Die Ära Merkel ist vorbei – Adieu Frau Bundeskanzlerin!

Die Ära Merkel ist vorbei – Adieu Frau Bundeskanzlerin!
Angela Merkel freut sich bei der Übergabezeremonie im Kanzleramt über einen Strauß Blumen vom neuen Bundeskanzler Olaf Scholz. (Bild: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Markus Schreiber)

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Redaktion

Vergangene Woche fand der große Zapfenstreich in Berlin statt – und Angela Merkel wurde nach 16 Jahren als Bundeskanzlerin verabschiedet. 5860 Tage Bundeskanzlerin Angela Merkel – ein Resümee über eine Person, die die erste Frau in diesem Amt der Bundesrepublik Deutschland war.

Der Weg zur Kanzlerin

Am 22. November 2005 wurde Angela Merkel mit 397 der 611 gültigen Stimmen der Abgeordneten des 16. Deutschen Bundestages zur Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Sie war mit 51 Jahren die bisher jüngste Amtsinhaberin.

Das US-Wirtschaftsmagazin Forbes nominierte sie nach nur einem Jahr zur einflussreichsten Frau in der Welt. Ebenso erhielt sie kurze Zeit später den Karlspreis der Stadt Aachen.

Krisen in Ihrer Amtszeit

In ihrer Amtszeit gab es einige Krisen, bei denen sie kühlen Kopf bewahrte. Sei es die Finanz- und Bankenkrise, Euro-Krise, Ukraine-Krieg, Brexit, Flüchtlingskrise und schlussendlich die Corona-Pandemie.

Angela Merkel war eine sehr angesehene Politikerin, die mit ihrem politischen Stil die Weltpolitik prägte. Sie war verbindend, und genau das zeichnete sie aus.

Angela Merkel – durchdachtes Handeln

Was machte den Politikstil von Merkel aus? Angela Merkel hat mit ruhiger Hand regiert. Ihre Entscheidungen waren durchdacht, sie wägte Entscheidungen ab, bevor diese umgesetzt und verkündet wurden. Sie war die bescheidene Politikerin, die in der Weltpolitik hohes Ansehen hatte. Über Parteigrenzen hinweg hatte sie großen Zuspruch.

Die Beliebtheit der Kanzlerin

Angela Merkels Beliebtheit spiegelte sich auch in den Bundestagswahlen wieder. Viele Bürgerinnen und Bürger, die politisch einer anderen Partei zuzurechnen waren, wählten Angela Merkel. Sie stand für Beständigkeit und dafür, dass es den Menschen in Deutschland gut ging. Souverän und selbstbewusst führte sie die Geschicke von Deutschland.

16 Jahre lang leistete sie einen 24-Stunden-Job, und ihre Verdienste für das geeinte Europa werden in Erinnerung bleiben. In all ihren Entscheidungen und in ihrem politischen Wirken spielte Sachlichkeit eine große Rolle.

Einige Länder haben Deutschland für Angela Merkel beneidet. Das hohe Ansehen Deutschlands in der Welt war mitunter ein großer Verdienst von Angela Merkel.

Merkel – Die Vermittlerin und Handlungsführerin

Merkel war gute Vermittlerin bei Verhandlungen und brillierte durch ihren ruhigen, sachlichen Verhandlungsstil. Doch Merkel hatte auch in ihren eigenen Reihen Gegner. Was hielten Kritiker der Bundeskanzlerin vor? Da hieß es, dass sie zauderte, sich bei manchen Dingen zu viel Zeit gelassen hat, und dass sie manche Entscheidungen einfach ausgesessen hat. Sie verstand es aber, die Oberhand zu behalten und konnte sich diesen Gegnern entgegenstellen.

Mit Merkel verlässt eine große Politikerin die politische Bühne in Deutschland. Im Gegensatz zu ihren Vorgängern ist sie es, die nicht nochmals für eine weitere Amtszeit antrat.

CDU – Wie geht es mit der Partei nach Angela Merkel weiter?

Die Christlich Demokratische Union (CDU) musste bei den Bundestagswahlen im September 2021 deutlich Federn lassen. Viele gaben dem Spitzenkandidaten Armin Laschet die Schuld am Versagen. Erstmals wurde deutlich, welche Stabilität die Bundeskanzlerin für die Union war.

Die Union galt einst als Volkspartei, doch davon entfernt sie sich momentan. Die Union muss sich nun neu „finden“, entscheidet mit einer Mitgliederbefragung über ihren neuen Bundesvorsitzenden. Damit die CDU nicht in Bedeutungslosigkeit verschwindet, muss sie sich personell wie auch inhaltlich in den nächsten Jahren neu aufstellen. Die nächsten vier Jahre auf der Oppositionsbank sind daher eine Chance, um wieder auf die politische Bühne zurückzukehren.

Machen Sie es gut, Frau Bundeskanzlerin – Deutschland hat Ihnen viel zu verdanken.