Tragödie am Hochkalter Alle Möglichkeiten wurden ausgeschöpft: 24-Jähriger bleibt vermisst

Alle Möglichkeiten wurden ausgeschöpft: 24-Jähriger bleibt vermisst
Bergwacht, Polizei und alle Helfer haben seit dem Tag des Unfalls alles Menschenmögliche getan, um den Vermissten 24-Jährigen lebend zu finden. (Bild: Bergwacht Ramsau)
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Redaktion

Nach sechs Tagen Bangen und Suchen nach dem vermissten Bergsteiger am Hochkalter haben die Einsatzkräfte die Suche abgebrochen. Die Rettungsmannschaft hofft auf mildere Temperaturen und Tauwetter. Alles Menschenmögliche wurde getan.

Pressemitteilung der Bergwacht Bayern vom 23. September: Bergwacht und Polizei hatten auch am Donnerstag ganztags das bessere Flugwetter genutzt und weiter nach dem seit vergangenem Samstag am Hochkalter vermissten 24-Jährigen gesucht – leider erfolglos. 

Unter den derzeitigen Umständen, insbesondere aufgrund der Schneelage im eingegrenzten Gebiet, sind weitere Suchmaßnahmen momentan ohne konkrete Anhaltspunkte nicht zielführend. Bergwacht und Polizei behalten die Lage am Berg jedoch genau im Auge und werden die Suche wieder aufnehmen, wenn der Schnee eventuell bei milderen Temperaturen wieder abtaut.

Der 24-Jährige bleibt vermisst

Entsprechend gab am Donnerstagabend auch die Polizei bekannt: Zum jetzigen Zeitpunkt bleibt der 24-Jährige trotz des massiven Sucheinsatzes vermisst. Seitens der örtlichen Bergwacht und der Polizei wurde seit dem Unfalltag alles Menschenmögliche unternommen, um den Vermissten noch lebend zu finden.

Bereitschaftsleiter Thomas Meeß und Einsatzleiter Michael Renner von der Bergwacht Ramsau danken allen Beteiligten für die intensive und gute Zusammenarbeit und Unterstützung während des schwierigen sechstägigen Einsatzes.

Rucksack wurde geborgen und weiteres Recco-Signal abgeklärt

Von 8 bis 18 Uhr waren am Donnerstag nochmals 23 Bergretter aus Ramsau (19), Traunstein (2), Bad Reichenhall (1) und von der Regionalleitung (1) zusammen mit vier Polizeibergführern der Alpinen Einsatzgruppe (AEG) und der Besatzung des Polizeihubschraubers „Edelweiß 2“ im Einsatz, wobei sie zunächst die Rinne ober- und unterhalb des am Mittwochnachmittag auf der Westseite unterhalb des Gipfelgrats georteten und geborgenen Rucksacks absuchten und am späten Nachmittag noch ein weiteres Recco-Signal mit Einsatzkräften im Gelände abklärten.

Kontakt mit dem Vermissten brach leider ab

Der 24-Jährige aus Niedersachsen wird seit vergangenem Samstag am Hochkalter vermisst. Die Bergwacht stand mit dem offensichtlich abgerutschten jungen Mann, der selbst einen Notruf abgesetzt hatte, zunächst noch über Handy in Kontakt, der am Abend dann aber abriss. Die Bergwachten Ramsau und Berchtesgaden schafften es trotz der extremen Bedingungen mit Eis, Schnee und Sturm noch am Abend von der West- und der Ostseite des Bergs bis zum Gipfelgrat aufzusteigen, hatten im Schneesturm aber keine Chance, des 24-Jährigen zu sehen oder zu hören.

Die weitere Suche am Sonntag zu Fuß war erfolglos

Suchflüge fanden während kurzzeitiger Wetterfenster statt und dann am Mittwoch und Donnerstag bei besserem Wetter ganztags, wobei neben Drohnen von Polizei und Bergwacht auch das so genannte Recco SAR System als Boje am Polizeihubschrauber verwendet wurde, mit dem unter anderem auch Halbleiter aus elektronischen Geräten wie Handys und Laptops geortet werden können; am Mittwochnachmittag war auch ein Eurofighter der Bundeswehr mit spezieller Ortungstechnik unterwegs, um vom Einsatzgebiet hochauflösende Fotos zu machen. Per Recco wurde zunächst am Mittwochvormittag der inaktive Funksender eines Wetterballons und später dann der Rucksack des Vermissten geortet und von Einsatzkräften im Gelände im Schnee sondiert und ausgegraben.

(Quelle: Bergwacht Bayern)