Der erste Schritt in die Wirtschaft Das ist die Arbeit der studentischen Unternehmensberatung kreaktiv

Das ist die Arbeit der studentischen Unternehmensberatung kreaktiv
Die studentischen Unternehmensberater von "kreaktiv" sammeln erste Erfahrungen in der Wirtschaft. (Bild: kreaktiv)
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Redaktion

Von Marketing über IT bis hin zu Prozessmanagement: Sie klingen gut, die Themen, mit denen sich die Studierenden von „kreaktiv“ beschäftigen, der 2001 gegründeten studentische Unternehmensberatung an der Hochschule Ravensburg-Weingarten. Und die hat mit Florian Waldraff, Student im 4. Semester BWL und Management, einen neuen Chef.

Seit einem Jahr ist Florian Waldraff bei kreaktiv. Begonnen hat er im Bereich Human Resources (HR), der Umfasst alle Themen rund um Mitgliederverwaltung und Eventplanung. Anfang August wurde er schließlich von den Mitgliedern zum neuen Vorstandsvorsitzenden gewählt, und kümmert sich seit dem um die Leitung des Vereins, aber auch um Schulungen und weiterhin Themen aus dem HR-Bereich. „Am meisten Spaß dabei macht mir das Netzwerken“, sagt der 23-Jährige. Neue Leute kennenlernen, Freunde finden, gemeinsame Events veranstalten – das ist genau sein Ding. Seit einem Jahr hat sich der Verein vorgenommen, jeden Monat ein Social-Event zu veranstalten. Das sind zum Beispiel Grillabende, eine Weinwanderung oder Teamevents zusammen mit den Nachbarn aus Neu-Ulm.

Florian Waldraff ist neuer Vereins-Chef von kreaktiv.
Florian Waldraff ist neuer Vereins-Chef von kreaktiv.
(Bild: Jennifer Hoppe)

Von Verwaltungs-Apps und Restaurants: Das macht eine studentische Unternehmensberatung

Studentische Unternehmensberatungen sind meist gemeinnützige Vereine. Über 100 gibt es davon in Deutschland. Sie bestehen zum größten Teil aus Studierenden, die hier erste Erfahrungen in der Beratungsbranche sammeln wollen. Bei kreaktiv gibt es 35 aktive Mitglieder aus zehn Studiengängen, die sich an die Beratungsprojekte wagen. „Die Themen, die bei uns aktuell am stärksten vertreten sind, sind Marketing und Konkurrenzanalyse“, sagt Florian. So laufen zum Beispiel Projekte mit der L’Osteria oder der Stadt Wangen, außerdem wurde bereits eine Verwaltungsapp zur Automatisierung von Dokumenten entwickelt und eine Fehleranalyse in einem Logistikunternehmen gestellt.

Wöchentliche Meetings für Absprachen

Jeden Montag um 19.30 Uhr treffen sich die Vereinsmitglieder, um sich über aktuelle Themen auszutauschen. Denn auch intern gibt es viel zu tun: Der Verein ist in die Bereiche HR, Marketing, Qualitätsmanagement, IT und Finanzen aufgeteilt, die sich um die internen Prozesse kümmern. Deshalb können die klassischen Montagsmeetings auch mal bis 22 Uhr oder länger gehen.

So wird man Teil der studentischen Unternehmensberatung

Um Mitglied bei kreaktiv zu werden, ist folgendes nötig: „Man reicht bei uns eine Bewerbung ein und es gibt dann ein persönliches Kennenlernen“, sagt der Vorstandsvorsitzende. Am anschließenden „Potential Day“ gibt es dann eine Case Study, also einen fiktiven Fall aus der Beratungsbranche, sowie Einzelgespräche und die potenziellen künftigen Mitglieder bekommen Informationen über den Verein. In den kommenden Wochen werden dann Schulungen organisiert und die neuen Mitglieder bekommen sogenannte Anwärterprojekte, die sie bearbeiten dürfen.

Florian: „Wir wollen den Mitgliedern die Möglichkeit geben, solche Projekte zu bearbeiten. Viele trauen sich es noch nicht ganz zu, deshalb stellen wir immer ausgeglichene Teams zusammen aus erfahrenen und neuen Mitgliedern.“ Problematisch werden könnte es aber im nächsten Semester: „Viele Mitglieder sind dann im Praxissemester, daher werden es wahrscheinlich etwas weniger aktive Leute sein.“

Mitglieder der Unternehmensberatung während der Planungen.
Mitglieder der Unternehmensberatung während der Planungen.
(Bild: Felix Kirchner)

Verschiedene Sichtweisen aus unterschiedlichen Studiengängen

Dennoch, die Vielfalt bleibt gegeben: Mit zehn unterschiedlichen Studiengängen – von BWL über Lehramt bis zu Gesundheitsökonomie – gibt es immer verschiedene Perspektiven zu den einzelnen Themen. So kam es zum Beispiel vor, dass die Montagsmeetings mit einer Runde Yoga beendet wurden.

Für Florian Waldraff beginnt mit der Vorstandszeit nun eine neue Phase. Nachdem er drei Monate lang seiner Vorgängerin Saskia Teufel über die Schulter geschaut hat, wird er jetzt die Geschäfte selbst übernehmen. „Ich bin froh, dass ich die Chance bekommen habe und mich der Herausforderung stellen darf.“ Wir sind gespannt auf neue Projekte!  

Ein Beitrag von Konrad Schröter