Interessantes entdecken Biennale Lindau: Ein Besuch, der sich lohnt

Biennale Lindau: Ein Besuch, der sich lohnt
Was schwimmt denn da auf dem Bodensee? (Bild: Daniela Leberer)
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Redaktion

Lindau (le) – Wer aktuell über die Insel in Lindau schlendert, entdeckt im öffentlichen Raum besondere Werke und Hingucker. 20 junge, zeitgenössische Künstler stellen noch bis Ende September ihre Werke aus. Wer möchte, kann sogar in einer riesigen Holzschale entspannen und sich auf dem See treiben lassen.

Auf der Hinteren Insel in Lindau gibt es nicht nur eine Traumsicht auf den Bodensee und die Alpen – hier gibt es geballte Kunst, sogar mitten auf dem See. Ein Highlight und begehrtes Fotomotiv letzten Samstag war eine treibende Holzschale. Da schwimmt urplötzlich ein kunstvoll gestaltetes Holzgefäß im Bodensee, das gen Himmel freie Sicht bietet und auch noch mit bequemen Polstern ausgestattet ist. Was ist das?

Entspannt das Wellenrauschen genießen

Einige Touristen, die bei der gnadenlosen Hitze kurzerhand ins Wasser hüpften, staunten nicht schlecht, als das Holzteil an ihnen vorbeischipperte. Das Geheimnis war schnell gelüftet. Es handelte sich um die Kontemplationsschale von Künstler Peter Zahel. Er lädt während der Biennale dazu ein, sich in seinem runden Boot auf den Bodensee hinaus treiben zu lassen. „Man verliert Gefühl für Raum und Zeit. Lediglich der Himmel kann beobachtet, alles Weitere im Stillen kontempliert werden,“ so im Biennale-Flyer zu lesen. Zu welchen Zeiten und wo die Holzschale wieder im Einsatz ist, steht unter www.bienale-lindau.de

Ein besonderer Genuss: Die Kontemplationsschale von Künstler Peter Zahel wird während der Biennale Lindau an verschiedenen Anlegestellen eingesetzt. (Bild: Daniela Leberer)
Ein besonderer Genuss: Die Kontemplationsschale von Künstler Peter Zahel wird während der Biennale Lindau an verschiedenen Anlegestellen eingesetzt. (Bild: Daniela Leberer)

Momente des Innehaltens

Die künstlerische Leiterin der Biennale, Sophie-Charlotte Bombeck, kam selbst schon mal in den Genuss, sich in der Kontemplationsschale treiben zu lassen und war von dem Erlebnis beeindruckt. „Als ich Peter Zahel in der Akademie der bildenden Künste in München kennenlernte, lud er mich zu einem besonderen Moment des Innehaltens in sein schwimmendes Kunstwerk aus Holz ein. Es geht um das Herunterkommen im Alltag. Man schaltet wirklich einen Gang zurück.“

Der Growroom ist ein Ort der Begegnung und des Austausches auf der Hinteren Insel. (Bild: Daniela Leberer)
Der Growroom ist ein Ort der Begegnung und des Austausches auf der Hinteren Insel. (Bild: Daniela Leberer)

Hereinspaziert

Ein paar Meter weiter auf dem Schützingerweg entdeckt man schon von Weitem ein kleines blühendes Wunderwerk, dass nicht nur Bienen und Schmetterlinge, sondern auch Spaziergänger anziehen soll. Der Growroom ist eine Kooperation mit der Stadtgärtnerei Lindau. Hier hat man sich mit Kunst und Natur auseinandergesetzt und die Besucher fühlen sich wie in einer Art bepflanzten Laube. Das Ziel: Mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen und sich über die Combi Kunst und Natur auseinanderzusetzen.

Lästig und schön zugleich

Treibholz und Schwemmholz ist ein großes Problem für die Ufer des Bodensees. Die jährlichen Hochwasser vom Rhein und den Seitenflüssen bringen regelmäßig Massen an abgestorbenem Holz an die Lindauer Insel. Zu diesem Thema und anlässlich der Biennale hat der Künstler Prof. Martin Pfeifle gemeinsam mit seinen Studierenden der PBSA Hochschule Düsseldorf eine Skulptur aus Schwemmholz, ebenfalls auf dem Schützingerweg zu finden, entstehen lassen.

Skulptur aus Treibholz, das in Lindau angeschwemmt wurde. (Bild: Daniela Leberer)
Skulptur aus Treibholz, das in Lindau angeschwemmt wurde. (Bild: Daniela Leberer)

Filigran und glänzend

Die Aluminium-Skulpturen von Toshihiko Mitsuya im Luitpoldpark glänzen bizarr in der Sonne und sind ein wahres Besuchsmagnet. Jeder möchte sich inmitten der 100 detailgetreuen Alugewächse fotografieren lassen. Hier ist allerdings Vorsicht geboten, denn die filigranen Teile gehen schnell kaputt und das wäre schade.

Bis Ende September haben Besucher noch die Gelegenheit, sich mit den Werken auseinanderzusetzen und die Objekte auf sich wirken zu lassen.