Ehrenamtsmedaille an Hermann Geßler, Ulrich Bamann und Karl Emmendörfer verliehen

Ehrenamtsmedaille an Hermann Geßler, Ulrich Bamann und Karl Emmendörfer verliehen
Mit der Ehrenamtsmedaille werden vor allem Personen geehrt, die nicht nur im Rahmen einer gängigen Vereins¬tätigkeit aktiv sind. (Bild: Brigitte Göppel)
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Redaktion

Drei Bürgern aus Bad Waldsee hat Bürgermeister Matthias Henne am vergangenen Dienstag im Namen des Gemeinderats die Ehrenamtsmedaille der Stadt Bad Waldsee überreicht. Hermann Geßler sowie Ulrich Bamann und Karl Emmendörfer erhielten die Auszeichnung jeweils bei sich zuhause, an der frischen Luft und mit dem gebotenen Abstand. Ursprünglich hätte die Verleihung bereits im Dezember stattfinden sollen, was die Corona-Pandemie jedoch verhinderte.

Dem Gemeinderat, aber auch ihm persönlich, liege viel daran, die Kultur der Anerkennung und der Würdigung des vielfältigen bürgerschaftlichen Engagements in Stadt und Ortschaften hochzuhalten und zu pflegen, sagte der Bürgermeister. Das gelte auch trotz – oder gerade wegen – der Pandemie. Ehrenamtliches Engagement sei in der Gesellschaft unverzichtbar, aber auch keine Selbstverständlichkeit. Deshalb sei es besonders wichtig, Menschen zu würdigen, die sich auf unterschiedlichen Ebenen und in vielfältiger Weise seit vielen Jahren um das Gemeinwesen verdient machen. Auch wenn man auf den feierlichen Rahmen schweren Herzens verzichten müsse, verleihe der Gemeinderat die Auszeichnung mit größtem Respekt für die geleistete ehrenamtliche Arbeit und mit größter Wertschätzung, so der Bürgermeister. Damit jeder Geehrte die eigentliche Feier für sich privat nachholen könne, überreichte Matthias Henne nicht nur die Medaille, die Urkunde und ein Weinpräsent, sondern auch zusätzlich Gutscheine im Wert von jeweils 100 €.

Ein Blick auf deren Leistungen von Hermann Geßler, Ulrich Bamann und Karl Emmendörfer:

Hermann Geßler aus Obermöllenbronn ist seit mehr als 50 Jahren für den Fußballverein Reute, seit 17 Jahren für den Förderverein Durlesbachbähnle sowie seit vielen Jahren für die Solidarische Gemeinde ehrenamtlich tätig.

Für den Sportverein war er Schiedsrichter und ist derzeit noch immer als „4. Offizieller“ Schiedsrichter aktiv. So konnte er bereits das außergewöhnliche Jubiläum „50 Jahre aktiver Schiedsrichter“ feiern. Zudem war Hermann Geßler an vielen Bauprojekten des SV Reute maßgeblich beteiligt. Dazu zählen der Bau der Toilettenanlagen auf dem Sportplatz und die Pflasterung am Sportplatzunterstand. Viele Jahre lang war er als Erster beziehungsweise Zweiter Vorsitzender des früheren Gesamtvereins tätig. Im März 2016 hatte ihn der SV Reute im Rahmen der Jahreshauptversammlung zum verdienten Ehrenmitglied ernannt.

Hermann Geßler wurde für die Ehrenamtsmedaille vorgeschlagen von Achim Strobel (Ortsvorsteher Reute-Gaisbeuren), Hubert Gärtner (SV Reute) und Dr. Konstantin Eisele (Solidarische Gemeinde). (Bild: Brigitte Göppel)

Im Förderverein Durlesbach­bähnle, der ihm sehr am Herzen liegt, war er maßgeblich am Bau des Toilettenhäuschens und der Überdachung beteiligt. Sein Engagement für die Solidarische Gemeinde als ehrenamtlicher Planer und Bauleiter spiegeln beispielsweise die gelungene Renovierung des

Vereins- und Seminarraums und die noch laufende Planung für Barrierefreiheit in der Alten Schule wider. Bei vielen Problemen konnte sich die Solidarische Gemeinschaft immer auf seine große Hilfsbereitschaft verlassen. So hat er zum Beispiel bei einer hochbetagten, stark mobilitätseingeschränkten Frau, die für sie bis dahin nicht passierbare Stufe vom Wohnzimmer zur Terrasse mit erheblichem Aufwand fachmännisch ausgeglichen und passierbar gemacht und damit deren Lebensqualität deutlich verbessert.

Hermann Geßler wurde für die Ehrenamtsmedaille vorgeschlagen von Achim Strobel (Ortsvorsteher Reute-Gaisbeuren), Hubert Gärtner (SV Reute) und Dr. Konstantin Eisele (Solidarische Gemeinde).

Ulrich Bamann ist seit mehr als 40 Jahren ehrenamtlich im Arbeitskreis für Menschenrechte, Asyl, Frieden, Umwelt und globale Bildung e. V. (GLOBAL) tätig, derzeit als Vorsitzender. Im Rahmen der Flüchtlingshilfe unterstützt er zudem den Helferkreis Reute-Gaisbeuren.

