Bauernpräsident sieht kaum Licht am Ende des Tunnels

Bauernpräsident sieht kaum Licht am Ende des Tunnels
Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes. (Martin Schutt/dpa/Archivbild)
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Redaktion

Stuttgart (dpa/lsw) – Baden-Württembergs Landwirten bringt die Arbeit auf den Höfen weiterhin deutlich weniger ein als ihren Kollegen in den meisten anderen Bundesländern. Und angesichts vieler Belastungen – nicht nur durch Corona – sieht Bauernpräsident Joachim Rukwied für die kommenden Monate auch keinen Anlass für Optimismus. «Wirklich zuversichtlich kann ich nicht sein», sagte Rukwied am Freitag in Stuttgart. Die Betriebe litten unter hohem Preisdruck und einem hohen Maß an Regulierung, hinzu kämen die Folgen der Corona-Pandemie und auch noch der Afrikanischen Schweinepest.

Die aktuelle Lage bei den Schweinehaltern sei wegen abgestürzter Preise «desaströs». Die Politik und auch der Lebensmitteleinzelhandel müssten sich dringend zur regionalen Erzeugung bekennen, sonst gehe den Betrieben die Luft aus, forderte Rukwied, der sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene dem Bauernverband vorsteht.

Mit Blick auf die Zahlen des Wirtschaftsjahres 2019/20, das im Sommer zu Ende gegangen war, sprach er von «absolut unbefriedigenden Ergebnissen». Im Schnitt verbuchten die Haupterwerbsbetriebe pro sogenannter nicht entlohnter Familienarbeitskraft ein Ergebnis von 39 012 Euro. Das waren zwar etwa 3500 Euro mehr als im Vorjahr, aber auch gut 5700 Euro weniger als im bundesweiten Durchschnitt. Nur in Bayern ist das Einkommen der Landwirte noch geringer. Das Ergebnis pro Familienarbeitskraft ist mit dem Bruttoeinkommen vergleichbar und schwankt je nach landwirtschaftlicher Sparte stark.

Wichtig sei nun unter anderem, dass die Corona-Welle gebrochen werden und damit wieder mehr gesellschaftliches Leben stattfinden könne, sagte Rukwied. Mit der Gastronomie sei der Teil des Geschäfts weggebrochen, in dem heute noch die größte Wertschöpfung erzielt werden könne.