Ein weiterer Schritt zur Akademisierung der Gesundheitsberufe

Ein weiterer Schritt zur Akademisierung der Gesundheitsberufe
Über die Planungen zum neuen Bachelorstudiengang Logopädie informierte sich der Landtagsabgeordnete Norbert Knopf (Grüne) an der PH Weingarten bei der Rektorin Prof. Dr. Karin Schweizer (3.v.li.), Studiengangsleiterin Prof. Dr. Cordula Löffler (2.v.li.) und Geschäftsführerin Dr. Mascha Wanke (li.). (Bild: Arne Geertz, PH Weingarten)
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Redaktion

Die Pädagogische Hochschule Weingarten plant die Einführung eines grundständigen Bachelor- sowie eines konsekutiven Masterstudiengangs Logopädie. Aus diesem Anlass besuchte der Landtagsabgeordnete Norbert Knopf, Sprecher für Gesundheitswirtschaft und Hochschulmedizin der Fraktion Grüne, die PH Weingarten und verschaffte sich in Gesprächen mit der Rektorin Professorin Dr. Karin Schweizer und den Verantwortlichen einen Überblick über den aktuellen Stand.

Nobert Knopf sieht in der Einführung eines grundständigen Studiengangs einen wichtigen Baustein für die weitere Akademisierung der Gesundheitsfachberufe. „Wir sind bei der Akademisierung auf einem guten Weg, allerdings hinkt das Land den Empfehlungen des Wissenschaftsrates von 2012 noch hinterher. Hier liegt die Empfehlung vor, dass zwischen 10 und 20 Prozent eines Ausbildungsjahrganges in den Bereichen Physio-, Ergo- und Logopädie akademisch auszubilden seien. Den 10 bis 20 Prozent liegt die Annahme zugrunde, dass ein typisches multidisziplinäres Team im Gesundheitsbereich fünf bis zehn Personen umfasst und eine davon hochschulisch qualifiziert sein sollte“, so der baden-württembergische Gesundheitsexperte. Die PH Weingarten leiste hier tolle und wertvolle Arbeit, so der Abgeordnete weiter.

Bereits seit 2014 bietet die PH einen ausbildungs- und berufsbegleitenden Bachelor Logopädie in Zusammenarbeit mit Fachschulen für Logopädie an. Hier kommt die besondere Expertise der PH Weingarten in den Bereichen Stimme, Mehrsprachigkeit und Lese-Rechtschreib-Schwäche zum Tragen.

„Wenn weiter akademisiert wird in der Logopädie, dann brauchen wir Akademiker, die Lehre anbieten können. Und wir brauchen mehr logopädische Forschungsfelder und Leute, die für diese Forschung wissenschaftlich qualifiziert sind“, fügt Professorin Dr. Cordula Löffler, die den Studiengang Logopädie an der PH leitet, hinzu und verweist hier auf den geplanten Masterstudiengang in Kooperation mit der Schweizer Hochschule für Logopädie Rorschach (SHLR). Die Forschung in den logopädischen Arbeitsfeldern liege der PH Weingarten besonders am Herzen, erklärte Löffler weiter. Schon für ihre Bachelorarbeiten forschen die Studierenden in der Praxis. Im Masterstudiengang sollen Praktika in der Forschung und größere Forschungsprojekte möglich werden.

„Durch den Bachelor- und den Masterstudiengang Logopädie können wir einen wichtigen Beitrag für die Versorgung der Region mit akademisch qualifiziertem Fachpersonal leisten“, sagte Rektorin Schweizer. Nach der Etablierung des Bachelor-Studiengangs Bewegung und Ernährung im Jahr 2010 will die PH mit dem grundständigen Bachelor Logopädie nun einen weiteren Schritt in Richtung Akademisierung der Gesundheitsberufe gehen.

Knopf sieht das ähnlich und betont: „Genau das brauchen wir hier – erstklassige gesundheitliche Ausbildung. Mir ist beim Ausbau der Akademisierung der Gesundheitsfachberufe sehr wichtig, dass nicht nur der Fokus auf die klassischen Universitätskliniken gelegt wird, sondern auch im ländlichen Raum eine hervorragende und bodenständige Ausbildung möglich gemacht wird. Und das geschieht in Weingarten.“ Knopf sieht hier ebenfalls die Möglichkeit einer Weiterentwicklung hin zu einer Hochschulambulanz, bei der Forschungsaspekte direkt den Patientinnen und Patienten zu Gute kommen könnten.

Ein weiteres Thema des Treffens war der Klimaschutz. Per Onlinekonferenz wurde der Klimaschutzbeauftragte Hartmut Gräter zugeschaltet, der für mehrere Hochschulen in der Region zuständig ist. Es wurden Möglichkeiten diskutiert, wie man zum Beispiel den denkmalgeschützten Schlossbau energetisch sanieren könnte oder etwa durch Überdachung von Parkplätzen zusätzliche Flächen für Photovoltaik-Anlagen schaffen könnte.

(Pressemitteilung: PH Weingarten)