Ulrich Bamann wurde für die Ehrenamtsmedaille vorgeschlagen von Brigitte Kaiser (Arbeitskreis Asyl) und Sr. Birgitta Harsch (Kloster Reute).(Bild: Brigitte Göppel)

In der Flüchtlingshilfe arbeitet er mit den Integrationsbeauftragten von Stadt und Landkreis zusammen. Der Verein GLOBAL ist aus dem Arbeitskreis Asyl Bad Waldsee hervorgegangen. Ulrich Bamann bringt dort seine langjährigen Erfahrungen im Umgang rund um Menschenrechte und Asyl, aber auch zu den Themen Frieden, Umwelt und globale Bildung, ein. GLOBAL bietet Beratung und Unterstützung für Asylsuchende und Geflüchtete, leistet aber auch Aufklärung und Bildung zu den Themen Asyl, Menschenrechte, Frieden, Umwelt und globale Bildung in Form von Vorträgen, Workshops, Informationsveranstaltungen und Projekttagen an Schulen. Zudem unterstützt der Verein Hilfsprojekte durch gezielte Geld- und Sachspenden und arbeitet mit ähnlichen Initiativen zusammen. Außerdem organisiert er Veranstaltungen wie Flohmärkte für Geflüchtete, Informationsabende für Geflüchtete, Infoveranstaltungen über die Situation in den Herkunftsländern für interessierte Bürger sowie Demonstrationen oder Mahnwachen. Auch konkrete Hilfsmaßnahmen wie die kostenlose Verteilung von Masken an Geflüchtete unternimmt GLOBAL.

Ulrich Bamann wurde für die Ehrenamtsmedaille vorgeschlagen von Brigitte Kaiser (Arbeitskreis Asyl) und Sr. Birgitta Harsch (Kloster Reute).

Karl Emmendörfer erhielt die Ehrenamtsmedaille für seinen jahrzehntelangen, ehrenamtlichen Einsatz im Liederkranz Bad Waldsee sowie im Obst- und Gartenbauverein Bad Waldsee. Er war 39 Jahre lang aktives Mitglied im Liederkranz. Von 1995 bis 2014 übernahm er den Posten des stellvertretenden Vorsitzenden und von 2014 bis 2018 die Verantwortung als Erster Vorsitzender.

Beim Obst- und Gartenbauverein Bad Waldsee ist er seit 1980 Mitglied, also seit mehr als 40 Jahren. Auch in diesem Verein hat er Verantwortung übernommen und ist seit 1990 Erster Vorsitzender. Während seiner Amtszeit wurden bedeutende Entscheidungen getroffen, etwa im Jahr 1992 die Eröffnung der Kleingartenanlage in Steinach beim Ried und im Jahr darauf der Bau einer Toilettenanlage in der Kleingartenanlage, die heute

25 Pächter hat. Im Jahr 2002 wurde das Vereinsheim gebaut. Zudem erhielten die Pächter der Kleingartenanlage Strom- und Wasseranschlüsse.

Karl Emmendörfer wurde für die Ehrenamtsmedaille vorgeschlagen von Franz Bendel (Gartenbauverein) und Dieter Wolf (Liederkranz). (Bild: Brigitte Göppel)

Ein ebenfalls wichtiger Schritt war im Jahr 2016 die beschlossene Fusion mit dem Obst- und Gartenbauverein Mittelurbach. Weiter wurden unter seiner Regie die Kleingartenanlage sowie das Vereinsheim renoviert und in Ordnung gehalten.

Karl Emmendörfer erfuhr bei all seinen Aufgaben in den Vereinen die Unterstützung seiner Frau Hertha Emmendörfer, die ebenfalls Aufgaben in der Vorstandschaft des Liederkranzes wahrnahm. Hier war sie 19 Jahre lang als Kassiererin und seit 2010 als stellvertretende Schriftführerin tätig. Auch beim Obst- und Gartenbauverein Bad Waldsee war und ist sie in der Vorstandschaft aktiv. 1988 übernahm sie das Amt der Schriftführerin und im Jahr 2012 das Amt der Kassiererin und damit auch die Verwaltung der Kleingartenanlage in Steinach. Zudem ist sie im Bezirksverband für Obstbau, Garten und Landschaft Bad Waldsee seit 1989 als Schriftführerin tätig. Für ihren ebenfalls jahrzehntelangen Einsatz erhielt sie von Bürgermeister Matthias Henne einen Frühlingsblumenstrauß, verbunden mit einem herzlichen Dank.

Karl Emmendörfer wurde für die Ehrenamtsmedaille vorgeschlagen von Franz Bendel (Gartenbauverein) und Dieter Wolf (Liederkranz).

INFO: Die Auszeichnung

Mit der Ehrenamtsmedaille werden vor allem Personen geehrt, die nicht nur im Rahmen einer gängigen Vereins­tätigkeit aktiv sind (etwa als Vorsitzende oder Schriftführer), sondern sich auch darüber hinaus gesellschaftlich vielfältig engagieren. Träger der Medaille zeichnen sich durch ein beispielhaftes, vorbildliches und herausragendes ehrenamtliches Wirken aus. Gemäß der im Jahr 2008 vom Gemeinderat beschlossenen Ehrenamtsordnung werden pro Jahr bis zu drei Personen oder Institutionen damit ausgezeichnet.

(Pressemitteilung: Stadt Bad Waldsee/Brigitte Göppel)