Massive Gewalteinwirkung Enkelin soll ihre Oma ermordet haben: Prozessauftakt

Enkelin soll ihre Oma ermordet haben: Prozessauftakt
Die Angeklagte wird in Fußfesseln in den Verhandlungssaal im Landgericht Zwickau geführt. (Bild: Bodo Schackow/dpa)
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Redaktion

Laut der Anklage soll eine Altenpflegerin ihre eigene Großmutter erstickt haben, nachdem sie heimlich Geld von deren Konto abgehoben hatte. Der Vorwurf lautet: Mord.

Zwickau (dpa) – Wegen Mordes an ihrer Großmutter hat in Zwickau der Prozess gegen eine 32 Jahre alte Altenpflegerin begonnen. Zum Auftakt am Landgericht schwieg sie zu den Vorwürfen.

Die Anklage wirft ihr vor, die noch schlafende 81-Jährige am Morgen des 12. September 2021 gewürgt und mit einem Kissen erstickt zu haben.

Die 81-Jährige habe sich gewehrt und sei aus dem Bett gefallen, schilderte Staatsanwältin Barbara Gremm. Doch letztlich habe sie den Todeskampf verloren und sei infolge massiver Gewalt auf ihren Hals gestorben.

Den Angaben nach soll die Enkelin zuvor auf eigene Faust etwa 13.000 Euro vom Konto ihrer Oma abgehoben haben. Mit der Tat wollte die Deutsche nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft verhindern, dass dies auffliegt. Sie hatte in demselben Zwickauer Seniorenheim gearbeitet, in dem auch ihre Großmutter nach einem Klinikaufenthalt in Kurzzeitpflege untergebracht war.

Die Angeklagte hatte sich kurz nach der Tat selbst bei der Polizei gemeldet. Vor Gericht schilderte eine Polizistin die damalige Situation: «Ich glaube, ich habe gerade meine Oma umgebracht», habe sie auf der Wache gesagt. Daraufhin seien eine Streife und ein Notarzt alarmiert worden, doch für die Seniorin kam jede Hilfe zu spät. Für den Prozess sind weitere Verhandlungstage bis Mitte Juli geplant.