Die Bank mit Geschmack

Die Bank mit Geschmack
Eine Bank mit Geschmack. Johannes Schwegler, Johannes Vollmer, Friederike Kerekes und Johannes Kiener (v.r.n.l.) entwickelten den Prototyp eines Systems, das Menschen Restaurants empfiehlt. Professor Dr. Wolfram Höpken (links) betreute das Projekt. (Bild: Michael Pfeiffer)
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Redaktion

Studierende der Hochschule Ravensburg-Weingarten haben eine öffentliche Sitzbank um ein „Recommender-System“ ergänzt: Wer sich setzt, wird bei der Restaurant-Suche beraten.

Weingarten – Viele Mägen, viele Meinungen. Die Suche nach einem Restaurant oder Imbiss ist oft kompliziert. Helfen kann da eine neutrale Beratung, die allen Geschmäckern und Vorlieben Rechnung trägt. Studierende der Hochschule Ravensburg-Weingarten (RWU) haben ein System für eine solche Beratung entwickelt und es mit einer öffentlichen Bank verbunden und getestet.

Als Teil des Masters Digital Business haben die vier Studierenden ein sogenanntes „Recommender System“, eine Technologie zur automatisierten Empfehlung entwickelt. “Recommender“- oder Empfehlungs-Systeme helfen, aus einer Menge an Möglichkeiten, die jeweils passende herauszufinden. Der Prototyp wurde mit einer Bank verbunden, die seit einigen Tagen den Weingartner Münsterplatz ziert. „Passanten, die hier Platz nehmen, können vom System angesprochen werden“, erklärte Johannes Schwegler, der an der Entwicklung beteiligt war. „Dann kommt es zu einem Dialog und einer spielerischen Interaktion.“

Nach einigen grundlegenden Fragen, etwa dem gewünschten Standort des Restaurants oder der bevorzugten Küche und Preisklasse, macht das System Vorschläge. Eine Kamera erkennt die Gesichter der Beteiligten und interpretiert deren Mimik mit Hilfe einer künstlichen Intelligenz als Ablehnung oder Zustimmung. Das funktioniere zuverlässig, auch bei mehreren Menschen auf einmal, sagte Johannes Schwegler. Das System ermittle dann die einfache Mehrheit, pro oder contra.

Noch ist die Verbindung zwischen Bank und Recommender-System ein Prototyp. Das Dialog-System ist an einen Laptop gebunden, den die Studierenden nur zeitweise vor der Bank platziert haben. Es gehe zunächst darum, die Umsetzbarkeit zu testen, sagte Professor Dr. Wolfram Höpken, der das Projekt begleitet. Da gäbe es aber viel Potenzial. „Vorstellbar ist etwa ein stationäres Terminal, das den Laptop vor der Bank ersetzen kann“, sagte der Professor für Wirtschaftsinformatik.

Die Studierenden haben den Prototyp gemeinsam mit Passanten getestet und evaluiert. „Das hat super geklappt. Die Menschen waren neugierig und offen“, berichtete die Studentin Friederike Kerekes. Das bestätigt auch der Geschäftsführer des Stadtmarketings Weingarten. Aus deren Büroräumen habe man die Bank im Blick und könne sehen, wie sie von den Menschen in Weingarten angenommen werde, sagte Marcus Schmid. „Solche Projekte sind sowohl für die Stadt und als auch für die lokale Wirtschaftsförderung interessant und wir freuen uns besonders, wenn Wissenschaft und Wirtschaft auf diese Weise zusammengedacht werden.“

(Pressemitteilung: Hochschule Ravensburg-Weingarten/Michael Pfeiffer)