Abschied von Hubert Hagel aus dem Gemeinderat – Heike Ladel rückt nach

Abschied von Hubert Hagel aus dem Gemeinderat – Heike Ladel rückt nach
Nach 18 Jahren ist Hubert Hagel (li.) auf eigenen Wunsch aus dem Gemeinderat verabschiedet worden. Heike Ladel (Mitte) rückt für Hubert Hagel in den Gemeinderat nach. (Bild: Stadtverwaltung Biberach)

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Redaktion

Eine profilierte Persönlichkeit geht

Biberach – Nach 18 Jahren ist Hubert Hagel auf eigenen Wunsch aus dem Gemeinderat verabschiedet worden. Hagel gehörte in dieser langen Zeit zu den profiliertesten Persönlichkeiten des Gremiums, wie Oberbürgermeister Norbert Zeidler zum Abschied betonte. Er vertrat einerseits dezidiert seine Meinung, andererseits war er auch oft um Ausgleich bemüht. Hubert Hagel war Mitglied im Bauausschuss, im Aufsichtsrat der Stadtwerke und der e.wa riss, im Verwaltungsrat des Abwasserzweckverbands und in der Verbandsversammlung des Zweckverbands IGI.  

Hubert Hagels Wort und seine Stimme hätten am Ratstisch immer Gewicht gehabt, sagte Norbert Zeidler. Er sei einer, der über Fraktionsgrenzen hinweg eine große Autorität genieße wegen seiner sachlichen Kompetenz und seines analytischen Talentes. Zu seiner breiten beruflichen Erfahrung als Schulleiter sei ihm dabei insbesondere auch sein Ehrenamt in der Baugenossenschaft zugutegekommen. Außerdem besitze er ein großartiges rhetorisches Talent: pointiert, dabei aber nie polemisch, ab und an provokant, aber nie verletzend, und immer mit der richtigen Prise Humor. „Sie sind schlicht und ergreifend eine Persönlichkeit, ein Mensch, der durch und durch Kompetenz und Menschenfreundlichkeit ausstrahlt – und der gerade deswegen auch so geschätzt wird“, konstatierte der OB. Diese Fähigkeiten kamen Hubert Hagel auch in seiner Funktion als erster ehrenamtlicher OB-Stellvertreter zugute, eine Aufgabe, die er mit absoluter Bravour gemeistert habe.

Neben seinen kommunalen Ehrenämtern habe Hubert Hagel immer auch noch „auf anderen Hochzeiten getanzt“. Sein wahres ehrenamtliches Einsatzfeld sei die TG Biberach gewesen, der er insgesamt 21 Jahre lang als Vorsitzender und Stellvertreter gedient habe und an deren Blüte er maßgeblichen Anteil habe. „Hubert Hagel ist TGler durch und durch.“

Möglich sei sein jahrzehntelanges Engagement auch deshalb gewesen, weil er gemeinsam mit seiner Frau Uschi ein kongeniales Team bilde. Sie gehe mit ihm durch Freud und Leid und sei ihm auch in schwierigen Zeiten immer Halt gewesen. Mit Hubert Hagel verlasse eine der großen, meinungsstarken Persönlichkeiten den Gemeinderat, schloss der OB: „Du wirst fehlen an unserem Ratstisch. Gleichzeitig hoffe ich persönlich sehr, dass mir auch nach dem heutigen Tag der Ratgeber, der Vertraute, der ehrliche Kritiker – kurz: der Freund Hubert Hagel erhalten bleibt.“

CDU-Fraktionskollege Friedrich Kolesch würdigte Hubert Hagel, der 2004 erstmals in den Gemeinderat gewählt worden sei und dann noch weitere drei Mal. Prägend gewesen sei er als ehrenamtlicher erster Bürgermeister-Stellvertreter. Hier sei er ein Top-Repräsentant der Stadt gewesen und wichtig als Bindeglied zwischen Gemeinderat und Verwaltung – und in der CDU-Fraktion ein unersetzlicher Meinungsbildner.

Hubert Hagel selbst sagte zum Abschied, er habe sich für den Gemeinderat aufstellen lassen, weil just zu dieser Zeit über Sanierung oder Neubau des Hallenbads diskutiert worden sei, letztendlich zugunsten des auch von ihm favorisierten Neubaus, der heute sehr gut angenommen werde. Als Gemeinderat habe er viel Freud- und Leidvolles erlebt, die Zusammenarbeit im Gremium sei weitgehend gut gewesen. Allerdings nehme er aktuell stärker ideologisch geprägte Diskussionen wahr. Entscheidungen sollten aber kreativ und sachorientiert gefällt werden auf einer parlamentarisch-demokratischen Grundlage. Im Leben halte er es mit Christoph Martin Wieland: „In andrer Glück sein eignes finden, ist des Lebens Seligkeit, und andrer Menschen Wohlfahrt gründen, schafft göttliche Zufriedenheit.“

(Pressemitteilung: Stadt Biberach)