Algenteppiche am Bodensee: „Kampf gegen Windmühlen“

Algenteppiche am Bodensee: „Kampf gegen Windmühlen“
Algenteppiche breiten sich immer mehr aus. (Bild: Gemeinde Eriskirch)

Langenargen/Eriskirch (le) – Große Hitze und wenig Wasser sorgen im Bodensee derzeit dafür, dass sich an vielen Stellen schwimmende Algen ansiedeln (wir berichteten). Neben Langenargen hat auch das Strandbad Eriskirch die volle Breitseite abbekommen. Schwimmen wird hier zur echten Herausforderung. Wir haben beim Bademeister nachgefragt.

Gesundheitlich unbedenklich

Zu finden sind die harmlosen und für die Gesundheit unbedenklichen Algenteppiche besonders in den Flachwasserbereichen. „Sie bestehen aus lauter fädrigen Algen und wachsen schnell an Stellen, wo es viel Nährstoffe gibt und das Wasser warm ist,“ so das Seenforschungsinstitut Langenargen.

Großer Gestank schon von Weitem in Langenargen

Für die Anwohner und die Touristen sind die großen Teppiche ein Wehrmutstropfen, obwohl es solche Algenansammlungen auch in den vergangenen Jahren immer mal wieder gegeben hat, so die Gemeinden. Besonders schlimm in Langenargen ist das Unterdorf betroffen.

In Eriskirch ist der Geruch noch erträglich

Das Strandbad Eriskirch kämpft seit Tagen gegen den Algenteppich und ist im Grunde machtlos gegen die Natur. Mit dem Geruch hält es sich glücklicherweise noch in Grenzen. Anders als in Langenargen stinkt es hier noch nicht so streng.

Es wurde schon viel versucht  

„Anfangs haben wir versucht, die Algen von Hand mit Schaufeln und Rechen abzuschöpfen, dann kamen Bagger zum Einsatz, aber alles ist ein Kampf gegen Windmühlen,“ so Strandbadleiter Anré Primuth. Jetzt wurden für die Besucher am Eingang zum Bad Infotafeln ausgehängt, dass das Badevergnügen im See aktuell wegen der vielen Algen nicht so prickelnd ist.

„So können die Gäste entscheiden, ob sie uns reinkommen. Viele Besucher nutzen sowie meistens nur das solarbeheizte Schwimmerbecken. Unterm Strich entscheiden sich höchstens 5 Prozent der Gäste wegen des Algenteppichs für ein anderes Freibad.“

Ölsperren sind vielleicht ein Lichtblick

Aktuell wird im Strandbad Eriskirch versucht, sogenannte Ölsperren einzusetzen. Das sind mit Druckluft gefüllte Schläuche, die eine Sperre für alles, was auf dem Wasser treibt, bieten. „Wir hoffen zudem täglich, dass Ostwind kommt, dann zieht es den Algenteppich wieder auf den See hinaus. Dreht der Wind, kommt er allerdings wieder zurück.“