Ende der Qualen? – Offizielle Beschwerde soll isländische Blutstuten retten

Ende der Qualen? – Offizielle Beschwerde soll isländische Blutstuten retten
Die Pferde werden in enge Boxen gesperrt und erleiden während der Prozedur neben Schmerzen auch Todesangst. (Bild: Animal Welfare Foundation)
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Redaktion

In Island werden Stuten für die Gewinnung des Fruchtbarkeitshormons PMSG in ihrem Blut brutal ausgebeutet, misshandelt und gequält. Jetzt wurde gegen die Praktik offiziell Beschwerde eingereicht.

Beteiligt sind laut dem Verein Animal Welfare Foundation (AWF) 100 Blutfarmen mit 5.000 Pferden. Auch bei uns kommt dieses Hormon in der Schweinezucht zum Einsatz (wir berichteten ausführlich über die Pferdeblutfarmen). Jetzt hat AWF Beschwerde bei der Überwachungsbehörde der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) eingereicht. Schweizer Schweinezüchter verzichten bereits freiwillig auf den Einsatz von PMSG, andere Länder werden dem Beispiel folgen.

Trächtige Stuten leiden unermesslich

In einer Pressemitteilung von AWF heißt es: Island verstößt mit seinen Blutfarmen gegen geltendes Recht im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Auf den Blutfarmen wird trächtigen Stuten Blut abgenommen, aus dem das Fruchtbarkeitshormon PMSG gewonnen wird. In der Massentierhaltung dient es dazu, die Produktionsschritte zu takten und effizienter zu machen: künstliche Befruchtung, Geburt, Ausstallen, Mast, Schlachtung.

Sechzehn Tierschutzorganisationen haben mitunterzeichnet

Rechtlich werden die Blutentnahmen als Tierversuche eingestuft. Tierversuche unterliegen nach EWR-Recht dem 3R-Prinzip (Replacement, Reduction, Refinement; dt.: Vermeiden, Verringern, Verbessern). Es legt zudem fest, dass Tierversuche, wenn möglich, durch alternative, tierfreie Methoden zu ersetzen sind. Allein auf dem deutschen Markt gibt es 36 synthetische Alternativprodukte. Eine höhere Fruchtbarkeit lässt sich auch durch artgerechtere Haltung und hormonfreie Methoden erzielen. Die Beschwerde dient dem Ziel, die Produktion und den Import des Hormons PMSG zu verbieten.

Schweizer sind Vorbild

Nach der Veröffentlichung der Recherchen von AWF in Island hat der Verband der Schweizer Schweinezüchter, Suisseporcs, erklärt, dass er freiwillig auf den Einsatz von PMSG verzichten wird. Damit bestätigt er, dass ein Umstieg möglich ist. Andere Länder werden dem Beispiel folgen. Das zeigen erste Reaktionen aus den Niederlanden, Dänemark, Polen und Österreich. Auch das Europäische Parlament fordert mit großer Mehrheit ein Ende der Einfuhr und Produktion von PMSG.

Info: Jeder kann helfen. Mehr unter www.animal-welfare-foundation.org

(Quelle: Animal Welfare Foundation)