher kein nachhaltiges Frühlingswetter. (Bild: pixabay)

Lindau/Bodensee (nk) – Beim Wetter ist derzeit relativ wenig los. Das eingefahrene Aprilwetter setzt sich mit milderen Temperaturen fort – der Regen wird quasi wärmer. Erstaunliches bietet derzeit ein genaueren Blick auf die Statistiken: Der April ist bisher kälter als der März. Wie fiel der bisherige April im Vergleich zum Klimamittel aus?

Einige Fakten dazu betrachten wir in den folgenden Zeilen genauer:

Den ersten Blick werfen wir zunächst auf das Monatsmittel der Temperaturen im bisherigen April. Bislang besteht eine deutschlandweite Mitteltemperatur von 4,77 Grad. Zu den wärmsten Ecken des Landes zählen Teile des Ruhrgebiets, das Saarland und üblicherweise das Breisgau. Am kältesten war es bislang in Teilen der Mittelgebirge und wie immer dem höchsten Berg Deutschlands mit -11 Grad – der Zugspitze.

Der April zeigt sich bisher ziemlich unterkühlt. (Bild: MTWetter)

Am Bodensee liegt der Mittelwerte der Temperaturen bei etwa 6,0 Grad und ist daher etwas kälter als der bundesweite Durchschnitt.

Abweichungen zum Klimamittel

Im Vergleich zum (alten) Klimamittel aus den Jahren 1961 bis 1990 ist der April im bundesweiten Mittel bisher unterkühlt. Nimmt man den Zeitraum der vergangenen Jahre zwischen dem 01. und dem 18. April, waren die ersten 18 Tage des Monats -1,73 Grad zu kalt. Am Bodensee liegt die Abweichung dieses Zeitraumes derzeit bei rund -1,5 Grad. Bevorzugt man das neue Klimamittel aus den Jahren 1991 bis 2020, waren die ersten 18 Tage des Aprils ebenfalls deutlich unterkühlt.

In Deutschland sind verbreitet negative Abweichungen vorzufinden. (Bild: MTWetter)

Eine erstaunliche Erkenntnis bietet der Vergleich zum vergangenen März. Der letzte Monat, der bis zum 20. März noch dem kalendarischen beziehungsweise astronomischen Winter 2020/2021 angehörte, war im Mittel 0,02 Grad wärmer als der laufende April. Demnach brachte uns der April bis einschließlich gestern, dem 18.04.2021 nicht weniger Winterwetter als der März. Das ist in Zeiten des Klimawandels tatsächlich beachtlich und wäre am Ende ein echtes Novum. Der Mittelwert wird im weiteren Verlauf des Aprils allerdings noch ansteigen. Dies liegt logischerweise daran, weil die zweite Aprilhälfte wärmer als die erste Hälfte ausfällt.

Wie fiel Niederschlag fiel bisher?

Bei den Niederschlägen sah es bis gestern ziemlich moderat aus. Mit 43,1 Prozent der üblichen Niederschläge präsentierte sich der April bis dahin zu trocken. Auffällig ist die Südhälfte, die im Vergleich sehr trocken ausfiel. Am trockensten war der Monat bis jetzt von Mittelfranken über das östliche Baden-Württemberg bis in den äußersten Süden. Dort fielen bisher teilweise kaum 10 Prozent der üblichen Niederschlagsmengen. Rund um den Bodensee ist das Soll mit 20 Prozent am Nordalpenrand und zu 38 Prozent im Westen des Bodenseeufers (Untersee) erfüllt.

Insbesondere im Süden fiel in diesem Monat bislang zu wenig Niederschlag. (Bild: MTWetter)

Das widerspiegelt sich auch an den Wasserpegeln im Bodensee, die zur Zeit wieder sehr niedrig sind.

Sonnenschein im April

Die Sonne schien bis zum Beginn der dritten Aprildekade ziemlich durchschnittlich und dennoch ungleichmäßig verteilt. Am meisten Sonnenschein gab es mit rund 60 bis 80 Prozent in Schleswig-Holstein, im Saarland sowie im äußersten Süden. Folglich gab es am Bodensee bereits 115 bis knapp 120 Sonnenstunden, was sich prozentual auf über 70 Prozent umrechnet.

In Deutschland gab es durchschnittlich viel Sonnenschein, wobei diese ziemlich unterschiedlich verteilt sind. (Bild: MTWetter)

Wir halten fest:

Der bisherige April fiel in den Regionen am Bodensee deutlich zu trocken und zu kalt aus. Große Niederschlagsmengen blieben uns bislang aus, die Sonne schien allerdings schon relativ oft.

Gespannt dürfen wir allemal sein, wie die nächsten Tage die Statistiken des Aprils beeinträchtigen. Der aktuelle Rückblick ist nur eine Momentaufnahme, die so zuvor womöglich kaum jemand erwartet hätte.