Bayern unterliegt dem alten und neuen Meister aus Berlin

Bayern unterliegt dem alten und neuen Meister aus Berlin
Die Berliner Spieler Luke Sikma (l-r), Jayson Granger und Marcus Eriksson jubeln mit dem Pokal. Berlin gewinnt das Spiel 79:86 und damit die Deutsche Meisterschaft. (Bild: picture alliance/dpa | Tobias Hase)
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Redaktion

München – Die Basketballer des FC Bayern München haben das vierte Spiel der Playoff-Finals um die Deutsche Meisterschaft in der easyCredit-BBL gegen Alba Berlin mit 79:86 (30:38) verloren. Somit steht der Titelverteidiger aus der Bundeshauptstadt abermals als Meister fest.

In Saisonspiel 90 standen – laut FCBB-Vereinsmitteilung – Zan Mark Sisko, Nihad Djedovic, Vladimir Lucic, JaJuan Johnson und Leon Radosevic in der „Starting Five“ und brauchten eine Weile, um in ihr eingespieltes System zu kommen. Nur ein Dreier von Radosevic waren die magere Ausbeute zur ersten Auszeit von Coach Andrea Trinchieri (3:13).

Und: Die Berliner waren dagegen in der Partie und scorten im Kollektiv. Ohne Treffer aus dem Zweierbereich (0 von 11) mühten sich die Gastgeber durch ein unglückliches erstes Viertel (9:21).  Auch im zweiten Viertel fehlte das nötige Glück, während die Müdigkeit in vollen Zügen zu spüren gewesen sei.

Erst ein Traumanspiel aus dem Handgelenk Baldwins auf den abhebenden Lucic brachte die Leichtigkeit im Audi-Dome – so die Bayern weiter – ein wenig zurück. Zwei schnelle Dreier von Jason Granger sicherten die komfortable Alba-Führung (15:29, 14.). Doch die Münchner fuchsten sich über die Defensive zurück in die Partie und schickten – nach zwei Berliner-Ballverlusten – Gist und Baldwin auf die Reise- der Beginn eines 11:3-Laufs (24:32, 18.).

Mit Mühe und viel Einsatz hievte das Trinchieri-Team den Rückstand zur Pause in den einstelligen Bereich – 30:38. Mit viel Energie seien die Bayern aus der Kabine gekommen und brachten den Ball über Seeley und Gist unter den Korb. Aber auch Coach Aito hatte sein Team noch einmal gut nachgeschärft.

Gerade Topscorer und Finals-MVP Jason Granger hatte sein heißes Händchen gefunden und erstickte damit die Aufholversuche (37:46, 24.). Johnson nahm – mit einem Statement-Dunk über Luke Sikma hinweg – den nächsten Anlauf gegen die Zonenverteidigung. Doch trotz tatkräftiger Unterstützung von Sisko und Seeley sei am Ende des dritten Viertels ein knapper Vorsprung von Alba bestehen geblieben -52:58.

Auch im Schlussviertel habe insbesondere JJ Johnson etwas gegen eine Niederlage gehabt – er traf zweimal in Serie aus der Mitteldistanz und blockte Sikma unter dem Korb (60:63, 33.). Die Gäste nutzten einen hektischen Angriff, inklusive unglücklichem technischen Foul gegen Baldwin, um über Granger zu antworten (65:71, 36.). Ein schwerer Dreier aus der Ecke von Radosevic brachte die Münchner zwei Minuten vor Schluss wieder auf drei Punkte ran.

In der Crunchtime zeigten dann sowohl der Bayern-Center als auch Sikma Nerven von der Freiwurflinie (72:76, noch 60 Sekunden). Lammers behielt allerdings die Ruhe und blockte zwei Würfe in Serie (72:77, noch 40 Sekunden). Aus dem Nichts kam Lucic und warf einen Dreier gegen Sikma und verkürzte 16 Sekunden vor dem Ende auf 77:78.

Mit zehn Sekunden auf der Uhr wurde es dramatisch: Nach einem harten Rempler gegen Fontecchio bekam Lucic, der vorher vergebens auf einen Foulpfiff gegen sich gewartet hatte, selbst ein disqualifizierendes Foul. Zusätzlich wurden gegen Radosevic zwei technische Fouls ausgesprochen. Als die Emotionen wieder abebbten, entschied Alba mit vier Freiwürfe eine umkämpfte Partie und somit die Finalserie zur abermaligen Meisterschaft für sich – 86:79.

„Gratulation an Alba, sie hatten etwas mehr Energie als wir. Aber es gibt von mir nichts zu bedauern. Wir haben alles gegeben, was wir hatten, und sogar noch mehr. Wir hatten 90 Spiele, und mindestens 60 wurden am Ende entschieden. Das nimmt dir sehr viel Energie, aber nochmal: Ich bin sehr stolz auf meine Spieler“, bilanzierte Trinchieri.