Bundeswehr-Hilfeleistung in Pflegeheimen kann nach sechs Wochen enden

Bundeswehr-Hilfeleistung in Pflegeheimen kann nach sechs Wochen enden
Stehen für insgesamt 30 Soldatinnen und Soldaten, die sechs Wochen lang im Bodenseekreis Schnelltests beim Zugang zu Pflegeheimen durchgeführt haben, um das Pflegepersonal zu entlasten: vorne zwei Soldaten des 3. Feldjägerregiments; hinten (v. l.) Roland Hund von der Stiftung Liebenau, Ulrich Müllerschön vom Landratsamt, Hauptmann Dr. Marcus Wohler vom Kreisverbindungskommando. (Bild: Landratsamt Bodenseekreis)
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Redaktion

Bodenseekreis – Sechs Wochen lang haben Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr im Bodenseekreis geholfen, das Corona-Virus von Pflegeheimen fernzuhalten.

Am Donnerstag, 11. März 2021 kann die zivil-militärische Hilfeleistung enden, denn die betreffenden Pflegeheime haben in der Zwischenzeit mit Hilfe des Jobcenters zivile Testerinnen und Tester rekrutieren können. Diese werden künftig an den Eingängen der betreffenden Heime die Schnelltests bei Besuchenden und Personal durchführen. Die Unterstützung durch die Truppe war eine echte Entlastung für das Personal in den Pflegeeinrichtungen und eine menschlich wertvolle Erfahrung für die jungen Militärangehörigen.

„Wir haben von den Besuchern und Mitarbeitern der Pflegeheime sehr viele positive Rückmeldungen bekommen. Diese Bestätigung war für unsere Soldatinnen und Soldaten sehr wichtig, denn sie zeigt, wie sinnvoll und gebraucht diese Hilfeleistung war“, erklärt Hauptman Dr. Marcus Wohler vom Kreisverbindungskommando, das den Kontakt zwischen der Truppe und dem Landratsamt koordiniert hat. Das Kreisverbindungskommando besteht aus ehrenamtlich arbeitenden Reservisten des Landeskommandos Baden-Württemberg und ist fester Bestandteil der Katastrophenstabsstruktur des Landkreises. Es wird aktiv, wenn zur Bewältigung einer Krisenlage die Hilfe der Bundeswehr angefordert werden soll. Wohler berichtet von sehr freundlichen und teilweise herzlichen Begegnungen bei den regelmäßigen Tests von Pflegekräften und Angestellten der Heime. „Wir haben uns sehr willkommen gefühlt“, ergänzt er.

Seit Ende Januar 2021 hat die Bundeswehr in insgesamt 15 Pflegeheimen die Eingangstestungen übernommen. Mit der Testpflicht für Besuchende seit kurz nach Jahresbeginn war der Arbeitsaufwand für die ohnehin schon unter deutlich erschwerten Bedingungen arbeitenden Pflegekräfte zusätzlich angestiegen. Das Sozialamt des Bodenseekreises hatte daraufhin den Unterstützungsbedarf bei den Pflegeheimen im Landkreis abgefragt und die zivil-militärische Hilfeleistung gemeinsam mit dem Kreisverbindungskommando innerhalb weniger Tage zum Laufen gebracht. Zunächst leisteten 15 Soldaten der Panzerpionierkompanie 550 der deutsch-französischen Brigade aus Stetten am Kalten Markt diesen Dienst im Bodenseekreis, den zweiten Teil übernahmen dann 15 Soldatinnen und Soldaten des 3. Feldjägerregiments der Standorte Bruchsal, Stetten am kalten Markt und Ulm. Das Landratsamt organisierte die Unterbringung der Militärangehörigen, deren Schulung durch das DRK und die Einsatzplanung während der sechs Wochen. Insgesamt wurden bei er Aktion durch die Bundewehr etwa 2.500 Arbeitsstunden geleistet. An besonders geschäftigen Tagen wurden in größeren Einrichtungen jeweils um die 100 Schnelltests durchgeführt.

„Die Arbeit der Bundeswehr war eine wichtige Hilfe in einer schwierigen Zeit“, sagt dazu Roland Hund, Regionalleiter Bodenseekreis bei der Stiftung Liebenau. „Dass dieser Einsatz so schnell und gut organisiert wurde, haben wir auch als Wertschätzung unserer Arbeit gesehen und sind dafür sehr dankbar“, erklärt Hund stellvertretend für die beteiligten Pflegeheime. Ab Ende der Woche werden beispielsweise im Franziskuszentrum Friedrichshafen vier durch das Jobcenter des Bodenseekreises vermittelte Testerinnen und Tester diese Aufgabe übernehmen. Kreisweit haben sich schon über 100 Interessierte gemeldet, die nun passgenau jobmäßig an die Pflegeeinrichtungen vermittelt werden, um dort künftig das Pflegepersonal zu entlasten.

Bei Ulrich Müllerschön liefen im Landratsamt die Fäden zusammen. Der Chef des Sozialamts hat sich persönlich darum gekümmert, dass die Pflegeheime die nötige Unterstützung bekommen. „Wir wurden in den zurückliegenden Monaten immer wieder Zeuge, wie verheerend ein Corona-Ausbruch in Pflegeheimen sein kann. Entsprechend hoch war die Motivation aller Beteiligten, mit der Unterstützungsaktion einen wirksamen Beitrag zum Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner in den Heimen zu leisten. Für diese außergewöhnliche und wirklich gute Zusammenarbeit bin ich sehr dankbar“, so Müllerschön.   

(Quelle: Landratsamt Bodenseekreis)