Austausch der AG der LandFrauenverbände mit Minister Hauk

Austausch der AG der LandFrauenverbände mit Minister Hauk
v.l.: Silvia Tappe (Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz), Juliane Vees (Präsidentin LandFrauenverband Württemberg-Hohenzollern), Rosa Karcher (Präsidentin LandFrauenverband Südbaden), Peter Hauk (Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz) und Marie-Luise Linckh (Präsidentin LandFrauenverband Württemberg-Baden) (Bild: LandFrauenverband Württemberg-Hohenzollern )

WOCHENBLATT
Redaktion

Sicherung der Daseinsvorsorge im ländlichen Raum, Strategiedialog, Situation in der Landwirtschaft und Weiterbildung im ländlichen Raum: Das waren die wesentlichen Themen, die die Vertreterinnen der Arbeitsgemeinschaft der drei LandFrauenverbände in Baden-Württemberg mit Peter Hauk, Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, MdL am 18.11.2022 diskutierten.

Der AG-Vorsitz liegt dieses Jahr beim LandFrauenverband Südbaden, das Treffen fand daher auf dem Müllerjörgenhof in Gutach statt.

Rosa Karcher, Präsidentin des LandFrauenverbandes Südbaden, mahnte: „Das Gebot gleichwertiger Lebensverhältnisse muss weiter Bestand haben. Ob schnelles Internet, Verkehrsanbindung, Betreuungsangebote oder Gesundheitsversorgung – der ländliche Raum droht in vielen Bereichen immer mehr abgehängt zu werden. Schon jetzt fehlen zum Beispiel vielerorts Hausärzte und diese Situation wird sich noch verschlimmern, wenn die Politik nicht massiv gegengesteuert“.

Hauk erläuterte, dass sich der interministerielle Kabinettsausschuss Ländlicher Raum intensiv mit der Zukunftsfähigkeit ländlicher Räume auseinandersetzt, der medizinischen Versorgung werde dabei hohe Priorität eingeräumt. Ein Lösungsansatz könnten genossenschaftliche Hausarztmodelle sein, um eine wohnortnahe, qualitativ hochwertige medizinische Versorgung sicherzustellen.

Juliane Vees, Präsidentin des LandFrauenverbandes Württemberg-Hohenzollern, unterstrich die Wichtigkeit des vom Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz geförderten Projekts „Starke Frauen – starkes Land“: „Die Frauen auf den Höfen arbeiten an der Belastungsgrenze. Die bundesweite Studie zur Situation der Frauen in der Landwirtschaft ergab, dass knapp eine Viertel der befragten Frauen stark Burnout-gefährdet ist. Hier setzen wir drei LandFrauenverbände mit unseren Infoveranstaltungen und Workshops an. Wir geben den Frauen konkrete Hilfestellung und fördern den Austausch untereinander“.

Dank ging auch an den Minister für die Fortführung des wertvollen Programms „Innovative Maßnahmen für Frauen im ländlichen Raum“ in der neuen GAP-Förderperiode 2023 bis 2027.

Marie-Luise Linckh, Präsidentin des LandFrauenverbandes Württemberg-Baden, ging auf die Herausforderungen im Bereich der ländlichen Erwachsenenbildung ein: „Die vergangenen beiden Jahre waren massiv überschattet von der Pandemie. So langsam gewinnen die Bildungsaktivitäten der Ortsvereine wieder an Fahrt, nun setzen Inflation und steigende Energiepreise zu. Referentenhonorare, Fahrtkosten, Verpflegung, Raummieten – alles wird teurer“.

Die Präsidentin forderte eine Stärkung der ländlichen Erwachsenenbildung und betonte „Wir bringen nicht nur Bildung aufs Land, mit unseren breitgefächerten Angeboten fördern wir auch ehrenamtliches Engagement, schaffen Orte der Begegnung und stärken das soziale Leben in den Dörfern und Gemeinden.“ Der Minister erkannte die große Bedeutung der LandFrauen und ihrer Weiterbildungsaktivitäten für den gesellschaftlichen Zusammenhalt im ländlichen Raum an.

„Mit ihren rund 40.000 Veranstaltungen pro Jahr erreichen die Landfrauenverbände über eine Million Menschen in Baden-Württemberg, was sie zu tragende Säulen der Weiterbildung im Ländlichen Raum macht. Mit ihrer Arbeit setzen sich die Landfrauenverbände dafür ein, angesichts des rasanten Strukturwandels in der Landwirtschaft und im Ländlichen Raum wie auch mit Blick auf den demografischen Wandel gute Lebensbedingungen für Frauen, insbesondere auch die jungen Frauen, und ihren Familien zu sichern. Das ist aller Ehren wert“, sagte Hauk.

(Pressemitteilung: LandFrauenverband Württemberg-Hohenzollern)