Weiterhin hoher Bedarf Bau von 400 neuen Kita- und Kindergartenplätzen in Konstanz

Bau von 400 neuen Kita- und Kindergartenplätzen in Konstanz
Der Ausbau der Betreuung in Kindertagesstätten ist weiter notwendig – denn freie Plätze gibt es in Konstanz quasi nicht. (Bild: Natalie von Pexels)
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Redaktion

Konstanz – Rund 3.000 Kinder werden in den Konstanzer Krippen, Kindergärten, Kindertagesstätten und Kinderhäusern derzeit betreut.

Die Gruppe der über Dreijährigen macht dabei den größten Anteil aus. Von 2.982 Kindern, die zum Stichtag 1. März 2021 betreut wurden, waren 2.373 in diesem Alter. Und ihre Zahl wird in den kommenden Jahren noch weiter anwachsen. Einer der Gründe dafür ist die Verschiebung des Einschulungsstichtags, die zu einem „Rückstau“ führt: Die Kinder bleiben dadurch länger im Kindergarten und belegen dadurch auch länger die Plätze. Auch die Zahl der Kinder, die einen Ganztagesplatz brauchen, steigt weiter an.

Die Anzahl der betreuten Kinder von 0 bis 3 Jahren ist nach aktuellen Zahlen dagegen rückläufig – im März 2021 waren es 609 Kinder. Durch die geburtenstarken Jahrgänge der letzten Jahre, die inzwischen im Kindergartenalter angekommen sind, hat sich die Betreuungsquote wie bereits im Vorjahr verringert.

Hoher Bedarf an Plätzen

Dennoch gilt für beide Gruppen, dass der Ausbau der Betreuung weiter notwendig ist – denn freie Plätze gibt es in Konstanz quasi nicht. Zwar werden gelegentlich Plätze kurzfristig freigehalten, wenn sich eine Aufnahme aus nicht planbaren Gründen verschiebt oder wenn eine Einrichtung durch viele neue Eingewöhnungen zu Beginn des Kindergartenjahres nicht alle Kinder parallel aufnehmen kann. Grundsätzlich sind aber alle Betreuungsangebote – wie bereits in den Vorjahren – während des gesamten Kindergartenjahres vollständig ausgelastet.

Eine aktuelle Bevölkerungsprognose des Instituts empirica geht zudem in den Altersgruppen von 3-6 Jahren und 6-10 Jahren von stark bis sehr stark steigenden Kinderzahlenaus. Das bedeutet für die Stadt Konstanz, dass für die nächsten Jahre mit einem deutlich steigenden Betreuungsbedarf geplant werden muss.

Eine besondere Herausforderung sind dabei die seit 2015 sehr starken Geburtsjahrgänge, die in der Bevölkerungsvorausrechnung von 2012 nicht prognostiziert wurden und die seitdem massive Auswirkungen auf die verfügbaren Plätze haben.

Ausbau der Betreuungsplätze bis 2026

Um dem voraussichtlich steigenden Bedarf entgegenzuwirken, will die Stadt Konstanz die Betreuungsplätze bis zum Jahr 2026 deutlich ausbauen. Vorbehaltlich der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel, Fachkräfte und anderer schwer kalkulierbarer Unwägbarkeiten – beispielsweise der Kapazitäten von Baufirmen, Architekten – können dann voraussichtlich weitere 130 Krippenplätze und 278 Kindergartenplätze in Betrieb genommen werden.

Einige Maßnahmen sind noch in Planung, andere wurden bereits umgesetzt. Dazu gehört beispielsweise die Kita Grenzbach, die auf dem ehemaligen Areal des Technologiezentrums Konstanz entstanden ist. Bis zu vier Kindergartengruppen – das entspricht etwa 80 Betreuungsplätzen – können dort untergebracht werden.

Problem Fachkräftemangel

Dass bisher erst eine Gruppe in der Kita Grenzbach angeboten wird, hat einen ganz bestimmten Grund: Auch in Konstanz fehlt in zunehmenden Maße Personal für die Betreuung der Kinder. Der wichtigste Faktor, der den Betrieb und auch den Ausbau der Kinderbetreuung in der Kommune limitiert, ist damit der Fachkräftemangel. Nach aktuellen Zahlen sind trägerübergreifend insgesamt 80 Vollzeitstellen für ErzieherInnen unbesetzt – dadurch können 150 Plätze für Kinder über drei Jahren und 20 Plätze für Kinder unter drei Jahren nicht angeboten werden, obwohl die räumlichen Kapazitäten eigentlich vorhanden sind. „Es ist eine dramatische Situation, wir haben in den letzten Jahren viel in den Ausbau der Kindertagesbetreuung investiert. Das alles steht und fällt mit der Frage, ob und wann wir das notwendige Personal dafür finden“, sagt der Leiter des Sozial und Jugendamtes, Alfred Kaufmann.

Die Stadt Konstanz hat im Herbst vergangenen Jahres eine Strategiegruppe Fachkräfte gegründet, um das Problem anzugehen. Das Gremium besteht aus VertreterInnen freier Träger, der Stadt und der Elternschaft. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, wollen die Teilnehmenden eine gemeinsame Strategie entwickeln, um beispielsweise eine Konkurrenz zwischen den Einrichtungen und Trägern zu vermeiden. Neben der Gewinnung zusätzlicher Fachkräfte ist ein weiterer wichtiger Punkt, das bereits bestehende Personal in Konstanz zu halten. Auf Landesebene hat die Stadt Konstanz zudem im Rahmen des Städtetages mit anderen Kommunen einen Vorstoß initiiert, um die derzeit noch sehr einengenden Bedingungen des Fachkräftekatalogs in Baden-Württemberg flexibler zu gestalten.

Zahlen und Daten zu den Kitas in Konstanz

In Konstanz gibt es 56 Einrichtungen, von denen 11 in städtischer Trägerschaft sind. Neben der Stadt gibt es 18 weitere Träger. Nach vorläufigen aktuellen Zahlen (Stand März 2022) werden 3.263 Kinder von rund 800 Fachkräften betreut.

Die Gesamtkosten der Einrichtungen für Kinder werden durch Zuschüsse der Stadt Konstanz und des Landes Baden-Württemberg, durch Elternbeiträge (etwa 12 Prozent) und den verbleibenden Eigenanteil der Träger (10 Prozent) sowie Steuermittel finanziert.

(Quelle: Stadt Konstanz)