„Ausstellung in der Ausstellung“ Ernst Ludwig Kirchner als Illustrator

„Ausstellung in der Ausstellung“ Ernst Ludwig Kirchner als Illustrator
Die „Ausstellung in der Ausstellung“ zeigt unterschiedlichste Illustrationen von Kirchner (Bild: Stadtverwaltung Biberach)
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Redaktion

Biberach – Die „Ausstellung in der Ausstellung“ im Kirchner Kabinett des Museums Biberach widmet sich dem künstlerischen Werk Ernst Ludwig Kirchners als Illustrator. Die Ausstellung ist ab sofort bis einschließlich 27. März 2022 im Biberacher Museum zu sehen.

Kirchner gilt mit seinen zahlreichen Gemälden, Zeichnungen und Grafiken als ein Hauptvertreter des Expressionismus in der bildenden Kunst. Weniger bekannt dagegen sind seine Beiträge als Illustrator für die moderne Buchkunst.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte in Deutschland als Teil einer Erneuerungsbewegung des Kunsthandwerks eine Reform der Illustrations- und Buchkunst ein. Schrift, Illustration und Einband wurden als eine gesamtkünstlerische Einheit aufgefasst. Während diese Entwicklung zunächst vor allem durch den Jugendstil vorangetrieben wurde, begann 1907 mit Erich Heckels Holzschnitten zu Oscar Wildes „Ballade vom Zuchthaus zu Reading“ die expressionistische Illustration. Viele der expressionistischen Künstler hatten enge Beziehungen zur Literatur und standen in freundschaftlichem Kontakt mit den Schriftstellern – so auch Ernst Ludwig Kirchner.

Bevor Kirchner literarische Werke illustrierte, begann er Ausstellungsplakate, Programmhefte und Kataloge der Künstlergruppe Brücke zu gestalten. Anschließend schuf er zahlreiche Holzschnitte zu literarischen Vorlagen, unter anderem von Alfred Döblin, Adelbert von Chamisso und Georg Heym. In großformatigen Reproduktionen präsentiert die „Ausstellung in der Ausstellung“ Kirchners Beitrag zur modernen Buchillustration. Auch können Besucherinnen und Besucher mit dem Gedichtband „Umbra Vitae“ das Hauptwerk Kirchners im Bereich der Illustration betrachten, das als eines der schönsten Bücher des Expressionismus gilt.

Das Museum ist dienstags, mittwochs und von Freitag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags von 10 bis 20 Uhr. Montags ist das Museum geschlossen.