Der Kreis Ravensburg als Solarstromlandkreis Nr. 1: Bürger sollen überzeugt werden und mitmachen

Der Kreis Ravensburg als Solarstromlandkreis Nr. 1: Bürger sollen überzeugt werden und mitmachen
Christof Rauhut erklärt Landrat Harald Sievers (re) und Walter Göppel, GF Energieagentur Ravensburg (li) die Anlage auf dem Dach. In der Mitte Sabine Rauhut (Bild: Daniela Leberer)

Der Weg dabei führt über die Dächer, denn dank der 1.700 Sonnenstunden im Jahr wären die optimalen Voraussetzungen zur Nutzung der Sonnenenergie gegeben. Wie der Eigenverbrauch erzeugter Solarenergie in der Praxis funktionieren kann, zeigt Familie Rauhut aus Bad Waldsee bei einem Pressetermin vor Ort. Mit dabei waren Landrat Harald Sievers, Kreisentwicklungsdezernentin Iris Steger und Walter Göppel, GF der Energieberatung Ravensburg.

Die ganze Familie zieht an einem Strang, brennt für ihre „besondere Unabhängigkeit“ und hat dafür gerne ein paar Lebensgewohnheiten umgestellt. Die Sonne schickt den privaten Anlagebetreibern dank der erweiterten PV-Anlage auf dem Dach (installierte Leistung von 10 KWp) keine Energie-Rechnung ins Haus und das E-Auto kann gemütlich in der Garage über die Wandladestation umweltfreundlich aufgeladen werden. Damit der erzeugte Solarstrom auch abends oder nachts noch zur Verfügung steht, gibt es einen zusätzlichen Batteriespeicher. Der Überschuss geht ins Netz. Wie sieht es mit Schnee auf der Solaranlage aus?

Leben mit dem Wetterbericht

„Wer eine Solaranlage hat, stellt im Laufe der Zeit sein Leben etwas um und lebt gewissermaßen mehr mit dem Wetterbericht“, so Christof Rauhut. Die große Wäsche wird auf morgen verschoben und die Spülmaschine läuft halt erst am Abend. Gesteuert und überwacht wird alles über das Tablet. Hier sieht man genau, wie der aktuelle Verbrauch ist und kann jonglieren. Natürlich ist das auch von unterwegs möglich. Man ist sein eigener Energiemanager.

Über das Tablet wird alles gesteuert (Bild: Daniela Leberer)

Die Begeisterung für Erneuerbare Energien liegt bei Christof Rauhut in der Familie. Sein Vater hatte eine der ersten PV-Anlagen in Bad Waldsee. Mittlerweile ist der Hausherr beliebter Ansprechpartner im Bekanntenkreis zu diesem Thema und hat mit seiner Erfahrung schon mehrere Freunde animiert. Sicherlich muss man für den Moment Geld in die Hand nehmen. Hier waren es mit Speicher ca. 20.000 EUR, abzüglich der Förderungen. Wenn man aber bedenkt, dass man monatlich um die 300 EUR spart (incl. dem Aufladen des Autos), geht die Rechnung in ein paar Jahren auf.

Mit Eigenstrom wird das E-Auto umweltfreundlich geladen (Bild: Daniela Leberer)

Bekenntnis zur Energiewende

Landrat Sievers wirbt seit langem für die Energie vom Dach und ist begeistert vom Enthusiasmus und der Vorbildfunktion des Hausherrn. Die Solarenergie soll nach vorne gebracht werden und die Bürger sich weiter für das Thema interessieren. „Wünschenswert wäre es, wenn die Bürger die Solarenergie selbst in die Hand nehmen würden“, so Sievers. Unterstützung gibt es durch verschiedene Fördermittel, Kampagnen und Energie-Spaziergänge sollen neugierig machen.

Für die WALL-Box gibt es 900 EUR KFW-Förderung (Bild: Daniela Leberer)

Vom Sofa aus den Solaratlas entdecken

Eine große Hilfe für die Bürger ist die Energieagentur Ravensburg, Zeppelinstraße 16. Hier werden zu diesem Thema verschiedene Online-Seminare angeboten oder man kann sich telefonisch (0751 / 7647070) informieren. „Bisher sind erst ca. 15 Prozent der Dächer im Landkreis belegt, etwa 142.700 wären insgesamt für die Sonnenstromerzeugung geeignet“, erklärt Walter Göppel. An geeigneten Dächern und Sonnenstunden fehlt es im Landkreis Ravensburg sicherlich nicht. Ob sich das eigene Dach grundsätzlich für die Stromerzeugung eignet, kann man gemütlich vom eigenem Sofa aus mit dem „Solaratlas“ des Landkreises Ravensburg mit ein paar Klicks herausfinden: www.rv.de/solaratlas.

Info: Die nächste Online-Infoveranstaltung des Landkreises Ravensburg und der Energieagentur ist am Montag, 26. April, von 18.30 bis 20 Uhr. Anmeldung per Mail: k.dold@rv.de