Die Fahrradbranche kämpft mit Schwierigkeiten, Nachfrage dennoch ungebrochen hoch

Die Fahrradbranche kämpft mit Schwierigkeiten, Nachfrage dennoch ungebrochen hoch
Die Gesprächspartner beim Eurobike-Branchengespräch (von links): Bernd-Uwe Gutknecht, Eurobike-Moderator, Burkhard Stork, Geschäftsführer des Zweirad-Industrie-Verbandes ZIV, Claus Fleischer, CEO Bosch eBike Systems und Stefan Reisinger, Eurobike-Bereichsleiter. (Bild: Messe Friedrichshafen)
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Redaktion

Friedrichshafen (wb/dab) – Die Eurobike startet am am 1. September letztmals in Friedrichshafen, alles dreht sich dabei um die ganze Bandbreite Fahrradbranche sowie umfangreiches Zubehör. Auch ein Branchengespräch unter Experten ist traditionell Teil der Messe.

Passend zum Thema teilt der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) nun mit, dass die deutsche Fahrrad- und E-Bike-Industrie auf ein schwieriges erstes Halbjahr 2021 zurückblickt, welches die Hersteller vor große Herausforderungen gestellt hat. Trotzdem konnten Produktion und Export erneut gesteigert werden.

Auch im zweiten Corona-Jahr ist die hohe Nachfrage nach Produkten der deutschen Fahrrad- und E-Bike-Industrie ungebrochen. Weltweit setzten sich Werksschließungen und Produktionsunterbrechungen aus 2020 fort, die Knappheit an Rohstoffen und die Brüche in der Lieferkette haben sich 2021 deutlich verschärft. Trotz alledem konnte die deutsche Fahrrad- und E-Bike-Industrie im ersten Halbjahr die Produktion gegenüber den Vorjahren 2020 und 2019 insgesamt leicht steigern.

Bei den Exporten von Fahrrädern und E-Bikes (Pedelecs) ist ein deutlicher Zuwachs zu verzeichnen (+10,6%). Der Verkauf von E-Bikes in Deutschland ist ebenfalls erneut gestiegen, auf 1,20 Mio. (+9,1%). Mit 1,55 Mio. Fahrräder ohne Tretunterstützung wurden in Deutschland deutlich weniger Fahrzeuge dieser Kategorie verkauft als im Vorjahreszeitraum (-26%).

Nach Einschätzung des ZIV wurden 2020 Produktion und Lagerbestände vollständig verkauft und im ersten Halbjahr 2021 die vorhandenen Kapazitäten vor allem für die Produktion von E-Bikes genutzt. Wäre eine höhere Inlandsanlieferung (Produktion + Import) möglich gewesen, hätten nach Einschätzung des Verbandes sowohl deutlich mehr Fahrräder als auch mehr E-Bikes verkauft werden können. Eine Normalisierung der Situation auf den Weltmärkten und somit auch auf dem heimischen Markt ist so schnell nicht zu erwarten.

Vielmehr rechnet der ZIV mit weiteren negativen Auswirkungen auf die Branche in der zweiten Jahreshälfte und einer mittelfristig angespannten Lage hinsichtlich Rohstoffen, Komponenten und Teilen. Eine Entspannung wird voraussichtlich erst gegen Ende des nächsten Jahres zu erwarten sein. Burkhard Stork, Geschäftsführer des ZIV: „Die Unternehmen der deutschen Fahrradbranche haben den Problemen in der Lieferkette getrotzt und mehr produziert als vor Corona. Vor allem die Mitarbeitenden haben unter schwierigsten Umständen einen großartigen Job gemacht. Die Unternehmen haben sich vor allem auf die Produktion von E-Bikes konzentriert, denn die werden im Moment am stärksten nachgefragt.“

Der Zweirad-Industrie-Verband e.V. ist die nationale Interessenvertretung und Dienstleister der deutschen und internationalen Fahrradindustrie. Dazu gehören Hersteller und Importeure von Fahrrädern, E-Bikes, Fahrradkomponenten und Zubehör.

(Quelle: Messe Friedrichshafen)