Die Deutsche Umwelthilfe, mit Sitz in Radolfszell, hat den „Goldenen Geier“ an den Energiekonzern RWE verliehen

Die Deutsche Umwelthilfe, mit Sitz in Radolfszell, hat den „Goldenen Geier“ an den Energiekonzern RWE verliehen
Goldener Geier (Bild: Martin Adode Stock Montage / Deutsche Umwelthilfe e. V.)
WOCHENBLATT
Redaktion

Radolfszell – Wie einer Pressemitteilung zu entnehmen ist, hat die Stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz den Schmähpreis am 9. Juni an einen Vertreter des Unternehmens am Firmensitz in Essen überreicht. 

Rund 25.000 Verbraucherinnen und Verbraucher haben mitgemacht und online über die „dreisteste Umweltlüge des Jahres“ abgestimmt.

Der Grund: Mit „Schon heute ist der größte Teil unseres Kerngeschäfts grüner Strom“ und ähnlichen Sprüchen wirbt das Unternehmen in Imagefilmen, auf Plakaten und in Internet-Kampagnen aktuell für sich und seinen Strom. Die Wirklichkeit sieht allerdings ganz anders aus: 2020 lag der tatsächliche Anteil Erneuerbarer Energien bei der Energieerzeugung des Konzerns bei lediglich 20,2 Prozent und damit nicht nur weit hinter dem eigenen Versprechen, sondern auch weit hinter dem deutschen Strommix (2020: rund 46 Prozent). RWE ist damit einer der größten CO2-Verursacher Europas.

RWE hat die Abstimmung mit großem Vorsprung gewonnen (44 Prozent der Stimmen). Auf den weiteren Plätzen folgen:

  • Nespresso für ihre umweltschädlichen Einweg-Kaffeekapseln (20 Prozent)
  • Die Firma Tetra Pak, die umweltbelastende Einweg-Getränkeverpackungen als besonders nachhaltig bewirbt (17 Prozent)
  • BMW Motorräder für ihre extreme Lärmbelastung (11 Prozent)
  • Die Pflegeserie „Nature Box“ von Henkel und Schwarzkopf, die damit beworben wird, dass deren Einweg-Plastikverpackungen aus „Social Plastic“ bestehen (8 Prozent)

Die DUH fordert von allen nominierten Unternehmen, ihre Firmenpolitik zu ändern und auf wirklich nachhaltige Produkte und Verfahren umzustellen.

Gegenüber RWE startet die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation eine Protestmail-Aktion. Alle Bürgerinnen und Bürger, die etwas gegen das Greenwashing des Konzerns unternehmen möchten, können sich beteiligen und unter www.duh.de/GoldenerGeier eine Protestmail schicken. So soll der Druck auf RWE weiter erhöht werden.

Mehr Infos: www.duh.de/GoldenerGeier  

(Pressemitteilung: Deutsche Umwelthilfe e. V.)