ADAC deckt Wissenslücken bei Autofahrern auf

ADAC deckt Wissenslücken bei Autofahrern auf
Wann und wo das Reißverschlussverfahren gilt, konnte im ADAC Wissenstest nur ein Viertel der Befragten beantworten. (Bild: ADAC/Theo Klein)
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Redaktion

Stuttgart – Große Wissenslücken und zum Teil gefährliche Selbstüberschätzung – das Ergebnis des ADAC Tests „Autofahrerwissen 2022“ fällt insgesamt ziemlich unbefriedigend aus. Nur zwei Prozent der repräsentativ ausgewählten Befragten konnten die Testfragen aus dem Katalog der Führerschein-Theorieprüfung zu mehr als 80 Prozent richtig beantworten.

Im Durchschnitt wurde knapp die Hälfte der Aufgaben korrekt gelöst. Als besonders bedenklich bewertet der ADAC die Tatsache, dass gerade diejenigen, die ihr Verkehrswissen viel besser als das der anderen einstuften, im Test schlechter abgeschnitten haben. Angesichts der Umfrageergebnisse rät der ADAC dazu, die Kenntnisse zu den Verkehrsregeln regelmäßig aufzufrischen, um vor allem bei Änderungen auf dem Laufenden zu bleiben.

Denn überdurchschnittlich viele richtige Antworten kamen von Führerscheinneulingen, was wiederum zeigt, dass ältere Autofahrer zwar in der Regel über Routine verfügen, das theoretische Wissen aufgrund des längeren Zeitraums seit der Führerscheinprüfung aber lückenhaft wird.

Regionale Unterschiede: Baden-Württemberg auf den hinteren Rängen

Im Vergleich der Bundesländer erzielten die Befragten aus Baden-Württemberg mit durchschnittlich 9,4 richtigen Antworten ein vergleichsweise schlechtes Ergebnis und landeten im unteren Bereich auf Platz zwölf. Spitzenreiter ist Niedersachsen mit insgesamt 10,3 korrekt beantworteten Fragen, das Schlusslicht bildet Sachsen-Anhalt mit durchschnittlich neun richtigen Antworten.

Wissenslücken zeigten sich beispielsweise beim richtigen Verhalten, wenn man sich beim Abbiegen falsch eingeordnet hat. Nur 58 Prozent der baden-württembergischen Befragten lagen in dieser Kategorie richtig, lediglich Rheinland-Pfalz und Hamburg schnitten schlechter ab. In Niedersachsen wussten hingegen 70 Prozent die korrekte Antwort. Besser informiert zeigten sich die Befragten aus Baden-Württemberg in Sachen Reißverschlussverfahren: Hier waren nur Hessen und Niedersachsen noch weiter vorne im Bundesländer-Ranking.

Bundesweit betrachtet wurde am häufigsten die Frage zum erforderlichen Abstand zu Vorausfahrenden korrekt beantwortet, die Regel „halber Tacho“ hatten 87 Prozent verinnerlicht. Fast genauso viele wussten, wie schnell ein Promille Alkohol im Blut abgebaut wird. Wichtige Verhaltensweisen an Kreuzungen, etwa bei „Rechts vor Links“, wussten immerhin 70 Prozent zu beantworten.

Deutlich schlechter sah es hingegen beim Wissen um Regelungen zum Befahren von Umweltzonen aus: Nur sechs Prozent wussten, dass nicht nur Benzin- und Diesel-Pkw eine Feinstaubplakette benötigen, sondern auch Elektro-Autos. Details zum Telefonieren im Auto hatten nur zwölf Prozent auf dem Schirm.

Über den ADAC Test „Autofahrerwissen 2022“

Befragt wurden insgesamt mehr als 3.500 Personen ab 17 Jahren, die einen Pkw-Führerschein besitzen und an mehr als drei Tagen im Jahr ein Auto benutzen. Die Testpersonen mussten 20 Original-Prüfungsfragen beantworten, die aus verschiedenen Kategorien kamen. Der ADAC Test konzentrierte sich dabei auf häufige Unfallursachen im Fahrverhalten und auf Prüfungsfragen, die noch relativ neu im Repertoire sind, wie etwa Schutzvorschriften für Radfahrer oder Telefonieren im Auto.

Detaillierte Informationen zum ADAC Wissentest gibt es unter www.adac.de/wissenstest-autofahrer

ADAC Führerschein-App

Für die optimale Vorbereitung auf die theoretische Führerscheinprüfung bietet der ADAC die kostenfreie ADAC Führerschein-App an. Hier können ADAC Mitglieder die aktuellen Prüfungsfragen auf der offiziellen TÜV/DEKRA-Prüfungsoberfläche üben. Die ADAC Führerschein-App ist für iOS und Android erhältlich. Zudem gibt es das Lernsystem auch als Webanwendung für PC oder Laptop: adac.theorie24.de/lernsystem

(Pressemitteilung: ADAC Württemberg)