Die TTF-Spieler schrammen an den großen Triumphen vorbei

Die TTF-Spieler schrammen an den großen Triumphen vorbei
Schlagen sich achtbar, aber für ganz vorne reicht es nicht für Samuel Kulczycki und Maciej Kubik (links). (Archivfoto: Dr. Stephan Roscher)
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Redaktion

Ochsenhausen – Vier Spieler der TTF Liebherr Ochsenhausen sind vergangene Woche im internationalen Turniereinsatz gewesen – und das, laut TTF-Vereinsmitteilung, mit ganz unterschiedlichem Erfolg.

Simon Gauzy und Can Akkuzu waren beim hochkarätig besetzten WTT Contender – mit chinesischer Beteiligung – im slowenischen Lasko am Start, mehr als die Viertelfinal-Teilnahme für den Weltranglisten-19. Gauzy war nicht drin.

Ebenso top-besetzt waren die U21-Europameisterschaften im belgischen Spa. Mit Samuel Kulczycki (19) und Maciej Kubik (18) waren die beiden jüngsten TTF-Spieler mit dabei. Keinem der beiden polnischen Nachwuchs-Asse gelang der Sprung in die Medaillenränge.

Beim WTT-Turnier in Lasko, einem der internationalen Turniere neuartigen Zuschnitts, bei denen es um satte Siegprämien und viele Weltranglistenpunkte geht, konnte sich Can Akkuzu – so die TTF weiter – mit drei Siegen in der Qualifikation ins Hauptfeld spielen.

Der 24-jährige Franzose setzte sich gegen Jassem Mohammed (Saudi-Arabien) mit 3:0, Amin Ahmadian (Iran) mit 3:2 und gegen seinen Mühlhausener Bundesligakollegen Steffen Mengel mit 3:1 durch. In der ersten Hauptrunde, für die 32 Teilnehmer qualifiziert waren, ereilte Akkuzu das Aus.

Gegen den für Saarbrücken in der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) aufschlagenden und in den vergangenen Monaten extrem starken Slowenen Darko Jorgic (Weltrangliste Platz 23) gelang ihm kein Satzgewinn. Simon Gauzy war aufgrund seiner Weltranglistenposition für das Hauptfeld gesetzt.

In der ersten Runde schaltete er seinen Bad Homburger TTBL-Kollegen Lubomir Jancarik aus, musste jedoch gegen den in Topform agierenden Tschechen über die volle Distanz von fünf Sätzen gehen. In der Runde der „besten 16“ traf er auf den Ex-Ochsenhauser Kirill Skachkov.

Auch hier sei es umkämpft gewesen, wie die einzelnen Satzergebnisse zeigen, doch Gauzy hatte am Ende in vier Sätzen die Nase vorne (11:9, 11:9, 8:11, 11:9). Im Viertelfinale wartete dann mit den Chinesen Liang Jingkun, aktuelle Nummer zehn der Welt und zu den absoluten Topleuten seines Landes zählend, ein ganz dicker Brocken auf den TTF-Leitwolf.

Dieser konnte eine Vier-Satz-Niederlage nicht vermeiden. Liang gewann später das Turnier durch einen 4:3-Finalsieg über seinen Landsmann Wang Chuqin. Für Gauzy sprang aber doch noch Edelmetall heraus. An der Seite seiner 17 Jahre jungen Landsfrau Prithika Pavade konnte er erst im Mixed-Finale von den Top-Chinesen Wang Chuqin / Wang Yidi gestoppt werden.

Gegen den späteren Turniersieger im Viertelfinale ausgeschieden und die Silbermedaille im Mixed gewonnen – Simon Gauzy konnte also erhobene Hauptes die Heimreise antreten. Can Akkuzu eigentlich ebenso, auch wenn er gerne noch ein bisschen weitergekommen wäre.

Drei Siege in der „Quali“ und dabei den äußerst kampfstarken Mengel geschlagen, gegen den ein Timo Boll regelmäßig schwer zu kämpfen hat – das konnte sich ohne Frage sehen lassen. Bei den U21-Europameisterschaften in Spa lief es weniger erfreulich für die TTF-Vertreter.

Samuel Kulczycki und Maciej Kubik hatten sich schon Chancen ausgerechnet, weit nach oben zu gelangen – im Einzel wie im gemeinsamen Doppel, wo sie immerhin als Sieger der diesjährigen U19-Jugendeuros an den Start gegangen waren. Doch es lief bei den beiden TTF-Youngsters einfach nicht rund.

Während Kubik – und das war schon enttäuschend, so ehrlich müsse man sein – bereits in der ersten Qualifikationsstufe mit zwei Niederlagen und nur einem Sieg in seiner Gruppe scheiterte, hatte Kulczycki mit der „Quali“ weniger Probleme, auch wenn er in Stufe eins mit zwei Siegen und einer überraschenden Niederlage gegen den Spanier Alberto Lillo nur als Gruppenzweiter ins Ziel kam.

In Stufe zwei lief es ganz ähnlich für den jungen Ochsenhauser, auch hier belegte er nach zwei Siegen und einer Niederlage (gegen den Franzosen Leo de Nodrest) wieder Platz zwei in seiner Gruppe, der zum Weiterkommen reichte – doch dann ging es in der ersten Einzel-Runde des Hauptfelds schief.

Gegen Linkshänder Fanbo Meng vom TTC-Ligarivalen Fulda erwischte es Kulczycki – trotz einer 2:0-Satzführung hatte er am Ende mit 3:4 das Nachsehen. Turniersieger wurde Neu-Ulms Grieche Ioannis Sgouropoulos, der im Finale seinen in der TTBL für Bad Königshofen spielenden russischen Kollegen Maksim Grebnev in sieben dramatischen Sätzen knapp auf Distanz hielt.

Im Doppel konnten sich Kubik / Kulczycki in der ersten Hauptrunde noch gegen die slowakische Formation Zelinka / Klajber durchsetzen (3:1). Eine Runde später jedoch, unter den letzten 16, mussten die beiden Ochsenhauser den Deutschen Fanbo Meng und Benno Oehme zu einem Fünfsatz-Sieg gratulieren.

Letzterer schlägt in der Bundesliga für Bad Homburg auf. Und: Im Mixed mit ihren polnischen Partnerinnen ereilte Kubik in der zweiten und Kulczycki in der dritte Runde das vorzeitige Turnier-Aus.