Bello & Co. kriegen keine Luft. Gehen Sie nicht einfach daran vorbei!

Bello & Co. kriegen keine Luft. Gehen Sie nicht einfach daran vorbei!
Das Tierheim Berg informiert über "Hund in Backofen". (Bild: Tierheim Berg)
WOCHENBLATT
Redaktion

Jetzt kommt wieder die warme Jahreszeit. Viele sind mit ihrem Hund im Auto unterwegs. Noch schnell ein Gang in den Supermarkt und Bello bleibt brav im Auto sitzen. Die Fenster sind zu, die Sonne knallt und Frauchen trifft noch alte Bekannte… Was passiert mit und in Ihrem Tier, wenn es den Hitzetod erleidet? Das Tierheim Berg informiert.

Selbst bei nur 10° C Außentemperatur kann sich der Innenraum eines Autos, wenn es in der Sonne steht, erheblich erhitzten. Bei sommerlichen Temperaturen steigt die Temperatur im Auto oft in wenigen Minuten so drastisch an, dass es für einen Insassen, ob Kind oder Tier, lebensgefährlich wird. Ein Hund besitzt nur wenige Schweißdrüsen (an den Pfoten und am Nasenspiegel) und kann Abkühlung daher nur über Hecheln regulieren. 

Bei einem Hitzschlag passiert Folgendes:    

Der Hund beginnt zu hecheln und verliert dabei sehr viel Flüssigkeit. Der Hund wird unruhig – langgestreckter Hals, weit heraushängende Zunge. Ihr Hund sucht nervös nach einer Möglichkeit, ins Kühle zu gelangen. Die Atmung beschleunigt sich bei dem Versuch, mehr Sauerstoff in die brennenden Lungen zu bekommen. Der Puls rast. Dunkelrot verfärbte Mundschleimhaut. Es kann zu Erbrechen und Durchfall kommen. Die Körpertemperatur steigt von 38,5° C auf 41° C +, ab 42 Grad besteht akute Lebensgefahr…

In der Aufzählung nicht berücksichtigt sind die Angst, die der Hund durchlebt, und die Panik, mit der er vielleicht noch versucht, dem heißen Gefängnis zu entkommen – durch Kratzen an Türen und Fenstern, Jaulen …

Welpen und ältere Tiere haben mit Hitze noch größere Probleme

Enge Transportkisten, hohe Luftfeuchtigkeit, Übergewicht sowie rassebedingt verkürzte Schnauzen (Mops, Bulldogge etc.) beziehungsweise die Wärmeempfindlichkeit von in kälteren Regionen beheimateten Rassen wie zum Beispiel den Huskys verstärken das Leiden zusätzlich. 

Auch das Alter – Welpen und ältere Tiere haben mit Hitze noch größere Probleme – sowie der Gesundheitszustand spielen eine Rolle. Selbst wenn ein Hund in letzter Minute vor dem Hitzetod gerettet wird, kann er noch Tage danach an den Folgen dieser Tortur sterben beziehungsweise lebenslange Hirn- und Organschäden davontragen.

„Mal eben“ darf einfach nicht sein

Das Anbinden vor einem Geschäft in der Sonne kann schon ausreichen, dass ein Hund einen Sonnenstich oder Hitzeschlag erleidet – selbst bei moderaten Temperaturen. Und auch wenn das Auto im Schatten steht, kann es bei hohen Außentemperaturen schnell zu heiß werden. Zudem sollte beachtet werden, dass sich der Sonnenstand ändert. Ersparen Sie Ihrem Hund eine solche Tortur!

Nach dem Tierschutzgesetzt ist es strafbar, einen Hund im überhitzten Auto zurückzulassen. Hier ist sogar eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren möglich.

Machen Sie doch einfach den Selbsttest. Setzten Sie sich mit Ihrem Wintermantel in ein Auto, das in der Sonne steht. Schauen Sie auf die Uhr, wie lange Sie es unter diesen Umständen aushalten und was sie dabei fühlen.

Schnelles Handeln ins angebracht

Was können Sie tun, wenn Sie bemerken, dass ein Hund allein in einem sich aufheizenden geparkten Auto sitzt? Versuchen Sie, den Besitzer im Geschäft ausrufen zu lassen. Ist dies nicht möglich beziehungsweise es meldet sich niemand, informieren Sie die Polizei oder die Feuerwehr, um das Auto öffnen zu lassen.

Dauert auch dies zu lange und der Hund befindet sich in akuter Lebensgefahr, dann dürfen Sie den Hund selbst befreien. Dokumentieren Sie den Vorfall, suchen Sie Zeugen, die den Hergang bestätigen können. Erstatten Sie Strafanazeige wegen Tierquälerei.

Haben Sie den Hund befreit, bringen Sie ihn in den Schatten. Übergießen Sie ihn mit kühlem – nicht eiskaltem – Wasser. Wickeln Sie ihn nicht in ein feuchtes Handtuch, da dies den Wärmeaustausch verhindert.  Fächeln Sie ihm Luft zu. Ist er bewusstlos, flößen Sie ihm keine Flüssigkeiten ein. Ein Tierarztbesuch ist unumgänglich.

Mehr Infos und Videos zum Thema „Hund im Backofen“ gibt’s unter www.tierheim-berg.de

(Quelle: Tierheim Berg)