Derbysieg in Kaufbeuren schließt Osterprogramm versöhnlich ab

Derbysieg in Kaufbeuren schließt Osterprogramm versöhnlich ab
Stürmer John Henrion, der im 2. Abschnitt einen Hattrick erzielte. (Bild: F. Enderle)
WOCHENBLATT
Redaktion

Die Ravensburg Towerstars haben sich dank eines fulminanten Mittelabschnitts drei enorm wichtige Punkte in Kaufbeuren gesichert.

Die Oberschwaben, die beim Derby in Kaufbeuren diesmal mit Jonas Langmann zwischen den Pfosten starteten, hatten alles andere als einen guten Start ins Spiel. Kaufbeuren schnürte sie immer wieder in deren Drittel ein und John Lammers überraschte den Ravensburger Keeper nach knapp drei Minuten mit dem 1:0 aus spitzem Winkel.

Das frühe Gegentor hemmte in der Folgezeit das Ravensburger Spiel, erst nach rund sechs Minuten gab es durch Mathieu Pompei und Robbie Czarnik die erste nennenswerte Torszene. Kaufbeuren blieb allerdings klar spielbestimmend, zumal sich die Towerstars durch zwei Strafzeiten in der 7. und 12. Spielminute selbst schwächten. Gegen die erste Unterzahl wurde noch erfolgreich angekämpft, in der 13. Minute war es dann aber passiert. Julian Eichinger schlenzte die Scheibe in Richtung Ravensburger Tor und Tyler Spurgeon lenkte am linken Pfosten den Puck zum 2:0 für Kaufbeuren ins Netz.

Eine Strafzeit gegen Kaufbeuren läutete dann aber eine deutlich bessere Phase der Towerstars ein. Die Chancendichte nahm jetzt deutlich zu, es wurden auch mehr Zweikämpfe schon in der neutralen Zone gewonnen. Es dauerte zwar bis zur 20. Minute, dann aber wurden die Bemühungen auch belohnt. Nach einem gewonnenen Bully lief eine Kombination blitzschnell vor das ESVK-Gehäuse, dort vollendete dann James Bettauer zum 2:1. Glück hatten die Towerstars freilich, dass kurz zuvor John Lammers völlig frei vor dem Ravensburger Tor die Riesenchance zum 3:0 vergab.

Der zweite Spielabschnitt war dann vollkommen verdreht. Die Towerstars hatten durch den Anschlusstreffer Selbstvertrauen getankt, die Gastgeber hingegen wirkten überraschend unsortiert. Die Towerstars machten vom Anspielbully an viel Druck und waren stets zwei Schritte schneller als der Gegenspieler. Nach rund viereinhalb Minuten spiegelte sich dies verdientermaßen auch im Spielstand wider. Einen am Torraum frei liegenden Puck stocherte Kai Hospelt energisch zum 2:2 Ausgleich über die Linie. Die Ravensburger Cracks sahen den Gegner auch danach mächtig wackeln. Sie erhöhten das Tempo und belohnten sich nur drei Minuten später mit der erstmaligen Führung. Joshua Samanski setzte Kollege John Henrion auf dem rechten Flügel in Szene und bei dessen Schuss griff Kaufbeurens Torhüter Benedikt Hötzinger ins Leere. Auch danach war das Team von Coach Marc Vorderbrüggen nicht zu bremsen.

Nachdem sich Kaufbeuren rund fünf Minuten gegen das regelrechte Powerplay der Towerstars wehren konnte, folgte der nächste Treffer in der 34. Minute. Wieder wirbelte die zweite Sturmreihe durch das gegnerische Drittel, dann wurde der Puck in einer unübersichtlichen Situation unter ESVK-Keeper Hötzinger begraben. Die Unparteiischen entschieden zunächst auf „kein Tor“, revidierten die Entscheidung aber dann nach der Sichtung des Videobeweises. Der Puck hatte die Linie vollständig überschritten, die Towerstars lagen jetzt mit 4:2 in Front. Damit war der Torhunger der Oberschwaben allerdings noch nicht gestillt. Drei Minuten vor der zweiten Pause erhöhte John Henrion sogar auf 5:2, als er einen Pass von Patrick Seifert kurz vor der eigenen blauen Linie annahm und den Kaufbeurer Torhüter erneut überraschte.

Dass die Hausherren im Schlussabschnitt noch einmal alles auf eine Karte setzen würden, dafür bekamen die Oberschwaben schon in den letzten zwei Minuten des Mitteldrittels einen Vorgeschmack. Der ESVK spielte mit viel Tempo in Richtung Ravensburger Tor, das inzwischen von Olafr Schmidt gehütet wurde. Jonas Langmann verspürte kurz vor der Pause ein muskuläres Ziehen, vorsorglich wurde der Torhüterwechsel vollzogen.

Zwar musste sich die Ravensburger Defensive in den letzten 20 Minuten immer wieder längeren Druckphasen der Allgäuer erwehren, das gelang aber mit viel Kampf und Moral erfolgreich. Auch fünf Minuten vor Ende, als Pawel Dronia wegen eines Checks hinter dem gegnerischen Tor eine 2 plus 10 Minuten Strafzeit kassierte und es danach zur „Rudelbildung“ kam. Für die zweiminütige Überzahl der Gastgeber holte ESVK-Trainer Rob Pallin seinen Torhüter für einen weiteren Feldspieler vom Eis, doch auch die doppelte Unterzahl brachten die Towerstars schadlos über die Zeit.

Damit haben die Towerstars das Osterprogramm doch noch zufriedenstellend und mit sieben Punkten abgeschlossen und damit einen weiteren Schritt in Richtung Viertelfinale gemacht. Gespannt richten sich die Blicke jetzt natürlich nach Heilbronn und Bietigheim, wo PCR Tests erst einmal terminliche Klarheit über das finale Wochenende der Hauptrunde bringen müssen.