Dorfkirche strahlt in neuem Glanz

Dorfkirche strahlt in neuem Glanz
Für die Sanierungsarbeiten musste die Dorfkirche eingerüstet werden. (Bild: Inga Ruess)
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Redaktion

Mittelpunkt des Freilichtmuseums Neuhausen ob Eck konnte dank Fördergeldern des Landes saniert werden

Tuttlingen – Bereits seit 1988 ist sie eines der Highlights des Freilichtmuseums Neuhausen ob Eck: die Dorfkirche Tischardt aus der Gemeinde Frickenhausen im Landkreis Esslingen. Doch als ältestes Gebäude des gesamten Museums, vermutlich erbaut Ende des 15. Jahrhunderts, hat der Zahn der Zeit ordentlich an Gemäuer und vor allem auch am Dach genagt. Dank einer Sonderförderung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg in Höhe von rund 134.000 Euro konnten die Sanierungsarbeiten noch in diesem Sommer beginnen.

Über Wochen hallten Baugeräusche über das Gelände, und auch die eingerüstete Kirche war kein alltäglicher Anblick. Allerdings boten diese Bauarbeiten für die Besucherinnen und Besucher des Freilichtmuseums, selbstverständlich unter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften, die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. So konnte man beispielsweise ein historisches Dachgebälk betrachten oder den Handwerkern dabei zusehen, wie Schindeln gedeckt wurden.

Die alten Schindeln wurden entfernt, um den beschädigten Dachstuhl freizulegen. (Bild: Franz Herbst)

Arbeiten, die man heutzutage doch eher selten zu Gesicht bekommt. Das Dach der Dorfkirche wurde zunächst abgedeckt, um das beschädigte Dachgebälk offen zu legen. Dieses wurde untersucht und schadhaftes wie fauliges Gebälk ausgetauscht; dabei wurde so viel originale Substanz wie möglich erhalten. Anschließend konnte das Dach neu eingedeckt werden. Die Maler weißelten das Gebäude innen neu und auch der Außenanstrich wurde erneuert. Die Fenster wurden verkittet und gestrichen. Auch die Friedhofsmauer wurde in die Sanierung miteinbegriffen, sodass die schadhafte Abdeckung aus Ziegeln erneuert werden konnte. Die Kosten des Sanierungsprojektes, ausgeführt durch die Firma JaKo Baudenkmalpflege GmbH aus Rot an der Rot, betrugen insgesamt über 168.000 Euro, wobei ein großer Teil durch die Förderung des Landes abgedeckt ist. Landrat Stefan Bär äußert sich daher zufrieden mit dem erfolgreichen Ablauf der Sanierung, deren großzügige Förderung auch Ausdruck der Wertschätzung des Landes gegenüber allen Freilichtmuseen in Baden-Württemberg sei.

Speicher im Schwarzwald-Bereich mit neuen Dachschindeln. (Bild: Inga Ruess)

Neben der Kirche wurden 2020 auch Gebäude des Schwarzwald-Bereiches erfolgreich saniert. Die Dachschindeln des Wasch- und Backhauses, der Hochgangsäge und des Kornspeichers waren lückenhaft oder verrottet, so dass diese durch neue ersetzt wurden. Nun ist gewährleistet, dass keine weiteren Schäden durch eindringende Feuchtigkeit mehr entstehen können. Fachlich überwacht wurden alle Arbeiten durch das Sachgebiet Hochbau des Landratsamtes Tuttlingen, das sämtliche Maßnahmen zur Gebäudeunterhaltung sowie die baulichen Entwicklungen im Freilichtmuseum fachkundig begleitet.

Die Dorfkirche und auch die Wirtschaftsgebäude des Schwarzwald-Bereichs strahlen also in neuem Glanz und warten darauf, von den ersten Besucherinnen und Besuchern im Frühling 2021 bestaunt zu werden.