Die HSG-Handballer schließen die Hinrunde ungeschlagen ab

Die HSG-Handballer schließen die Hinrunde ungeschlagen ab
Gewinnen auch das elfte Spiel der laufenden Saison: Tim Bornhauser (am Ball) und die HSG Konstanz. (Bild: Peter Pisa)
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Redaktion

Konstanz (wb/tmy) – Es ist tatsächlich die perfekte Hinrunde für die HSG Konstanz geworden: Im Derby gegen den HBW Balingen-Weilstetten II gelang dem Spitzenreiter der 3. Liga vor über 800 lautstarken Fans in der „Schänzle-Hölle“ mit dem 33:26 (17:11)-Erfolg der elfte Sieg im elften Spiel.

Nachdem jeder Gegner einmal bezwungen wurde, stehen die „Gelb-Blauen“ als „Herbstmeister“ fest. Grundlage dafür war – laut Vereinsmitteilung – eine gute erste Halbzeit, die zweite zählte jedoch nicht zu den besten der Konstanzer Handballer in dieser bislang so starken Saison.

Doch bis auf drei Momente, als die Erstliga-Reserve aus Balingen nach dem 25:23 noch zwei weitere Mal auf zwei Tore verkürzen konnte, brannte nicht mehr viel an. Kitzlig war es dennoch noch einmal, als die Partie nach der Pause etwas dahingeplätschert war. Eine vergleichsweise schwierige Situation, zumal Peter Schramm, der Anführer und erfahrenste Kopf, fehlte.

Der kürzlich Vater gewordene Rückraumshooter hat sich – so die HSG weiter – eine Teil-Ruptur des hinteren Kreuzbandes in Fürstenfeldbruck zugezogen und wird wahrscheinlich zwei bis vier Monate ausfallen. Ebenso nicht zur Verfügung standen Samuel Wendel, Joschua Braun, Christos Erfifopoulos, Carlos Marquis und Moritz Ebert.

Wie die Mannschaft diese Ausfälle und brenzligen Situationen gegen nie aufsteckende Jung-Galler löste, zauberte HSG-Coach Jörg Lützelberger aber ein breites Lächeln ins Gesicht. Zweimal Youngster Jo Knipp traf in der Schlussphase, zweimal Lukas Köder und Aron Czako gegen seinen Ex-Club waren nach Ballgewinnen auf und davon.

Eine Stärke, die auch schon im ersten Durchgang für einen beruhigenden Vorsprung gesorgt hatte. „Das Tempospiel von Konstanz war auf einem ganz anderen Niveau, deswegen geht das Ergebnis so auch völlig in Ordnung“, bilanzierte Gästetrainer Micha Thiemann, der die vielen Ballverluste bemängelte.

Sein Gegenüber freute sich über eine bemerkenswerte Gesamtleistung in den vergangenen Monaten, die abermals in einer tollen Teamleistung gegen den Tabellenvierten ihren gelungenen Hinrunden-Abschluss fand. Lützelberger fand dafür, gefragt nach den Highlights der ersten elf Spiele, besonders schöne Worte.

„Jede persönliche Zielstellung setzen die Jungs hoch an“, erklärte er, „aber immer unter der Teamzielstellung. Das sind ganz feine Jungs. Das ist eigentlich das Highlight. Die Qualität des Umgangs, den wir miteinander pflegen. Die Beziehungen, die sich entwickelt haben. Es ist eine tolle homogene Gruppe und es macht mir einfach Spaß mit ihnen zu arbeiten.“

Diese Worte, sie seien sinnbildlich für das, was sich auch an diesem Abend in der erneut sehr stimmungsvollen Schänzle-Halle unten auf der Platte abspielte, aber auch im Zusammenspiel mit den frenetisch mitgehenden Fans. Nach zehn Minuten ging die HSG mit 7:4 in Front und hatte in ihrer sehr beweglichen 3:2:1-Deckung die Waffe, die den Gästen von der Schwäbischen Alb erhebliche Probleme bereitete.

Immer wieder sprintete oder flog ein Konstanzer in die Pässe des HBW – danach ging es sofort ab in den Tempogegenstoß. Als Lützelberger zwölf Sekunden vor der Halbzeitsirene die Auszeit nahm – was kurz vor dem Ende in Fürstenfeldbruck vor einer Woche noch nicht zum erhofften Tor geführt hatte – sei hier perfekt genutzt worden.

Dieses Mal fruchtete die Ansage und Jannes Timm traf fast auf den Punkt mit Ablauf der Uhr zum 17:11. Richtig gut drauf war auch der Ex-Balinger Fynn Beckmann, der nicht nur zur frühen Acht-Tore-Führung vollendete (21:13), sondern über die ganze Spielzeit ein ständiger Unruheherd für die das talentierte Gästeteam war.

Gleiches galt für David Knezevic, der sich wie schon in Bruck gut im Umgang mit der Verantwortung nach der Schramm-Verletzung zeigte. „Es ging hoch und runter in beide Richtungen“, fasste der HSG-Trainer treffend zusammen. Und, mit Blick auf die vergangenen Wochen aber auch das Spiel gegen Balingen:

„Sie reagieren. Immer wenn ich gesagt habe es geht mehr, bekomme ich eine Antwort und es geht mehr. Das ist wirkliche eine formidable Mannschaft, die Andre zusammengestellt hat.“ Ganz exemplarische Beispiele dafür waren die beiden Auszeiten kurz vor der Pause und als die Gäste auf zwei Tore aufgeschlossen hatten.

Der 36-Jährige hatte aufgrund der vielen personellen Veränderungen mit Erfolg bewusst auf viel neuen Input verzichtet und auf die „Basis und Sicherheit in unseren Aktionen“ gesetzt. Unzählige Highlights gab es für ihn in der Hinrunde. Spielerisch zählte die zweite Hälfte dieses Mal nicht dazu.

Allerdings kämpferisch und mit ihren vielen kleinen Erfolgsgeschichten wohl doch. Es sind eben die Details, auf die der EHF-Mastercoach Wert legt. Und dafür momentan belohnt wird.