Der Sommer hält sich weiter bedeckt – aber der Regen wird wärmer

Der Sommer hält sich weiter bedeckt – aber der Regen wird wärmer
Das Wetter bleibt wechselhaft, doch zumindest wird der Regen wärmer. (Bild: Pixabay)

Lindau – Wilfried Vögel hat sich mit unserem Wochenblatt-Wetterfrosch Niklas Kaa über die aktuelle Wettersituation unterhalten.

WV: Niklas, was erwartet uns in den nächsten Stunden und Tagen?

NK: Für heute Abend, in der Nacht und am morgigen Donnerstag rechne ich wieder mit größeren Regenmengen. Eine massive Regenfront macht sich aktuell von Frankreich und der Schweiz zu uns auf den Weg. Da können dann schon nochmal 40 – 70 Liter auf den Quadratmeter runterkommen. Örtlich muss man mit Überflutungen rechnen.

WV: Was bedeutet das für den Bodensee und die Zuflüsse?

NK: Der See wird wohl nochmals um 30 – 40 cm steigen. Da kratzen wir schon mal an der 5-Meter-Marke. Dazu kommen noch Böen, die in der Spitze rund 100 km/h erreichen können. Da muss man mit einem starken Wellengang rechnen. Auch die Hauptzuflüsse wie Rhein und Argen sind vom Hochwasser bedroht. Da sollte man die Uferbereiche meiden.

WV: Und wie geht es dann weiter?

NK: Es bleibt leider wechselhaft. Aber die gute Nachricht: Wenigstens wird der Regen wärmer. Ein paar Tage könnte es sogar aus heutiger Sicht trocken bleiben. Dann erwarte ich Temperaturen von 24 – 28 Grad. Danach drohen aber schon wieder neue Regenschauer.

WV: Warum setzt sich bei uns kein stabiles Hoch durch?

NK: Über uns dreht sich ein Höhenkaltlufttief, quasi über unseren Köpfen, das irgendwie nicht entkommen kann. Wir sind zudem von kleineren aber aktiven Tiefs umzingelt, die uns keine Ruhepause gönnen.

WV: War das dann der Sommer 2021?

NK: Definitiv nein. Wenn die Tiefs auf ihrer Zugbahn nur 100 – 150 km west- oder ostwärts ziehen, kann sich im August schon noch eine stabile Schönwetterlage entwickeln. Dann sind auch für 5 – 10 Tage Temperaturen um 30 Grad möglich.

WV: Dann müssen wir uns also noch in Geduld üben?

NK: Auf jeden Fall. Aber ich rate die nächsten Stunden und Tage zu großer Vorsicht.