Beste Gesellinnen und Gesellen kommen aus dem Fleischerhandwerk

Beste Gesellinnen und Gesellen kommen aus dem Fleischerhandwerk
Freudige Gesichter nach der Preisverleihung (von links): „Gesellin des Jahres“ Melissa Meloncelli mit den beiden anderen Preisträgern Valentin Müller und Markus Müller sowie Peter Buck und Jaqueline Egger-Buck (beide Fränkel Stiftung), Rolf Diemer (Autohaus Oskar Bleicher), Thomas Stubanus (Sparkasse Bodensee) und Dennis Diemer (Autohaus Oskar Bleicher) (Bild: KHS Bodenseekreis / Ulrich Stock)
WOCHENBLATT
Redaktion

Nachwuchsförderpreis des Handwerks geht an Melissa Meloncelli, Valentin Müller und Markus Müller

Über 200 Auszubildende aus dem Bodenseekreis haben in diesem Jahr ihre Lehre erfolgreich abgeschlossen. Drei von ihnen waren besonders gut – sie bestanden die Gesellenprüfung mit Spitzennoten. Dafür wurden sie jetzt mit dem Nachwuchsförderpreis des Handwerks 2022 geehrt. Bereits zum elften Mal konnte die Kreishandwerkerschaft (KHS) Bodenseekreis diesen Sonderpreis vergeben, unterstützt vor allem von der Fränkel Stiftung und der Sparkasse Bodensee.

Dass alle drei Ausgezeichneten aus dem Fleischerhandwerk kommen, gab es seit Einführung des Förderpreises noch nie. Darüber freute sich nicht nur Kreishandwerksmeister Günter Gebauer, sondern ganz besonders auch Rainer Gössl, Prüfungsvorsitzender für das Fleischerhandwerk und zugleich Obermeister der Metzger-Innung. Schließlich leiden zurzeit nicht wenige Metzgereibetriebe unter akutem Fachkräftebedarf.

Übergeben wurden die Preise im Kochstudio der Fränkel AG in Friedrichshafen. Dazu eingeladen hatten Peter Buck und seine Tochter Jaqueline Egger-Buck – sie bilden nicht nur den Vorstand der Fränkel AG, sondern führen auch die Fränkel Stiftung. „Wir kommen selbst aus dem Handwerk, der Grundstein für unser Unternehmen wurde bereits im Jahr 1888 gelegt“, so Egger-Buck. Daher fühle man sich dem Handwerk besonders verbunden und habe als Partner der Kreishandwerkerschaft von Anfang an den Nachwuchsförderpreis unterstützt. Denn es sei wichtig, gerade das Junghandwerk zu fördern, betonte die Vorständin der Stiftung.

„Gesellin des Jahres“

Melissa Meloncelli erreichte bei den diesjährigen Abschlussprüfungen das beste Ergebnis im Bodenseekreis. Damit ist sie die „Gesellin des Jahres“ im Bodenseekreis. Dieser Schriftzug ziert auch den VW ID.3, den die Jahrgangsbeste zur Belohnung nun ein Jahr lang fahren darf. Das Fleischerhandwerk hat die 25-Jährige im Ausbildungsbetrieb Fridolin Zugmantel in Überlingen erlernt. Wie Egger-Buck in der Laudatio hervorhob, hat die Preisträgerin bereits einen Berufsabschluss als Bankkauffrau in der Tasche. Doch das habe ihr nicht genügt, denn von jeher habe die junge Frau Fleischerin werden wollen, auch weil schon ihr Großvater diesen Beruf ausgeübt hatte.

Den zweitbesten Abschluss machte Valentin Müller (21) aus Deisendorf und bekommt dafür als Belohnung ebenfalls ein Jahr lang einen VW ID.3 zur Verfügung gestellt. Den Autoschlüssel überreichte in diesem Fall Thomas Böse von der INTER Versicherung, der zuvor schon die Laudatio gehalten hatte. Auch dieser Preisträger hatte zunächst eine andere Ausbildung absolviert, und zwar in einem landwirtschaftlichen Betrieb, bevor er sich entschied, auch noch eine Fleischerlehre zu machen.

Nächste Station: Meisterprüfung

Nur knapp hinter Valentin Müller rangiert dessen Cousin Markus Müller (23) auf Platz 3. Ebenfalls in Deisendorf beheimatet hatte dieser zuerst eine Ausbildung als Koch absolviert und anschließend mit verkürzter Lehrzeit den Fleischerberuf erlernt. Als Preis für diesen herausragenden Abschluss erhielt er aus den Händen von Thomas Stubanus von der Sparkasse Bodensee einen Gutschein für ein Meisterstipendium. Ihre Ausbildung zum Fleischer absolvierten die beiden Cousins bei der Metzgerei Harald Hügle in Frickingen bzw. in Heiligenberg.

Dass nicht nur Fleiß, sondern auch ein klares und festes Ziel vor Augen die Voraussetzung für solch einen überdurchschnittlichen Abschluss sind, beschreibt Preisträgerin Meloncelli so: „Ich habe auf diesen Notendurchschnitt hingearbeitet und noch nie habe ich für einen Abschluss so viel gelernt.“ Dass alle drei Fleischerlehrlinge derart gute Ergebnisse abgeliefert haben, „mag auch damit zusammenhängen, dass wir während der Corona-Zeit im Homeschooling meistens zusammen waren und uns dabei gegenseitig motiviert haben“, meint Valentin Müller. Und Markus Müller ergänzt: „Dass wir alle drei bereits vorab eine Berufsausbildung absolviert hatten, dürfte auch eine Rolle gespielt haben.“