Drei TTF-Akteure greifen in der katarischen Wüste an

Drei TTF-Akteure greifen in der katarischen Wüste an
Auch er möchte in der Wüste auftrumpfen: Simon Gauzy. (Bild: TTF - Nicolai Schaal)
WOCHENBLATT
Redaktion

Doha – In dieser Woche wird das mit 200.000 US-Dollar dotierte WTT Star Contender in Doha, der Hauptstadt von Katar, ausgetragen. Ab Mittwoch greifen am Persischen Golf die Gesetzten in das Geschehen ein.

Der Veranstalter WTT hatte – laut Pressemitteilung der TTF Ochsenhausen – erst vor wenigen Wochen das Turnier recht kurzfristig zwischen das am Sonntag beendete „Europe Top 16“ und die Team-EM (28. September bis 3. Oktober) gepresst, was nicht bei allen nationalen Verbänden, auch nicht dem Deutschen Tischtennis-Bund, mit Begeisterung aufgenommen wurde. 

Doch das ist den drei Spielern der TTF Liebherr Ochsenhausen, die nach Doha gereist sind, nun egal. Sie werden versuchen, ihr bestes Tischtennis zu zeigen, so weit wie möglich zu kommen und so viele Weltranglistenpunkte wie möglich zu sammeln. Es handelt sich um Simon Gauzy, Kanak Jha und Can Akkuzu.

Aufgrund ihrer Weltranglistenpositionen sind – so die TTF weiter – Gauzy (WRL Platz 19) und Jha (32) für das Hauptfeld gesetzt, während Can Akkuzu (81) durch die Mühlen der Qualifikation musste und diese Aufgabe mit Bravour gemeistert habe. Akkuzu hat als einer von acht Qualifikanten aus einem 32-er Tableau das Hauptfeld erreicht.

Zunächst besiegte er den Singapur-Chinesen Chua Josh Shao Han mit 3:0, danach seinen französischen Landsmann Abdel-Kader Salifou, in der Bundesliga in den vergangenen beiden Spielzeiten in Neu-Ulm und Bad Königshofen aktiv, mit 3:1. In der 1. Hauptrunde duelliert er sich nun mit einem guten Bekannten, dem 26-jährigen Brasilianer Vitor Ishiy (Weltrangliste Platz 64), der seit Jahren in Ochsenhausen lebt und trainiert.

Im Erfolgsfall träfe Akkuzu in der 2. Runde auf Saarbrückens Slowenen Darko Jorgic (WRL 25). Simon Gauzy, der vergangene Woche beim „Europe Top 16“ im griechischen Thessaloniki mit seinem Abschneiden nicht ganz zufrieden war – im Viertelfinale schied er denkbar knapp mit 3:4 gegen den späteren Finalisten Marcos Freitas (Portugal) aus – will in Doha weiter nach oben vorstoßen.

Er steht setzungsbedingt bereits in der 2. Runde, in der er als Favorit auf den Sieger der Partie Eric Jouti (Brasilien, WRL 93) und Lubomir Pistej (Slowenien, WRL 68) treffen wird. Jouti ist – wie Ishiy – Dauergast in Ochsenhausen, was natürlich im Umkehrschluss auch bedeutet, dass der 27-jährige Südamerikaner Gauzys Spiel sehr genau kennt.

Gewinnt der TTF-Führungsspieler, geht es im Achtelfinale womöglich gegen einen Bundesligakollegen, nämlich den Sieger des Matches zwischen Dang Qiu (Deutschland) und Kristian Karlsson (Schweden), beide bei Borussia Düsseldorf unter Vertrag. Aber nur, wenn Qiu zuvor den Japaner Togami ausschaltet.

Der in der Bundesliga mit einer 7:2-Bilanz bisher so stark auftrumpfende Kanak Jha steht ebenfalls bereits in der 2. Runde. Dort wird er sich mit Chen Chien-An (Taiwan, Weltrangliste Platz 72) oder Ricardo Walther (Deutschland, ASV Grünwettersbach, WRL 94) duellieren.

Gewinnt der 21-jährige US-Amerikaner, könnte er in der Runde der „besten 16“ auf seinen Ochsenhauser Teamkollegen Can Akkuzu treffen – vorausgesetzt, dieser meistert die oben beschriebenen beiden Hürden zuvor. Alle drei TTF-Asse seien bei dem Turnier ausschließlich im Herren-Einzel im Einsatz und haben auf das Doppel sowie das Mixed verzichtet.

Spieler aus der Volksrepublik China sind in Katar nicht am Start, ansonsten ist das Turnier gut besetzt. An Setzposition eins steht der deutsche Weltranglistensiebte Dimitrij Ovtcharov. Die Auslosung und die Ergebnisse sind auf der Webseite des Weltverbandes ITTF.com und der Turnierserie worldtabletennis.com zu finden.